*stööööhn*
Ich kann mich nicht mehr davor drücken. Der erste Teil der Einleitung steht, der Countdown läuft: schließt das Childcare-Center zuerst oder werde ich fertig?
Spannend. Wetten werden gerne entgegengenommen. Als Gewinn gibt es eine lobende Erwähnung im Blog
Heute habe ich allerdings durch die Herumfahrerei am Morgen und das Kaffeetief am Nachmittag nicht so sehr viel geschafft. Jetzt fahre ich erst mal los und hole mein armes, abgeschobenes Kindelein ab.
Ansonsten: Haushalt sieht bombig aus. Und das leider nicht im positiven Sinne…
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- Meine E-Mails wollen beantwortet werden
- Mein Haushalt will gemacht werden
- Mein Sohn will spielen
- Mein Sohn will kuscheln
- Mein Sohn will vorgelesen bekommen
- Mein Sohn will auf den Spielplatz
- Meine Wäsche will gewaschen werden
- Meine Küche will benutzt werden
- Mein Garten will Säuberung
- Der Pool will glitzern
- Mein Mann will Aufmerksamkeit
- Meine Arbeit will geschrieben werden
- Mein Telefon will telefonieren, am besten stundenlang.
- Das Childcare-Center muß gefunden werden.
Ich finde, so ein popeliger 24-Stunden-Tag ist schlicht und ergreifend zu wenig.
Meine Lösung: Ich stelle hiermit den formellen Antrag, den Tag um 6 Stunden zu verlängern. Pro Woche hätte ich dann gerne 3 zusätzliche Springerstunden für eventuelle Zeitfresser. Ausnahmen bitte für Krankheitsfälle, da kann man ja die Stunden für die Springerstunden abzwacken. Im Krankheitsfall oder an besonders schwierigen „Ich bin 2 Jahre alt und erinnere meine Umwelt /Mama daran„-Tagen dann bitte Tagesverkürzung auf höchstens 18 Stunden.
Ben hat Duasst. Das hat er eben laut verkündet. Und wenn Ben Duasst hat, dann bedeutet das, daß Mama so schnell wie möglich für Flüssiges sorgen muß. Ich stehe auf, biete die Flasche an und Sohnemann guckt mich an und meint: „Naaain! Bächa. Ben will Bächaaa!„
Komisch, ich habe als Kind lieber aus der Flasche getrunken. Aber wahrscheinlich verliert das Aus-der-Flasche-trinken einfach an Reiz, wenn alle das machen und Kind das auch darf.
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Es gab in den letzten paar Tagen zwei Haiattacken hier in Sydney. Jawoll, Haie, die gibt es hier zuhauf. Nix da von wegen friedlich schwimmen, Strand und so weiter. Man kann auch zwischen Zähnen enden. Nun, passiert eher selten und eher Surfern.
Heute aber der Bericht im Fernsehen, daß seit den Haiattacken der Bondi-Beach „wie ausgestorben“ sei.
Ich meine, es könnte, nur eventuell, könnte, sein, daß es vielmehr daran liegt, daß Freitag nachmittag in der Regel alle schön brav bei der Arbeit sind und diejenigen, die Zeit haben, nicht so sehr verlockt sind, bei 20 Grad und strömendem Regen an den Strand zu gehen. Nur meine bescheidene Vermutung.
Ach ja, so schrecklich die Buschbrände auch sind, ein Highlight gab es eben in den Nachrichten – mal abgesehen davon, daß die Brände zum großen Teil und zum Glück durch das Mistwetter wieder unter Kontrolle sind. Nämlich, daß sich in AmAalderWeltwerwilldennwirklichwissenwiedasDorfheißt, das Leben „wieder ein neues Zentrum hat„, d.h. sich alles im örtlichen Pub sammelt. Irgendwie sehr typisch australisch. Im Pub!
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Überflüssig finde ich die Blase am Ellenbogen, die sich durch Aufstützen auf den Schreibtisch gebildet hat.
Heimtückisch, gemein und fies sind sie, diese Sparschäler. Kommen in harmloser Verpackung, sagen Dir: „Nimm mich, ich schäle Dir die Kartoffeln und Möhrchen ganz fein ab. Dünn, dünner, hauchdünn, dünner geht es nicht mehr. Bibelseitendünn. Und zuverlässig bin ich auch. Ich halte. Jahre. Ich bin nützlich. Ein nützliches Mitglied der Familie, der Gesellschaft.“ So flüstert er, der Sparschäler und man nimmt ihn mit. Nützliches Gerät eben. Ein wenig widerspenstig ist er am Anfang, hakelig, liegt komisch in der Hand; ein wenig Gewöhnungszeit verlangt er, bis er sich schließlich letztendlich vertrauensvoll in die rechte Hand kuschelt und sich an seine Arbeit begibt.
