Hey, Mr. Ben!


Sonnenbrillen
Mai 9, 2008, 11:02 Uhr vormittags
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Sonnenbrillen und ich - das sind immer unglückliche Beziehungen. Und wie in den meisten unglücklichen Beziehungen machen die sich ganz billig aus dem Staub. Irgendwann, eines Tages sind die plötzlich -weg! Einfach so. Und hinterlassen ein gemischtes Gefühl: einerseits, weil ich ein neues Accessoire bekomme, andererseits, weil ich die meist mit großer Sorgfalt aussuche und ich richtiggehend beleidigt bin, wenn die einfach - weg- sind. So viel Mühe für umsonst.

In den letzten paar Jahren habe ich eine stattliche Anzahl an Sonnenbrillen verloren. Und da ich empfindliche Augen habe und durch billige Sonnenbrillen immer Kopfschmerzen bekomme, ist das kein billiges Vergnügen.

Nr. 1 habe ich nach 1 Jahr in Al-Ain verloren. Nr. 2 habe ich 1 Jahr darauf in Neuseeland beim Kajakfahren verloren. Nr. 3 habe ich im Dusiburger Zoo verloren. Nr. 4 war eine Uraltbrille, die ich nach 2 Wochen hier verloren habe. Nr. 5 war eine, die meine Schwägerin hier vergessen hatte - 2 Tage durfte ich die haben, bis die mir von dem Motorrad gehüpft ist, wo ich die schusseligerweise abgelegt habe. Nr. 6 habe ich in Deutschland vor 2 Jahren gekauft. Die war lange bei mir. Bis letzten Samstag, als mir das Glas entgegengesprungen ist und ich dann erst gemerkt habe, daß der Rahmen gebrochen ist. Flicken mit Isolierband sieht auch nicht so toll aus, daher ist seit gestern Nr. 8 in meinem Besitz. Nr. 7 habe ich notdürftig auf dem Markt hier gekauft, weil ich Nr. 6 kurzzeitig vertüddelt hatte. Nicht zu erwähnen, daß Nr. 7 bis jetzt auch nicht mehr aufgetaucht ist.

Aber vielleicht habe ich ja jetzt mehr Glück.



Feierabend
April 13, 2008, 10:11 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Rhabarber

Irgendwie schon blöd, wenn man nichts von dem frühen Feierabend hat. Der holde Gatte schläft seinen Dronröschenschlaf - er ist eigentlich mehr oder minder gleichzeitig mit Kindelein eingepennt - und ich bin zu matschig, um was Sinnvollerereres mit meiner Freizeit anzufangen als ein klein bißchen zu bloggen, mir gleich mein Buch zu schnappen und zu lesen und eine Star-Trek-Folge zu gucken.

Apropos bloggen: diese Wahnsinnsgeschwindigkeit des Modems, auf das wir gerade angewiesen sind, verhindert erfoglreich, daß ich meine Tour de Blog mache, irgendetwas kommentiere oder überhaupt nur einen Anflug von Lust bekomme, noch länger am Netz zu hängen. Sorry also, ist nicht persönlich gemeint, wenn ich nicht vorbeikomme und meinen Senf dazu gebe :-)

Ich kann es kaum noch erwarten, bis wir wieder richtig an den Rest der Welt angeschlossen sind.



Klitzekleine und nicht so kleine Dreckfüßchen
April 13, 2008, 9:33 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Dieses und Jenes, Rhabarber

Heute waren wir nicht auf dem Balkon, es hat heute geregnet, der Balkon pitschenaß und irgendwie war uns nicht so nach rausgehen, obwohl ja eigentlich…egal, nächste Woche dann eben. Wie gesagt, wir beide sind etwas angeschlagen. Außer Ben natürlich, der zwar auch an der Magen-Darm-Geschichte knabbert (Essen? Baah! Außerdem rumpelt es ständig in der Windel) aber sonst gut drauf ist. Glücklicherweise.

