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Wir waren heute den ganzen Tag unterwegs. Donnerstage sind immer stressig: da muß der Herr Vater zur Arbeit gebracht werden, wir fahren zur Spielgruppe, wieder zurück, zum Einkaufen, holen den Herrn Vater ab. Heute kam erschwerend hinzu, daß ich mit der Versorgung der Müttermeute dran war. Fazit: Oh Cynthias Vanillekuchen ist himmlisch – mit etwa der Hälfte an Zucker aber bitte. Mich wundert, daß man einen Kuchen, der genau 1 TL Vanillezucker enthält, als Vanillekuchen bezeichnet, aber gut. Ach ja, wenn, dann sollte man noch 1 Zitrone auspressen und sowohl Saft als auch Schale reinschmeißen, das rundet alles ab. Und wenn man da schon mal dabei ist: ein Glas Kirschen und weiße Schokoraspeln sind auch nicht zu verachten. Dann bleibt kaum noch ein Krümelchen übrig. Gurke ist allerdings übrig geblieben – entgegen der Ermahungen der Mütter essen die Vorbilder scheinbar selber nicht so fürchterlich gerne Gurke & Paprika. Hm.
Einkaufen war katastrophal, mein Blutdruck stieg abwechselnd von normal auf heiß bis überkochend. Ben ist nämlich wieder in seine alten Gewohnheiten zurückgefallen: Hauen, Schubseln, Kneifen usw. – ich hatte mich damals schon gewundert, daß der Knilch das Beißen scheinbar ausgelassen hat. Hat er nicht, das holt er jetzt nach…*stööööhn*
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Der Mininapoleon hier startete mies gelaunt in den Tag. Bzw. hat es schon gestern abend angefangen, als er nicht schlafen konnte. Um kurz nach zehn ist er endlich ins Bett gegangen. Heute morgen hat er dafür um so länger geschlafen, bis sensationelle 7:20 Uhr.
Der junge Napoleon ist reichlich fröhlich aus dem Bett gehüpft und ins Wohnzimmer geschlurft gelaufen, wo er, noch ein wenig verschlafen, seinen morgendlichen Kakao verlangt hat, den er nicht mehr so recht trinken mag. Ich mußte den machen. („Die mama soll das maaaaachäääännnn!!„) In der Küche ging es gleich so weiter. Mössjöhs Kakao durfte ich ganz normal zubereiten, aber dann hat er angefangen zu brüllen, daß ich auch einen Kakao trinken muß Meine Einwände, daß ich ja lieber einen Kaffee hätte und so, wurden mit Kreischen kommentiert („Naaaaindiemamaaasollkeinenkaaffeeeeeeee…diemamasollkakauhhhhhhabääään….„)
Damit die liebe Seele Ruhe gibt, habe ich mich breitschlagen lassen, auch einen Kakao zu trinken, den napoleon zubereiten wollte. Eine halb demolierte Küche und drei bis vier Wutanfälle später war das auch geschafft. Und wehe ich habe nicht getrunken! Das wurde mit Gebrüll bedacht.
Weiter gings mit dem kleinen Sonnenscheinchen: Der Ball rollte – das gab Gebrüll. Duschen? Um Himmels willen. Das drekige T-Shirt aus? Bloß nicht (DerBännwilldasaaaansiiiieehhhhn). Aus der Dusche wieder raus? Schuhe aussuchen? Nein, Crackerschachtel bitte zu Hause lassen? Mir klingeln jetzt noch die Ohren davon. Nur, um mal so einen kleinen Eindruck zu geben.
Das Beste war aber die anschließende Diskussion im Auto: Eumelpapa: „Guck mal Ben, da ist ein lila Baum.„
Gebrüll von der Rückbank: „NaaaindasissskainlilaBaum…dassssisssseinrootaaaBaum“ (Nein, kein lila Baum, das ist ein roter Baum, d.Übers.)