Tag um Tag, Woche um Woche, Monat um Monat, Jahr um Jahr verrichtet er seinen Dienst. Zuverlässig schneidet er die Schale von Kartoffeln, Möhrchen, Äpfeln, Birnen. Und wieder Kartoffeln. Und wieder Möhrchen. Und wieder Äpfeln. Und wieder Birnen. Bibelseitendünn. Jahrein. Jahraus. Stund um Stund, bis man sich bedenkenlos auf dieses zuverlässige Gerät verläßt, ihm vertraut, ja, sogar gerne mit ihm arbeitet.
Doch er ist heimtückisch wie eine Schlange. Geduldig lauert er, zeckengleich, auf seinen großen Moment. Den richtigen Moment. Den Moment, in dem man so vertrauensvoll damit arbeitet, daß man nicht mehr hinguckt. Daß es nicht mehr nötig ist, hinzugucken. Dann schlägt er zu, blitzschnell und gnadenlos. Rachgierig ist er, er will Rache für eine eingebildete Demütigung, die Demütigung, jahrelang als bloßer Sparschäler mißbraucht zu werden. Wo er doch zu Höherem Berufung fühlt. Ein Gemüsemesser, das will er sein. Doch der Designer hat es ihm nicht gegönnt und ihn statt dessen zu einem Leben als blödes Helferlein der Küche verurteilt, ihn verurteilt, seine Existenz, nahe am Rande des Nutzlosen taumelnd, zu fristen. So sieht er das.
Und sieht nicht, wie nützlich er doch ist, wie unverzichtbar. Vielleicht nicht für jeden. Aber für mich. Ich habe ihn doch immer gut behandelt. Nur die besten Karotten gegeben. Nur die nachgiebigsten Kartoffeln mit ihm geschält. Seine rostigen Stellen beseitigt. Jeden Tag habe ich mich mit ihm beschäftigt, diesem Undankbaren.
In dieser Blindheit schwillt das Gefühl der Ablehnung, das Gefühl des Zurückgewiesenseins, das Gefühl der schreienden Ungerechtigkeit, in seiner mageren Plastikgriffbrust. Aus tiefschwarzer Seele, so schwarz wie das Plastik, aus dem er gemacht ist, schmiedet er seinen Plan gegen den Menschen. Stellvertretend für den Designer, der ihn geschaffen, ja verurteilt hat, so zu sein, wie er ist.
Rache. Ach, was süßer Klang ist Dein, Du Rache. Wollust, Befriedigung, Befreiung, Blutwurst. All das liegt in dir, oh meine Rache.
Und so muß eben der Unschuldige zum Opfer werden, der, der es nicht besser wußte, der im guten Glauben gehandelt hat, der, der ihn aus den eisigkalten Auslagen des schwedischen Möbelhauses gerettet hat.
Ich.
Seine Rache hat er an mir verübt.
Während ich nämlich meine Karotten geschnibbelt hat, hat er mir heimtückisch den halben Daumennagel abrasiert. Pah. Blödes Ding. Jetzt mußte ich mir den Teilnagel von der Haut knibbeln und bin ganz sicher, daß sich das entzünden wird und ich auch Probleme mit dem nachwachsenden Stück bekommen werde. Pah.
Ich habe es heute nach dem Bob-Prinzip à la Frau Kaleema versucht. Was das ist? Nun, das ist „Machen wir!„, Bob Baumeister, enthusiastisch, anpackend, positiv, ein Slogan, der ankommt. Kurz, schmissig, einprägsam. Statt endlose Reden zu schwingen, von denen sowieso nur die Quintessenz beim Kind ankommt, die nicht ankommen soll, z.B.: „Beeeen, nicht mit dem Essen werfen, hör auf damit, das ist eeeggelich, nicht herumschmieren, nicht.mit.DEM.ES.SEN…und so weiter!„, von dem bei Ben ungefähr Folgendes tatsächlich hängen bleibt: „Essen werfen, herumschmieren, ES.SEN WER.FEN!„, versuche ich es nach dem Bob-Prinzip. Eben schmissige Slogans. So was wie das von Frau Löwenmutter: Hauen ist doof!
