Unglaublich, diese Dripping-Technik von Ben. Fast schon Pollockesk könnte man sagen. In wilden, puren Lokalfarben prügelt Ben auf den Malgrund ein. So ausdrucksstark, so expressiv, so wild in seiner einmaligen Zweipinseltechnik - schon sehr lange konnten wir das in der heute geradezu schon schläfrig gewordenen Kunst nicht mehr beobachen.
Er verläßt die konventionell gewordene Formel der zeitgenössischen Malerei, findet in seinem Rückgriff auf die schon fast in Vergessenheit geratene Leinwandkunst eines Jackson Pollock seine neue Gebärdensprache der Kunst. Tatsächlich: mit keinem Geringeren als diesem Großen der amerikanischen Nachkriegsmalerei kann man das Werk Bens vergleichen. Es ist ihm in der Tat ebenbürtig.
Doch verweilt er nicht in dieser bequemen Nische - zu leicht, zu platt wäre es, sich lediglich auf die Technik rückzubesinnen und sich zurückzulehnen und auf die Bewunderung des Publikums zu warten. Nein, Ben geht natürlich in dem Rückgriff auf altbekannte, vertraute Formen weit über diese hinaus - er gestaltet so seine eigene, ganz unverkennbare Ben-Sprache.
Immer noch beschäftigt sich Ben mit dem vergänglichsten Medium: den Lebensmitteln. Statt aber lediglich, wie früher in seiner Kunst geschehen, diese pur auf den Tisch zu verteilen und auf Mama zu warten, die das Kunstwerk schnöde zerstört, hat er diesmal einen raffinierteren und gleichzeitig dauerhafteren Weg gefunden: Hier werden die Lebensmittel zur Farbe.
Was er damit sagen will? Wir wissen es nicht. Staunend verweilen wir vor diesem Werk, rätseln, bewundern die pure, reine, wilde Farbe, die sich in beinahe schmerzhaften Wirbeln in die Augen des Betrachters brennt. Nicht das Vergängliche ist das Hauptthema, diesmal ist es das Chaos. Chaos, das die Welt bedeutet. Die reinen Farben, ehemals pur und unvermischt im Becher, werden auf der Leinwand des Lebens in unvorhergesehener Weise miteinander vermengt, vermischt. Sie fließen ineinander, stoßen sich ab wie die gleichen Pole zweier Magneten. Die Leinwand, die Farben - brutal und unreflektiert - nichts weniger als die Ganzheit des Lebens wird hier mit den kargsten Mitteln zur Schau gebracht.
Übrigens haben wir hier die ein paar Tage vorher entstandene Bobbycar-Garage auf diese Anregung hin versucht zu verschönern; leider kann diese Matscherei nicht annähernd das Wasser reichen. Ich fürchte aber, daß auch dieses ein sehr vergängliches Werk werden wird. Jedenfalls werden wir das Bobbycar nicht darin parken. Naja, wenigstens hats Spaß gemacht ![]()