Gestern die ähnliche Diskussion im Auto:
„Ben will tanken. Ben will mit dem Papa tanken fahn.“
„Ben, wir haben schon getankt, der Tank ist voll.„
„Naaaain! Der Tank ist nicht voll. Der Ben will aber tanken.“
„Der tank ist voll, Spatzi„
„Nein„
„Doch„
„Nein„
„Doch„
„Nein„
… bis wir fast zu Hause waren.
Was ist eigentlich momentan in ihn gefahren? Puh.
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Was habe ich dem Mittwochsgott eigentlich getan? Dieser Mittwoch ist ja genauso dämlich wie der letzte. Beispiele gefällig?
Wiegerung des Kindes, zur Playgroup zu gehen. „Nein, hier sssspieln!!„. Später dann Gejammer, weils Kindelein nicht mehr zur Spielgruppe kann.
Überschwemmung in der Küche in den besten Absichten. Ben wollte sich die Hände waschen
Unendliches Chaos im Wohnzimmer, Kinderspielzeug überall, eine offene Flasche Wasser kippt, als ich mich durchs Chaos wühle.
Ein Glas Kurkuma fällt beim Aufräumen auf den Boden.
Insgesamt habe ich vier Mal den Boden in verschiedenen Zimmern gewischt. Vor dem Mittagessen! Da kommt bestimmt noch was. Und das Beste?
Ben kommt in die Küche, mein Kaffee wird gerade fertig, genau, der der später wieder kalt wird durch die Wischerei und Umherwuselei. Ben streckt mir die Hände entgegen mit den Worten: „Ben muß Hände waschen. Ben hat auf die Hände Pipi gemacht! Da ist jetzt Pinkel drauf.“ Mössjöh hat sich die Finger in die Windel gestopft und daneben gepieselt. Trotz Windel ging alles daneben auf den Boden. Ja, und auf die Hände eben.
Ist ja sehr nett, daß Mössjöh dann doch schnell eingeschlafen ist. Unerwarteterweise. Er ist kurz nach 18 Uhr wieder aufgewacht und war danach unsäglich unterträglich. Wach war er, aber nicht munter. Immer noch heftigst müde, war er sowieso und überhaupt DAGEGEN!! Nachrichten gucken für die Eltern? DAGEGEN! Pizza? Ja, aber dann bitte Papas. und bitte die in der roten Schachtel. Essen wollte er die nicht, er war DAGEGEN! Warum? Keine Ahnung. Jedenfalls hat er nicht besonders gegessen. Aufräumen? Zähneputzen? Windeln wechseln? Vorlesen? Ins Bett? Papa lesen? Richtig. DAGEGEN! (Lachen ist nicht pädagogisch, aber in manchen Situationen ist es hart, sich das zu verkneifen)
ich war froh, daß er im Bett war. Und jetzt? Jetzt habe ich zwei schlafende Schönheiten, denn Jens wird gerade auch nicht mehr wach. War wohl doch zu früh heute morgen. Schade
Ach ja, Kariesdrachen waren gestern. Die ziehen nicht mehr. Heute sind es die Plaquepiraten, die dem Ben seine (SEINE!!) Zähne KLAUEN wollen! Geht überhaupt gar nicht. Und diese fiesen Piraten können ausschließlich mit Zahnbürste und -pasta vertrieben werden, selbst Mössjöh versteht das ein bißchen.
Also, Merke: immer wenn man es im Munde leise und schief singen hört: „Wir lagen vor Beee-hens Zunge und hatten die Zähne an Bord. In den Kübeln, da fault das Wasser, da segeln wir liee-hiiiiie-ber fort…„, dann ist es geraten, zur Zahnbürste zu greifen….