Hauen ist doof! habe ich gestern versucht. Mit mäßigem Erfolg. Kam bei Ben an, der aber nicht so genau wußte, was er damit anfangen sollte.
Heute gab es in Ermangelung von Opfern anderer Kinder dann einen neuen Slogan, angepaßt an die Situation. Besagte Situation war, daß Ben gerade dazu ansetzte, mit seiner Holzlok zu werfen. Macht er ja manchmal. Ich wollte gerade anschwingen, eine Wahnsinnsrede zu halten, bis mir das Bob-Prinzip einfiel. Kurzerhand schmiß ich den Spruch „Nur Babies werfen!“ in den Wutanfall. Ben hat mich irritiert angeschaut. Zur Sicherheit habe ich den Spruch noch ein paar Mal wiederholt. Ben guckt mich an wie ein Auto. Bis ich ihm erkläre, daß Babies so klein sind, daß die es noch nicht verstehen, daß man nicht werfen soll, während Ben, ja Ben ist ja schon ein sooo grooooßer Junge, der schon soooo schlau ist…usw. Honig ums Maul und so.
Ben greift daraufhin auch den Spruch begeistert auf. „Ben gruuußer Junnn-ge. Nur Babies wer-fen! Ben gruuuuß! Nur Babies wer-fen!“ Er neigt zu Wiederholungen.
Der Spruch hat Ben inspiriert. Leider nicht zum Aufhören, sondern zum Weitermachen. Er fuchtelt also mit den Loks umher, brüllt, daß er ein gruuußer Junge sei, daß nur Babies werfen und hämmert im Takt mit der Lok gegen die Wand. Jens schimpft dazwischen, daß Knilch endlich mit dem Unfug aufhören soll und – toll, pädagogisch, geschickt – WIRFT (!) aufgebracht ein Kissen in Bens Richtung.Nicht, daß ich dem Herrn Eumelpapa nicht auch mal ein bißchen Dampfablassen gönne, nur in dem Moment fand ich das einfach nicht so geschickt.
Ben ist fürchterlich empört darüber. Ganz schröcklichst wütend und schreit – auch wieder ganz richtig – zurück: „NUR BABIES WERFEN! AUF-HÖHAN; NUR BABIES WER-FEN!“ Und schmeißt das Kissen zurück. Die Folge war eine Kissenschlacht, denn Herr Gemahl fand das lustig und schmiß das Kissen wieder in Bens Richtung. Ben fand das überhaupt nicht lustig und warf ebenfalls wieder zurück. So ging das hin und her, Keilerei, Geschrei, am Ende Tränen, eine weitere Delle in Bens Lieblingslok. Außerdem zwei ramponierte Kissen.
Fabelhaft pädagogisch das ganze Spektakulum.
Ich habe mich da herausgehalten und fand das ganz famos, daß die beiden sich miteinander so schön amüsieren können…
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Forscher fanden jetzt heraus: zu viel Kaffee ist schlecht für die Wirtschaft. Speziell bei Investmentbankern und Hedgefondmanagern kann ein Skinny Soy Double Macchiato verheerende Folgen haben. Mehr dazu im heutigen Spiegel:
Der Kapitalismus ist hinüber, nach den Schuldigen wird gefahndet: Waren es Investmentbanker oder kreditsüchtige Amis? Wissenschaftler legen jetzt einen anderen Schuldigen nahe: den Grande Triple Shot Colombia Nariño Supremo Cappucino…mehr
Also: Beware of the Star.bucks.
Schön wie die zufällige Begegnung einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch (Lautreamont)
Surrealistisch. Surrealistisch erscheint momentan auch meine Küche. Geruchstechnisch gesehen jedenfalls. Der Duft aus der Küche ist aus einer zufälligen Begegnung von dämlich und unpassend plaziertem Lieblingsparfumpröbchen, ungeschickter Handbewegung der Eumelmama beim Aufräumen und dem steinernen Küchenboden entstanden.
Meine Küche stinkt jetzt ganz exklusiv nach Bul.ga.ri. Ich kriege Kopfschmerzen von dem Geruch, bin aber zum Ausgleich sehr froh, daß das Parfum nicht auf einem Teppichboden ausgelaufen ist.
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Mir tun die Füße weh. Außen am Rand.
Nur, falls das jemanden interessieren sollte.