Oh nein, ich sollte sagen: gut drauf war? Jetzt schläft er ja selig schnorchelnd in seinem Bettchen. Nachdem er gestern um 22 Uhr ins Bett gegangen war (*ächz*) und heute morgen schon um sechs schon wieder putzmunter (*ächz*), ein kleines Morgennickerchen gehalten hat und ansonsten ohne Schlaf bis heute abend - nun ja, um sieben war das Mäusekind weg. Wie war das noch wenn Kinder kränkeln? Wie gesagt, zum Glück putzmunter, was allerdings für uns angeschlagene alte Eltern ein wenig *ächz* war. Zumal wir ja obendrein noch drinnen geblieben sind. Er kann also doch zu normalen Zeiten früh ins Bett gehen. Ausnahmsweise. Im Extremfall.

Wir waren heute also nicht draußen. Aber vor ein paar Tagen habe ich - da hatten wir noch schönes warmes Wetter - die Lichterkette draußen auf dem Balkon angebracht. Kindelein tobte glücklich auf der weißlackierten Scheußlichkeit herum, mit denen die Besitzer des Hauses uns beglückt haben; ich glaube, die nannten das “Sitzgarnitur”. Das Ding habe ich in die hinterste Ecke des Balkons geräumt und Kindelein turnte herum, ich habe Lichterketten aufgehangen. Barfuß.

Als wir fertig waren, konnte ich anhand meiner Fußsohlen feststellen, daß die Vorbewohner den Balkonboden wohl nicht so ganz saubergemacht haben. Schwarz wie Kohle waren die. Ich habe mit Ben auf dem Boden herumgetollt, als Bens Blick plötzlich auf meine Füße gefallen ist. Mit einem sehr angeekelten Blick grabscht er meine Füße, dreht die um, guckt auf die schwarze Fläche und sagt ganz entschieden: “Bah! BAH!” Er hat ein bißchen entsetzt und ein bißchen angeekelt dreingeschaut. Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und habe Ben seine eigenen Füße gezeigt: “Tja, Ben, deine Füße sind aber auch so dreckig.” Er guckt und wirkte leicht verblüfft. Danach mußten wir so.fort Füße waschen.

Zimperlich ist mein Sohnemann also. Hätte ich nicht gedacht, so wie er sich beim Essen immer umdekoriert.

Spinnennetze findet er übrigens auch extrem “BAH!” Da fängt er schon mal an zu weinen, wenn er so einen Netzrest nicht schnell genug wieder von den Fingern abbekommt. Wir haben sehr viele Spinnennetze im Garten…



Über Ohrfeigen und Co.
März 14, 2008, 1:21 Uhr vormittags
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Ich habe jetzt länger überlegt, ob ich auch meinen Senf dazu geben soll. Es geht um die Ohrfeigen-Diskussion hier. Dazu wurde viel in den Kommentaren gesagt und vieles in anderen Blogs, wie z.B. hier, hier und da und auch besonders da und dort. Das ist viel Diskussion und ich überlege gerade, ob dazu nicht schon alles gesagt wurde und wen das interessiert, was ich dazu denke. Und ja, ich habe da tatsächlich nicht wenig nachgedacht, einiges gelesen, was mich ge-, oder besser: verstört hat und bin zu dem Schluß gekommen, daß es mir egal ist, ob dazu viel geschrieben wurde. Ich denke da auch was drüber und darf das durchaus in meinem Blog schreiben. Also denn, vielleicht jetzt ein bißchen wirr, aber egal:

Ich bin ein äußerst emotionaler Mensch mit häufig heftig schwankenden Stimmungen. Mal himmelhochjauchend, mal zu Tode betrübt und auch mal wütend. Wenn ich wütend bin, bin ich richtig wütend. Da fällt es mir schwer, mich zurückzuhalten und meine Wut nicht zuzugeben. Also wüte ich: ich brülle, ich schreie, ich werfe mit Kissen und Stofftieren durch die Gegend und ich rede, rede, rede, monologisiere so vor mich hin. In gewisser Weise habe ich immer noch nicht die frühkindliche Trotzphase überwunden. In solchen Momenten ist es sinnlos, mir mit sinnvollen Argumenten zu kommen. Oft ist das betroffene Subjekt dieser Wirbelstüme leider mein über alles geliebter BesterEhemannvonWelt.