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So, was das besagte Wochenende so unschön machte war ein Vorfall, der mir ausgesprochen sauer aufgestoßen ist. Ben kneift andere Kinder, das habe ich schon öfter mal beklagt. Meist wird dann seitens der gegnerischen Erziehungsberechtigten verkrampft gelächelt und gesagt, daß es doch nicht so schlimm sei. Nun, ist es aber doch. Ich finde das furchtbar, daß wir es Ben nicht austreiben können, andere Kinder anzufallen und ich finde es furchtbar, daß mir kein Weg einfällt, wie ich diese ganze Angelegenheit überhaupt in den Griff kriegen soll. Und zwar nicht wegen der Kinder, die mir dann zwar schon leid tun, die aber normalerweise ganz gut damit umgehen können – es sei denn, diese werden zu sehr verzärtelt.
Heute Diamanthochzeitsfeier meiner Großtante und des Großonkels. Es wurde ganz auf Familie, Friede, Freude, Eierkuchen gemacht, jedenfalls von dem einen Teil. Und irgendwie schrumpft alles, es fehlt an Nachwuchs, aber deutlich. Aber darüber will ich mich ja nicht auslassen. 60 Jahre. Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 60 Jahre verheiratet. Das ist wirklich eine Menge. Es wurde jede Menge Kuchen aufgefahren, es wurde geschmaust und getrunken und gelabert und wieder geschmaust und Gedichte vorgetragen, Liedchen gesungen und wieder gegessen. Wie das eben so ist auf Familienfeiern.
Ben hat sich prächtigst amüsiert, so ziemlich jeden angefallen und gekniffen, tonnenweise Kuchen verschlungen, was wir ja irgendwie schlecht verbieten konnten angesichts der Massen, die da einfach so auf dem Präsentierteller standen. Er wollte über den Zaun entkommen, hat die Johannisbeer- und Himbeerbüsche geräubert, ist B.obb.ycar gefahren und hat getobt und gehampelt und ist gerannt. So ein Garten ist ja wirklich was Feines für ein Kind. So fein übrigens, daß er gar nicht mehr weg wollte. Im Auto noch schrie und brüllte er, daß er dableiben wolle.
Merkwürdigerweise hat es gerade mal 20 Minuten gedauert von den Kommentaren à la „Ach, der ist ja süß.“ und „Och, ist der knuddelig, der kleine Mann.“ bis hin zu „Das ist ja ein lebhaftes Kerlchen, ist der immer so?“ Geendet hat es mit der Bemerkung. „Meine Güte, der ist ja echt stressig! Du tust mir leid, das muß ganz schön anstrengend sein.“ Stressig. Pah, nö, kein bißchen ist er das!! Das darf nur ich sagen. Ja, er ist lebhaft aber: er war komplett und total überdreht von den vielen Leuten, zu wenig Schlaf, zu viel Kuchen. Da rastet man nun mal aus. Vor allem aber war er ganz schön eifersüchtig. Mein Cousin x.ten Grades hat seine 10 Monate alte Tochter mitgebracht, die ich auch kurz auf dem Schoß hatte. Das hat King Lui ja üüüü.ber.haupt nicht geschmeckt. Nein! Mama, Kind weg vom Schoß, runter, das hatte da nichts zu suchen!!! Und auch sonst hat man gemerkt, daß es ihm nicht so sehr paßte, nicht der Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit zu sein, die hat ihm die Kleine weggeschnappt. Aber gut, sie war auch süß und klein und reizend.Klar, daß man dann Ben als stressig empfindet. Das tun alle Mütter, die reizende, ruhige und liebe Kinder haben.
So, geschlafen hat Ben dann trotz allem erst ab 21.20 Uhr. Trotz fehlenden Mittagsschlafes und trotz gerade mal 9 Stunden Nachtschlaf in der letzten Nacht.Uff.
So zum Abschluß noch die Photoshow für den Mann, nur drei oder vier. Ach ja, Photos gibt es erst mal keine hier, ich habe keinen Adapter, ich kann meine Akkus nicht aufladen.
