Ostern ist, was eigentlich schade ist, etwas, das als Feiertag bei uns nicht so recht gewürdigt wird. Weihnachten ist wichtiger, das wird immer nett gefeiert. Da wird ein wenig dekoriert, ich bemühe mich, in „Weihnachtsstimmung“ zu kommen, ich plane das Weihnachtsmenü – kurz: ich gebe mir in gewisser Weise Mühe mit Weihnachten. Ostern hingegen, nun ja, das waren eigentlich immer nur die Tage, wo ein paar freie Tage rausspringen. Deko? Osterdeko? Etwa mit Häschen? Nö. Ostermenü? Nö, wozu sich die schönen freien Tage mit Küchenarbeit vollpacken?
Aber jetzt, wo ein Kind im Hause ist, ein Kind, das Ostereier sehr wohl zu schätzen weiß und in der Lage ist, sich auf den Osterhasen zu freuen…da mußte sich ein wenig was ändern. . Gut, ich habe keineswegs ein aufwendiges Osteressen geplant oder dergleichen. Dekoriert habe ich nicht. Aber, ABER! es werden Eier gekocht und gefärbt. Jawohl! Morgen.
Und gebastelt haben Ben und ich. Ich weiß jetzt auch wieder, warum ich basteln immer so abscheulich fand, dieser Fummelskram mit Kleber, Pappe und niedlichen Häschen – das ist nichts für mich. Aber nu gut, für Ben habe ich in den sauren Apfel gebissen und Haseneierbecher gebastelt. Aus Pappe. Blau. Weil Ben das wollte; der durfte die Pappe aussuchen. Ein Osterkörbchen für die zu erwartende Eierflut wurde gleich mitgekleistert. Ben durfte verzieren, was das Zeug hält: mit Glitzer, mit blau, mit rot, mit Pompons. Ich habe geschnibbelt. Ben hat da irgendwie den besseren Job geliefert, ich habe mir zu wenig Mühe gegeben.
Aber was solls, es ist blau, es glitzert, die Hasen sind nicht niedlich und irgendwie war es ja auch ganz lustig. Nächstes Jahr,das verspreche ich, gebe ich mir mehr Mühe, da plane ich alles und werde perfekte sorbische Eier und polnische Pisanki produzieren. Bestimmt…! (Und nicht lachen, aber die finde ich wirklich wunderschön, obwohl mir das zu viel Pfriemelei und Zeitaufwand wäre)
Ich habe mich gewundert, wo denn eigentlich der Weihnachtsmann herkommt. Ja, was ist denn jetzt mit dem? Coca-Cola-Erfindung oder was? Und jetzt weiß ich es, dank Wikipedia.
Aaaalso, das mit dem Weihnachtsmann, das ist eigentlich eine Verdoppelung des Nikolaus, denn Santa ist niemand anderes als Santa Claus – abgeleitet vom Sinterclaas = Nikolaus. Irgendwie so. In England war er mal Father Christmas, aber das ist inzwischen veraltet, obwohl ich ehrlich gesagt, das irgendwie schöner finde. Father Christmas – Vater der Weihnacht. Ist doch schöner als das blöde Weihnachtsmann, oder?
Die Form, in der er heute auftaucht: dicker Mann mit deppertem Grinsen, die wurde von einem amerikanischen Karikaturisten im 19. Jahrhundert entworfen und ich glaube, das rote Kostüm ist dann tatsächlich Co.ca-Co.la-Erfunden. Eigentlich wurde der ja mit Bischofstracht dargestellt. Das Ganze ist ein bißchen komplizierter, da dann noch die nicht-christlichen Aspekte und die protestantischen Aspekte reingemischt werden – darunter fällt dann der Weihnachtsbaum und die Walhalla-Götter-Mythologie (Odin und so), aber ich denke, das faßt es im Wesentlichen zusammen.
Der Nikolaus wird demnach bei uns zwei Mal gefeiert. So ist das mit dem Weihnachtsmann. Nachzulesen ist das hier.
Das Christkind – wie wohl dann auch der Weihnachtsmannder trotzdem noch Nikolaus ist – übrigens, ist ein protestantischer Gegenentwurf. Die lehnten den Heiligen Nikolaus natürlich ab – schließlich haben die Protestanten keine Heiligen. Da gibt es dann auch keine Extrawurscht und kein Pardon für den Nikolaus. Im Prinzip also, da wir evangelisch sind, müßten wir ja eigentlich, wenn wir denn religiös wären, den Santa Claus konsequenterweise abschaffen und durchs Christkindelein ersetzen – aber mit dem konnte ich mich nicht anfreunden. Ich frage mich, ob ich dann nicht lieber statt dessen den Father Christmas hier ins Down-Undersche Haus einlade, der kommerziell noch nicht ausgebeutet wurde.