Der Wirbelsturm tobt etwa ein-, zwei Mal pro Monat, häufig am Wochenende, häufig nach sehr schlafbefreiten Nächten und häufig, nachdem ich zwanzig Mal vom Frühstückstisch aufstehen mußte, weil Ben herummatscht und mein Kaffee dadurch kalt wird. Nicht immer dann, aber häufig, wie mein Mann bestätigen kann. Also steht er da, ich wüte um ihn herum und rede, rede, rede, monologisiere vor mich hin, taub gegenüber allen noch so guten Argumenten. Doch ist mein Wüten nicht grenzenlos, sondern stößt an Grenzen, die ich mir selber gesetzt habe und die nicht übertreten werden, weil sie selbverständlich sind: es wird nicht beschimpft, nicht beleidigt, nicht gedemütigt, nicht geschlagen. Weil er mein Mann ist, weil es uns beiden weh tun würde, weil man das eben nicht macht. Das versteht sich von selbst.

Jetzt frage ich mich, warum ich bei meinem Kind, das ich ebenso und ein bißchen anders aber genauso tief liebe, anders handeln sollte? Nur weil mein Kleiner klein ist und wehrlos ist, soll er weniger das Recht auf eben diese Grenzen haben als mein Mann? Nur, weil er erzogen werden muß, soll ich da klapsen dürfen? Oder ihn erniedrigen dürfen? Ich denke, unter dieser Perspektive kann man diese Frage verneinen. Ich habe vor meinem Kind den größten Respekt. Nur, weil er zufällig einen dreiviertel laufenden Meter klein ist und noch nicht sprechen kann, soll ich meinem Kind diesen Respekt, den ich einem Erwachsenen entgegenbringe, verwehren? Ich denke nicht.

Leider - und das muß ich hier zugeben - kann ich mich von der Klapserei nicht ausnehmen. Ich habe nicht mal einen so guten Grund, wie z.B. ein scharfes Messer, das Ben in den Fingern hatte oder ein Auto, das meinen Schatz beinahe umgefahren hätte. Ich habe Ben zwei Mal einen Klaps gegeben: das eine Mal auf die Hände, weil er sich fest in meinen Haaren verkrallt hat und  das zweite Mal, als er mich im Schlaf gebissen hat, ich hochgeschreckt bin und ihm halb im Tran und halb in Wut über das Aufwecken und den Schmerz einen Klaps ins Gesicht gegeben habe, der ihm körperlich nicht weh getan hat. Ich sage körperlich, denn psychisch habe ich ihn verletzt, das war klar an seinen geschockten Gesicht zu erkennen. Das darf nicht mehr vorkommen. Das darf einfach nicht mehr. Es wird vielleicht einige geben, die dann sagen, daß das im Affekt zustande gekommen ist, das nicht gut war und bedauerlich ist, aber leider eben vorkommt. Doch so leicht lasse ich mich selber nicht davon kommen. Es ist nicht so, daß ich mich jetzt selber zerfleische deswegen, aber ich lerne aus meinen Fehlern.