- Zum Zaun: „Da ist noch nieeee eines der Kinder rübergeklettert…“
- Das Weiße ist übrigens das Bo.bb.ycar vom Sperrmüll
- Ben holt einen Stuhl. Nur für Mama. Meine Oma durfte sich nicht draufsetzen.
- Himbeerräubermäulchen
- „Ben ist rück.wähtz“
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Heute war es relativ ereignislos. Wir haben nichts Besonderes gemacht, nur kurz auf dem Spielplatz waren wir. Ein schönes Telefonat mit Tati bei dem die Kamera auf Praxistauglichkeit getestet wurde, ein kurzes Telefonat mit Jens, meine Tante ist aus Frooonkraaisch zurück und sonst war nix.
Zunächst einmal mußte Mr. Ben sich stärken mit einer extrastarken Morgenmilch zum Wachwerden aus der Mr-Ben-Spezialtasse mit Hundemotiv:

Danach hat Ben mit seinen Autochen gespielt:

Wir sind raus auf den Spielplatz, wo Ben ein wenig im Sandkasten herumgetüddelt ist und mir befohlen hat, mich auf die Kante zu setzen, um mir zu zeigen, wie man mit der Schippe arbeitet: Hastes geseeehn? So macht der Ben das. Mama macht das auch. AHA. Schaukel, Wippe, Rutsche, das ganze Programm eben, sobald er mit dem Sandkasten durch war. Ich habe mich aber schon gefragt, wo bei dem halbwegs tollen Wetter die anderen Kinder waren. Geht man hierzulande nicht raus, sobald ein Wölkchen am Himmel steht?

Die Jacke ist übrigens Größe 68. Paßt doch wie angegossen…oder so…
Muttern hat zum Unwillen des Kindes zwischendurch ein wenig photographiert und sich den Kopf über das „D“ zerbrochen. Mir ist beim besten Willen heute nichts eingefallen, dafür habe ich halt Honigbienchen bei der Arbeit im Klee geknipst. Ich habe Ben eine Biene gezeigt, so von Wegen Wunder der Natur und Interesse und so. Das Rabaukenkind ist draufgetrampelt. Mehrmals. Und fand das ganz fürchterlich lustig.
Danach hat er noch ganz fleißig Tannenzapfen in den Garagenlüftungsschacht geschaufelt…

…und Muttern hat noch ein Blümelein fotafiert:

Danach sind wir wieder reingegangen, wollten nur einen kurzen fliegenden Wechsel machen: ich bleibe drinnen und kuriere die letzten Reste des Jetlags aus, der mich diesmal zwar zum Glück nicht sehr plagt, aber ein paar Nachwirkungen spüre ich doch noch. Meine Mutter geht mit Ben wieder raus. Doch die Rechnung haben wir ja ohne Ben gemacht, der wollte irgendwie und dann doch nicht und war insgesamt so lahm, daß meine Mutter drinnen geblieben ist. Ich habe telefoniert statt Jetlag kuriert. Ben hat geschlafen. Ben ist wach geworden, wir sind zur Werkstatt, bladibladibla…
Ben hat sich, wieder zu Hause, ein Eis gemopst. Vielen Dank an dieser Stelle an meinen Vater, der Ben gezeigt hat, wo das Eis am Stiel ist, denn seitdem läßt der Knilch keine Ruhe und grabscht sich sein Eis notfalls halt selber. Auf kriegt er es auch, wenn es nötig ist mit den Zähnen

Und zum Abschluß des Tages gab es eine Runde Kuchen backen mit Cynthia – meine Mutter hat das Buch auch. Monsterbrownies – für meine Tante, die morgen…nein, heute 60 wird. Und wenn ich das Rezept genau gelesen hätte, bevor ich froh und munter angefangen habe, hätte ich gewußt, warum die Dinger Monsterbrownies heißen. Die sind monströs. Das kann ja kein Mensch essen, der nicht von Natur aus einen Stoffwechsel hat, der schneller arbeitet als man nachschieben kann, denn schon beim Rezeptlesen spüre ich spürt Ottonormalbäckerin die Hüftringe wachsen. Ich habe, wie eigentlich meistens bei Cynthia, kurzerhand die Zucker-, Fett- und Schokomenge drastisch reduziert. Das wird schon hinkommen, das war mir echt zu heftig. Ben hat in der Küche geholfen. Oder so.