Das wollte ich immer schon mal wissen, irgendwie. Und morgens halb fünf ist doch die beste Zeit, so was nachzuschlagen – wenn man schon nicht schlafen kann. Ich finde das alles fürchterlich kompliziert und wünschte mir, der Weihnachtsmann wäre doch eine Co.ca-Col.a-Erfindung, das ist einfacher.
Ups, jetzt ist Ben wach…
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Weihnachten – tja, der Heilige Abend ist hier jetzt vorbei und es war richtig, richtig schön. Mit Kind ist der Zauber von Weihnachten, wie sie schon geschrieben hat, tatsächlich zurückgekommen. Es war anders als sonst. Ehrlich gesagt, es war nicht so erwachsenendröge, sondern aufregend und, naja…hm…funkelnd, neu, bunt, schillernd. Andere Worte fallen mir dazu nicht ein. Es war das erste Weihnachten, das Ben bewußter miterlebt hat. Der Schnee und die Kälte haben uns auch kaum gefehlt.
Wir sind heute nach einem halbwegs faulen Tag mit ganz alltäglichen Verrichtungen das erste Mal hier in Down Under in die Kirche gegangen, wo ein dörrpflaumiger Pfarrer sein Programm durchgezogen hat und eine Kinderweihnachtsaufführung gezeigt wurde, die lustig war und herzlich wenig christlichen Inhalt hatte. Gut, Santa Claus und Jesus kamen vor, aber sonst…Santa Claus als grummeliger, kinderfressender Mann im Lande Grump, der von Jesus aus einem Loch gerettet wurde und aus Dankbarkeit sich einen Bart umlegte und Geschenke verteilte…nun jaaaaa, es war witzig. Die ganzen Kinder waren recht begeistert. Wir waren übrigens bei den Anglicanern, das waren die einzigen hier in der Nähe, die am 24. einen Gottesdienst anboten. Weihnachten bedeutet hier, wie im englischsprachigen Raum, daß der 1. Weihnachtstag gefeiert wird. Der 24. ist nicht so populär. Damit aber wollte Jens sich keineswegs abfinden, was auch o.K. war.
Nach dem Gottesdienst wurde gegessen: ultraleckerer Räucherlachs – ich weiß, wo ich den demnächst herbekomme *yaaaammm* – auf Brot mit Meerettich. Das ist Tradition bei uns, das macht nicht viel Arbeit. Einen kleinen Sekt gab es auch dazu, zwischendurch wurden die Geschenke unter den Baum geschmuggelt und dann ging die Päckchenschlacht los. Da natürlich die Großeltern (und auch sonst keiner derVerwandten) übers Jahr Ben kaum gesehen haben, war es vielleicht ein bißchen viel. Es gab Lego-Baustellen-Sachen, weitere Schienen, das Laufrad, das seit über einem halben Jahr schon bei uns im Kabuff steht, diverse Bücher und CDs. Ben war so überdreht und aufgeregt, daß er nicht ins Bett konnte. Erst um kurz vor elf konnte ich ihn überreden, sich ins Bett zu legen, wo er innerhalb von Sekunden eingeschlafen war. Und das ohne Mittagsschlaf. Aber mit Bagger
Die Schienen übrigens bilden ein weites Netz im Wohnzimmer. Nach gut einer Stunde und diversen hefitgen Diskussionen konnten der Opa, der Papa und ich uns zufrieden zurücklehnen – wir hatten jede einzelne Schiene zusammengefügt und miteinander verbunden. Eine echt kniffliche Aufgabe war das. Also, wenn er die wieder auseinandernimmt…WEHE! Nur das Kind, das hat ganz unbeteiligt vom Schienengepuzzel neben uns mit seinen Baggern gespielt *lol*
Die Großen sind auch reichlich beschenkt worden, ich werde dank Schwiegereltern demnächst hier in die Oper dürfen (*grübel* Zauberflöte…Madama Butterfly…Zauberflöte…Madama Butterfly….schwierig.) und habe eine zweite Kette incl. Ohrringen bekommen – Jens konnte sich zwischen zwei Entwürfen der Künstlerin nicht entscheiden und hat eben kurzerhand beide genommen. Auch in der Romantik ist er noch praktisch, mein Mann
Jens hat von mir dann auch was Praktisches bekommen, etwas, um das er seit Jahren herumschleicht, weil es ihm zu teuer war: ein Multitool und dazu zwei Spiele, damit wir abends auch mal was zusammen machen können. Kino und Ausgehen ist ja immer noch eher schwierig. Außerdem darf Jens Ballon fahren. Dank Schwiegereltern. Er weiß allerdings noch nicht, ob er das wirklich will…
Aber das Schönste war eben die Aufregung und Freude, die Ben versprüht hat. Auspacken, die tollen Sachen sehen, sich da voll hineinstürzen. So richtig verstanden hat er es noch nicht, aber das kommt ja noch. Dann wird wahrscheinlich auch schon die Vorweihnachtszeit wieder ein bißchen verzauberter und bunter. Jedenfalls war es das schönste Weihnachten seit Langem. Ganz entspannt und gelassen und voller Freude. Nur diese Geschenkeschlacht auf allen Seiten – da reden wir dann mal nächstes Jahr drüber…
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Alles Gute, Frohe Weihnachten, ein gesegnetes, besinnliches und vor allen Dingen gesundes Fest wünschen wir euch allen! Rutscht gut ins Neue Jahr. Wir lesen uns hoffentlich
(und bevor hier gesagt wird, ich würde plagieren: Jawoll. Ich gebe es zu: Ich habe mich da von Kaleema inspirieren lassen, deren Weihnachtsgrußkarte ich richtig toll finde. Ich kann es nicht so professionell, aber mir gefällts trotzdem
)
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So, pfeif auf die Weihnachtspause! Zunächst einmal die einmal wären da die Weihnachtsnachbarnphotos. Die Weihnachtsbeleuchtung sieht erst mal auf dem Photo gar nicht soooo schlimm aus, aber man muß sich klar machen, daß jedes einzelne Lichtlein hektisch blinkt und blitzt.