Es ist leider vorgekommen. Und warum habe ich das gemacht? Weil ich meine Wut an meinem kleinen Kind ausgelassen habe. Nicht mehr, nicht weniger. Es war keine Erziehungsmaßnahme, ich war wütend und habe ihm das handgreiflich klar gemacht. Nicht anders ist es, wenn ich Angst habe, mich erschreckt habe, wie es in gefährlichen Situationen vorkommt. Ich hatte Angst, ich habe mich erschreckt und diese Emotion an meinem Kind ausgelassen - das macht die ganze Sache auch nicht besser, denn es ist und bleibt körperliche Gewalt an einem, der sich nicht wehren kann. Zumal der Lerneffekt äußerst fragwürdig ist, denn Ben hat mich nach einer halben Stunde wieder gebissen.

Da ist es besser, sich tatsächlich den Mund fusselig zu reden und hoffen, daß man irgendwann vordringt. Daß das Kind irgendwann versteht, daß es nicht auf die Straße rennen soll und nicht nur, weil es Angst hat vor einem Klaps. Daß es versteht, daß man Mama nicht beißt und nicht nur, weil es Angst hat, daß Mama ihm daraufhin weh tut. Denn den Mund fusselig reden ist zwar anstrengend und zeitraubend, aber es raubt nicht die Würde des Kindes. Den Mund fusselig reden überschreitet keine Grenze, die nicht überschritten werden soll - nicht, weil “man” das nicht macht, sondern weil ich mein Gegenüber respektiere. Respekt, der in meinen Augen der Grundpfeiler jeder Beziehung - egal welcher Art - ist. Daran muß ich arbeiten und ich kann, wenn ich das nicht schaffe, mit Fug und Recht behaupten, daß ich nicht nur als Mutter sondern an mir selber versagt habe. Hoffen wir, daß es nicht so weit kommen muß.

Eine zweite Sache, die ich komplett ablehne, die niemals vorkommen wird und die ich mir nicht vorstellen kann, ist die bewußt überlegte körperliche Züchtigung. Wenn mein Mann spät nachts besoffen nach Hause kommt und ich ihm mit dem Nudelholz eine überziehe, so wird das in schlechten Witzen für heiterkeit sorgen, aber im wirklichen Leben an meinem Verstand zweifeln lassen. Man würde schlicht und ergreifend sagen, ich sei übergeschnappt.

Warum aber soll das bei Kindern in Ordnung sein? Es muß ja nicht mal das Nudelholz sein oder der Lederriemen, sondern kann auch ein Klaps auf den Po sein - das ist lediglich ein gradueller Unterschied, an der Sache selber ändert das nichts: ich lasse mein Kind meine Überlegenheit, die ich als Erwachsener über das Kind allein schon körperlich habe, spüren: Ich bin groß und du bist klein, das gibt mir das Recht, mit dir zu machen, was ich für richtig halte/was ich will. Wenn du nicht machst, was ich von dir erwarte, dann setzt es was, dann gibt es Prügel. Respekt hier nicht zu spüren; Prügel sind ganz klar ein Mittel, um Angst zu erzeugen, um Macht auszuüben, um Kontrolle zu bewahren. Allein die Vorstellung, mit einem Ledergurt meinem Kind die Leviten zu lesen - egal, wie selten das vorkommen mag -  erzeugt in mir Übelkeit.

Der Lerneffekt? Ich denke, das hat überhaupt keinen erzieherischen Wert, denn dann lernt das Kind lediglich, sich nicht erwischen zu lassen. In Staaten, die die Todesstrafe ausüben, ist die Verbrechensrate auch nicht geringer, eher noch höher als in Staaten, die sich dieses Mittels nicht bedienen. Zumal ich dann Schwierigkeiten haben würde, meinem Kind klar zu machen, daß es seine Kumpels nicht vermöbelt - sei es, weil es sauer ist; sei es, weil es der Meinung ist, es sei seinen Mitkindern überlegen.

Auf eben dieser Stufe - ich bin groß und du bist klein, was mir das Recht gibt, mit dir zu machen, was ich will - ist die Beleidigung, die Demütigung, die Herabsetzung, die emotionale Erpressung. Das hallt nach, das tut weh - und zwar für lange, lange Zeit. Manchmal sind solche Wunden, die eine Beleidigung zufügt, gar nicht mehr  heilbar.