Eine Runde Autos gab es noch, wobei ich mir leicht vera***t vorkam, als Ben gefragt hat, wo denn sein rotes Auto sei. Nach.dem ich die roten Autos aufgereiht habe. Um dann mit den anderen Wagen zu spielen. Witzbold, der.

Die Fragen weiten sich aus, neben dem „WO“ hat er inzwischen das „WAS“ entdeckt. Samstag bei meiner Oma hat er einenSchrank aufgerissen und ganz entzückt gefragt: WAS ist das denn? Und meine Oma mußte alles aufzählen: Mehl, Essig, Töpfe, Zucker… Heute auch wieder: die Besteckschublade aufgerissen und gefragt: Was ist das denn? Aufgezählt hat aber keiner, mein Vater hat den Knilch einfach aus dem Weg gesetzt und die Küchenmaschine war ohnehin interessanter.
So, das wars dann heute, viel Gerede über Alltag. Klar, der Mann ist schon über alles im Bilde, aber hat eben noch keine Bildchen gesehen. Ich freu mich übrigens so: das Tati kommt noch mal nach Down Under und bringt gleich noch eine Freundin als Gesellschaft mit
Finde ich gut, ich freu mich schon drauf!
Und wo wir schon mal dabei sind: ich kann nicht schlafen. Den ganzen Tag über bin ich hundemüde durch die Gegend geschlichen und nu? Pah! Und wenn ich jetzt noch erwähne, daß ich permanent schrecklich hungrig bin und heute den totalen Käseflash bekommen habe, springt der Gatte im Viereck, garantiert…ah watt, Achteck
Aber nu, wenn man hier doch endlich mal echten Käse bekommt! Und wenigstens habe ich den O-Saft in Ruhe gelassen.
Ich habe einen kleinen Tick, etwas, das meine Oma vor Urzeiten schon ganz fuchsig gemacht hat: ich lasse immer und grundsätzlich die Löffel im Kaffee, Tee oder was auch immer. Löffel in Tasse – konnte meine Oma nicht leiden. Die hat immer fürchterlich geschimpft, wenn ich das gemacht habe und mir die Löffel aus der Tasse entfernt. Als ich damals von zu Hause ausgezogen bin, habe ich das sogar genüßlich mit Absicht gemacht, die Löffel in der Tasse gelassen. Einfach nur, weil keiner das mehr kontrollieren konnte.
Und jetzt? Jetzt habe ich Ben statt meiner Oma. Es macht ihn ganz fuchsig, wenn ich die Löffel in der Tasse lasse und er fischt die immer ganz empört raus. Ich weiß es jetzt: das ist keine Benimmregel, das ist Vererbungssache!
Heute haben wir als Familie mal was ganz besonders Tolles gemacht, nämlich einen Familienausflug zum Arzt. Unsere Visa laufen aus und für die Erneuerung brauchen wir eben diesen medizinischen Unfug diese medizinische Untersuchung. Mit Ben beim Arzt, das war lustig. Zunächst einmal, so für die ersten zwei Sekunden oder so, war alles ganz harmlos. Wir sind aus dem Aufzug in das Wartezimmer gestiegen und haben uns erst einmal umgeschaut. Mir graute es ein wenig: vorhanden waren nämlich ein ganzer Haufen Leute und keine Spielgelegenheit. Luxus beim Arzt in Form von abgegrabbelten Magazinen und speckigem Spielzeug gibt es nämlich nur, wenn man in Down Under bleiben darf. Nicht für Visa-Bewerber.