Und hier ist, wie versprochen, unser Weihnachtsbaum. Bei Tage grün und silbern, bei Nacht…siehts aus wie bei unseren Nachbarn. Aber ohne hektisches Geblinke, da werde ich ganz aggressiv, das geht nicht.
Heute kam Ben aus dem Kindergarten und brachte seine Kunstmappe mit den gesammelten Werken des Jahres incl. einiger Photos als allererstes Weihnachtsgeschenk mit. So süß
Hach, was man sich auch über gesammeltes Gematsche und Gekrakel freuen kann, un.glaub.lich *grins*
So, ich denke, ab jetzt gibt es Weihnachtspause, ich habe morgen garantiert keine Zeit und so weiter und so weiter.

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Ich glaube, das wird auch dieses Jahr nichts mit dem ordentlichen offiziellen Weihnachtsmützenphoto…
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…ist dezent, damit das mal klar ist.
Ich bin gerade vom Yoga zurück und beim Rauffahren kam mir diese Erkenntnis.
So, morgen gehen wir raus und machen Photos. Sofern das Wetter mitspielt.
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So, geschmückt ist er jetzt. Silbern, über und über und alles Plastik. Zum Basteln fehlte mir jetzt doch die Zeit. Ich hätte wirklich gerne Weihnachtskugeln gefilzt, das reizt mich, aber es fehlt die Zeit. Nächstes Jahr dann. Bis dahin habe ich auch raus, woher ich die Wolle kriege.
Irgendwie sieht er ja sehr sehr glitterig aus – ich liiiebe Lametta… *lol*
Ganz überraschend innerhalb einer Stunde konnten wir am letzten Donnerstag Nachwuchs verzeichnen. Nicht wir. Unser Weihnachtsbaum! Der wurde irgendwie…ähm…ja, nu, Sohn?Jedenfalls haben wir hier zwei Weihnachtsbäume, die ihre prachtvollen Plastiknadeln ausstrecken. Der alte kleine und der neue große.
Wie das jetzt wieder kommt?
Der eine, der Nachwuchs bekommen hat, hat am Donnerstag nicht mehr leuchten wollen. Die Fiberdinger, die in dem Plastikgewurschtel waren, wollten nicht mehr blitzen und blinken. Ich habe das arme Ding auseinander genommen und es schien mir, als sei der Halogenstrahler im Eimer gewesen. Jens ist mit Schwiegerpapa und Ben abends noch mal losgefahren, um eine Ersatzbirne zu besorgen. Ich habe mich mit Fieber ins Bett gelegt.
Zurück gekommen sind die beiden älteren Generationen mit einer kleinen schlafenden Nachwuchsgeneration und keiner Ersatzleuchte. Dafür aber mit einem neuen Baum, der etwa doppelt so hoch ist wie der alte. Der wurde aufgebaut und mit einer wunderbar quietschbunten Diskoleuchtkette versehen. Ben freut es, aber das Geblinke ist definitiv nichts für Epileptiker. Jens, der Herr Inschenjör, hat dann noch einen obendrauf gesetzt und das Elternbäumchen wieder repariert. Jetzt blinken gleich zwei Bäume um den Preis für den kitschigsten Baum des Jahres.
Ist das nicht süß?
Morgen muß ich Weihnachtsbaumschmuck besorgen, so ganz unerwartet ist das, daß wir jetzt einen „richtigen“ Baum haben. Oder fällt jemandem eine Bastelei ein?
Ach ja, einen Kindermund dazu gibt es auch. Ben bewundert den Baum, resp. die bunten Lichter sehr sehr sehr. Als Jens dann auch noch leichte Klaviermusik aufgelegt hat, hat das Kindelein mit riesengroßen Augen auf den Baum geschaut, minutenlang ganz andächtig, bewundernd, staunend. Sich dann herumgedreht und ehrfürchtig geseufzt: Baum singt!



