Es gibt meiner Meinung nach andere Mittel und Wege, ein Kind zu erziehen. Irgendwo, in irgendeinem Buch (shame on me, ohne Quellenangabe…) habe ich gelesen, daß die “beste Erziehung diejenige sei, die man nicht spürt.” Das bedeutet keineswegs, daß ich keine Grenzen setze. Ich setze durchaus Grenzen, ich setze sie nur nicht mit Gewalt durch: ich sage meinem Kind ganz klar, wo meine Grenze ist und erwarte, daß es sie einhält. Das aber geht nur, wenn ich meinem Kind den Respekt entgegenbringe und es das auch spüren lasse, den ich im Gegenzug von ihm erwarte.

Kann sein, daß das total in die Hose geht, aber ich glaube das nicht. Hierzu übrigens auch mal ganz platt das Argument: man liest oft in Berichten über Straftäter: “er kann ja nichts dafür, daß er ein Dieb/Räuber/Betrüger/Mörder/Kinderschänder ist, er hatte eine schlechte Kindheit.” Komischerweise kommt nie: “er kann ja nichts dafür, daß er ein Dieb/Räuber/Betrüger/Mörder/Kinderschänder ist, er ist ja nie von seinen Eltern den A*** versohlt bekommen.” Allein das sollte doch schon zu denken geben. Vielleicht geht es tatsächlich aber doch in die Hose und mein Kleiner wird doch irgendwann mal Kriminell, dann kann ich mir immer noch Vorwürfe machen.

In diesem Sinne: mein Kochlöffel hat kein Loch, damit er besser pfeift und weniger Windwiderstand hat, weil er das nicht braucht. Mein Kochlöffel wird zum Kochen verwendet. Gute Nacht.



Eigentlich keine Lust
März 13, 2008, 10:00 Uhr nachmittags
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Eigentlich habe ich keine Lust, jetzt noch was zu schreiben. Der Tag war anstrengend, das Kindelein quengelig, wir mußten unterwegs sein, um Tantchen die Stadt zu zeigen und die Familie nächste Woche kulinarisch-gemüse-und-obsttechnisch über die Runden zu bringen. Kindelein quengelig, die beiden kaputten Kameras weggebracht und danach die typische Situation, in der Kindelein will, will, will. Tantchen hat mich zum Kaffee eingeladen, Ben sieht den Kaffeestand und fängt an zu quengeln. Will irgendwas “Habn!” Was ist eigentlich egal, Hauptsache es handelt sich dabei um Babycino und was eßbares. Nun ja, wir sind ja nicht so.

Der Kaffee wurde in aller Eile ausgetrunken, danach wurde Tantchen im Eiltempo Chinatown gezeigt, das nun wirklich sehr unspektakulär ist, bis auf die Tatsache, daß man da chinesisch essen kann, wie es chinesischer kaum noch geht. Auf dem Markt wurde von mir unser Obst-Gemüse-Einkauf erledigt, während Tantchen sich den kundigen Händen einer Masseurin ergeben hat und Kindelein quengelig war.

Nach dem Marktbesuch sind wir mit der Monorail durch die Stadt getrödelt, nach Hause, kurz gegessen, kurze Spielplatzpause für das quengelige Kind, wieder richtig einkaufen, diesmal mit allem anderen und quengeligem Kind aber ohne Obst und Gemüse. Nach Hause, essen, schlafen. Anstrengend aber unspektakulär.

Ach ja, das grellbunte Hollywoodhaus ist gebongt, wir ziehen in zwei Wochen um. Jetzt muß ich mich wohl doch auf meine neue Rolle als Luxusweibschen vorbereiten, schließlich muß ich doch stilistisch zum Haus passen, oder nicht?