Nach einem tiefen Seufzer haben wir uns die Formulare geholt, einen Platz gesucht und wollten uns durch den Papierkram kämpfen. Ich dachte ja, daß Ben sich zumindest zwei Minuten oder so mit den mitgebrachten Autos beschäftigen würde. Da habe ich leider die Rechnung ohne das Spielgerät gemacht, das direkt neben unseren Sitzen prangte: ein Trinkwasserspender. So ein Dingen eben, aus dem Wasser rauskommt, allerdings ohne Wasserbehälter obendrauf, das hätte die Sache wohl nur noch schlimmer gemacht. Ben hat natürlich alles stehen und liegen gelassen, um dieses Gerät zu untersuchen. Nach zwei Sekunden hat er den Dreh rausgehabt und die nächste halbe Stunde waren wir damit beschäftigt, das Kind davon abzuhalten, sämtliche verfügbaren Pappbecher – es waren viele – zu füllen, das Wartezimmer zu fluten und überhaupt. Ganz ohne Geschrei ging es nicht.
Irgendwann hatten wir es trotz dieser Ablenkung geschafft, die Formulare auszufüllen und die abzugeben. Das klingt simpel, war es aber nicht, denn wir sind schließlich mit einem überneugierigen Kind gesegnet. Er wollte auf die Theke rauf. Kucköööhn! verlangte das Kind vorwurfsvoll. Ja, er durfte kucköööhn. Alles andere wäre zu laut gewesen. Was er noch nicht kapiert hat, ist, daß man ausschließlich mit den Augen kucköööhn kann. Wenn Ben kucköööhn sagt, dann meint er damit nämlich eigentlich: Laß mich hier über die Theke klettern und mich in dem Papierkram, den Stiften, dem Computer und überhaupt wälzen! Kucköööhn ist nicht witzig. Kein bißchen. Damit das mal klar ist!
Ben hat von den netten Damen, die sehr verständnisvoll waren, Papier bekommen, was gut war, das hat ihn nämlich für etwa 10 weitere Minuten beschäftigt gehalten. Ich durfte nämlich schreiben. Mein merkwürdiges Kind hat verlangt, daß ich ihm Wörter aufschreibe und male. Laster zum Beispiel. Mama Laster sreiben. Malen. Mit Annnhän-ga. Mama Annnhän-ga sreiben. 10 Minuten, diverse Laster, Anhänger, Autos, Giraffen, Züge, Kuchen, Kakadus, Kekse, Kakao, Kaffee später wurde Kindelein mit einer Banane abgespeist, danach fing das Theater mit dem Wasser wieder an. Ich jedenfalls wurde gut mit Flüssigkeit versorgt. Gesund ist das ja. Geschrei gab es auch, als das Kind nicht auf den Sitzen herumspringen durfte. Nicht die Aufzüge bedienen durfte. Keine Schokolade bekam, denn von allen Dingen, die in einem Wartezimmer nichts zu suchen haben, war ausgerechnet ein Süßkramautomat da. Geschrei. Gezappel. Wasser wurde verlangt.
Im Behandlungsraum zappelte er herum, flitzte unter den Abtrennvorhängen durch, hüpfte auf dem Foltergerät der Waage herum. Im sparaten Wartezimmer für die Röntgenaufnahmen hat man uns gebeten, bitte draußen zu warten, bis wir dran sind – Ben hat permanent versucht, die Theke zu stürmen. Er wollte ja wissen, was dahinter ist.
Was er nicht toll fand, so ganz und gar nicht, war die ärztliche Untersuchung. Da hat er die Praxis zusammengebrüllt. Zum Glück war die Tortur danach vorbei, wir konnten nach Hause und ich freue mich schon auf den Flug nächste Woche. Und wie!





