Die Sache mit den Restaurants
März 8, 2008, 8:54 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Australisches, Dieses und Jenes, Rhabarber

Gerade habe ich es bei ihr wieder gelesen: über das Essengehen mit Kindern und wie das so in Restaurants abläuft. Wie Ben sich in Restaurants verhält - nun, das Auf-die-Tische-klettern gehört zum Standardrepertoire (nein, wir versuchen immer, es zu verhindern, aber manchmal ist er einfach zu schnell), gematscht wird auch ganz gerne und es gibt nach kurzer Zeit lautstarke Unmutsäußerungen von Mössjöh, wenn es ihm zu langweilig wird. Aber im Gegensatz zu Deutschland macht das nix. Gar nichts macht das. Das wird von Kindern erwartet, daß die kein perfektes Benehmen an den Tag legen und toleriert.

Mit Kindern ins Restaurant zu gehen ist hier normal und niemandem würde es einfallen, sich darüber zu beschweren. Selbst die ganz Kleinen werden schon mitgenommen, auch die ganz vielen sind normal. Es macht nichts, wenn die Kinder was lauter sind; selbst wenn es mal den ein oder anderen Tobsuchtsanfall gibt, wird man nicht des Platzes verwiesen. Man erntet wissendes Lächeln der anderen und kann ganz ohne mißbilligende Blicke weiteressen.

Für Kinder ist eigentlich immer mindestens ein Hochstuhl vorhanden, für die älteren stehen Stifte und Papier bereit. Und wenn die Kids mal zwischen den Tischen herumlaufen oder geräuschvoll miteinander spielen oder ihre Autos brummen lassen- so what! Man denkt sich seinen Teil, aber es macht nicht so viel, weil man hier noch weiß, daß Kinder eben nicht ewig still sitzen können, besonders nicht die Kleinen. Zwischen den Tischen herumlaufen, wenn es draußen ist, wird sogar belächelt. Kein Problem, no worries, mate. Hier ist man nämlich Kinderfreundlich.

Daher sind wir relativ häufig, so ein, zwei Mal im Monat essen und Ben gehört einfach dazu. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, nur deswegen einen Babysitter zu engagieren oder zu Hause zu bleiben. Er wird eigentlich immer vom Personal betüddelt und bewundert und auch die anderen Gäste lächeln und finden ihn süß. Schreit er mal - das gehört eben dazu, deswegen sind es Kinder. Ich bin wirklich noch niemals schief angeguckt worden, weil Ben gebrüllt hat.

Wenn er wieder mal in der Öffentlichkeit das kleine Böckchen spielt, ist das kein Grund, sich wie in Deutschland, ein Bein auszureißen, um das Kind ruhig zu stellen, es ist mir auch keineswegs peinlich. Kinder bocken nun mal aus verschiedenen Anlässen und brüllen auch gerne - das weiß man hier noch. Das einzige, was man erntet, sind entweder nachsichtige Blicke oder das hämische wissende Lächeln der anderen Mütter.

Niemals habe ich einen Kommentar hören müssen, von wegen, daß mein Kleiner schlecht erzogen sei, weil er bockt. Oder weil er nach Dingen grabscht, die ihn nichts angehen, im Supermarkt die Regale erklimmt oder lauthals aus voller Kehle lacht und endlos brabbelt oder weil ich die Leute aus dem Weg rempeln muß, weil er mir mal wieder ausgebüxt ist oder weil er sich an irgendwelchen Leuten festklammert, um nicht umzufallen. Niemals gab es einen bösen Blick - genervt ja, manchmal, aber nicht böse - oder die Aufforderung, das Kind endlich ruhig zu stellen.

Hier machen die Omis Gutschi-gutschi-gu, wenn sie Kinder sehen. Oder man lächelt und sagt ihnen Dinge wie: “Wow, you are really clever, are you?” oder “Oh, you are a cutie!”, man schenkt ihnen Babycinos in Cafés und findet Kinder in der Regel toll.

Es gibt Sachen hier, die mich stören, aber es gibt auch Sachen hier, die mich froh sein lassen, nicht in Deutschland zu wohnen.



Dafür
Februar 22, 2008, 6:02 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Allein zu Haus, Dieses und Jenes, Rhabarber

Also, ich wäre dafür, daß man eine allgemeine Blogverordnung erläßt, die meinen Lieblingsblogs eine Mindestanzahl von drei interessanten Postings zwischen fünf und acht Uhr morgens vorschreibt, sonst hat man hier ja den ganzen Tag nix zu lesen! ;-)

Ach ja, nicht daß das so klingt, als hätte ich sonst nix zu tun: ein ganzes (kurzes) Buch überflogen gelesen, das Wichtigste zusammengefaßt, Montag weiter lesen und nächste Woche kann ich weiterschreiben. So, ich geh jetzt kochen, meine zwei Lieblingsmänner kommen gleich nach Hause. Yaiiih, Ja! Da! Daaaahhh! JAjajajaiiih! - Ben ist gut drauf, ich habe es gerade durchs Telefon gehört.



Zwei Häuser
Februar 16, 2008, 7:59 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Rhabarber

Zwei Häuser haben wir uns heute angeschaut. Und einen garage-Sale. Der Garage-Sale, so etwas wie ein privater inhäusiger Flohmarktverkauf war ein Flop. Das Auto für Ben hätte ich ja mitgenommen, aber Jens war dagegen. Eigentlich sind wir ja auf der Suche nach Tisch mit Stuhl. Egal, der Möbelschwede hat, was wir wollen.

Das Hausgucken war auch nicht so wirklich erfolgreich. Das erste haus war ganz schön, recht modern, das Wohnzimmer groß, die Küche naja, Speisekammer, eingebaute Schränke und der 3. Schlafraum - ein Durchgangszimmer - eine Beschönigung vom Makler. Kinderzimmer winzig, Elternschlafzimmer auch klein, Badezimmer ein Traum (mit Whirlpool),  Garten eher klein, der Pool - naja, eher überflüssig, wohl eher als übergroßes party-Plantschbecken gedacht, aber der ist uns ja ohnehin nicht so wichtig. Insgesamt nicht schlecht, aber ohne Garage und irgendwie nicht wirklich was für uns. Das zweite sah von außen klein und eher abschreckend aus. Drinnen war es sehr schön und größer als der erste Blick vermuten ließ. Oben drei Schlafzimmer, nach hinten raus noch ein großer Raum, den man als Büro oder so hätte nutzen können. Das Problem: die Treppe hatte zur einen Seite kein Geländer und hätte sich von oben schlecht absichern lassen. Da die mitten im Wohnzimmer war, hätten wir das Problem auch nicht schlicht, wie hier, durch geschlossene Türen lösen können.

Wir setzen die Hoffnung auf die Besichtigung nächste Woche, das Haus war in der Nähe der beiden anderen, daher sind wir kurz dran vorbei gefahren: es liegt super und sah von außen gar nicht übel aus. Drückt die Daumen!



Was noch übrig bleibt
Februar 15, 2008, 5:55 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Allein zu Haus, Rhabarber

kleine Frösche-to-kill:

  1. Diss.-Unterlagen sortieren - Montag
  2. Garantiekarte suchen - Montag
  3. Kaffee trinken
  4. Was zu essen besorgen

Hach, jetzt noch ein halbes Stündchen frei.



Entspannung pur
Februar 15, 2008, 12:49 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Rhabarber

Also, auf die Gefahr hin, daß ich als miese Mutter angesehen werde, die nicht den ganzen Tag heult, weil sie ihr Kind nicht sieht: ich finde es total entspannend. Ich kann was machen. Ich vermisse Ben natürlich, ist klar. Ich habe das Radio schon die ganze Zeit laufen, damit es nicht so entsetzlich still ist hier.