Meine Eltern haben in D. einen Stammspielplatz, den sie schon besucht haben, als mein Bruder noch klitzeklein war. Den kannte ich noch gar nicht. Heute sind wir bei dem tollen Wetter natürlich da hin gefahren. Es handelt sich eigentlich um einen Freizeitpark. Man kann Sport machen, Tischtennis und Basketball und Minigolf spielen, auf der Wiese picknicken und auf dem Spielplatz toben.
Da gibt es eine Wasserecke, in der sich hauptsächlich die Klitzekleinen vergnügt haben, einen Hindernisparcours für die Größeren. Außerdem war das Publikum bunt gemischt: blond, blauäugig, dunkle Augen, Löckchen, dunkle Haut, prollig, intellektuell, Hausmeister, Denker, Säufer, Müslis…kurz gesagt, es war ein richtig schöner Spielplatz.
Ben hat den auch toll gefunden und sich da fast komplett aufs Spielen konzentriert. Bis auf ein einziges Mal hat er kein Kind angefallen und dieses eine Baby nur aus Begeisterung, weil es so niedlich war. Den kleinen, etwas bossigen Lockenschopf, den er danach im Spielehaus getroffen hat, hätte er wahrscheinlich am liebsten mit nach Hause genommen. Ganz Gentleman-like hat er der Lady sogar was von seinem Wasser angeboten. Das sogar noch, bevor er selber getrunken hat!
Überhaupt zeigte er sich ganz gutmütig, er ließ sich von den größeren Kindern ständig die Schippchen abnehmen und…es war ihm total egal. Dann hat er eben woanders eine geklaut “organisiert”. Sehr bemerkenswert fand ich einmal, daß er sein geklautes pinkfarbenes Schippchen auf Nachfrage der Eigentümerin ganz brav abgegeben hat.
Nun ja, es ging, wie ich fand, ohnehin sehr gesittet auf dem Spielplatz zu, nur um die schönsten Schippen entbrannte manchmal ein Kleinkrieg. Ein Kleiner hat Ben ganz empört angemotzt - nicht etwa, weil Ben ihm was weggenommen hätte, das hat ein anderer Knirps schon getan sondern weil Ben ein Boot als Schaufel mißbraucht hat: “Das muß auf dem Wasser schwimmen! Das geht so nicht! Ich zeig dir das, GIB HER!” Die ganze Schiffahrtsangelegenheit hat den Kleinen so beunruhigt, daß er sogar sein wie ein Augapfel gehüteten Sandbagger einem anderen Kind überlassen hat. Ben hat ihn wie ein Auto angeguckt und dann in aller Ruhe weitergespielt.
Noch etwas Bemerkenswertes war heute: Ben war auf dem Spielplatz anfangs der Beobachter. Er hat sich alles erst mal ganz genau angeschaut, sich dann entschieden, was er machen will und verwandelte sich dann innerhalb von Lichtsekunden in das mit Abstand dreckigste Kind des ganzen Platzes. So muß es schließlich auch sein, oder etwa nicht?
Naja, und eine Mutter ist ja immer da, die in aller Ruhe ihr Kippchen raucht, stundenlang mit allen Möglichen Leuten quatscht und der dann erst auffällt, daß ihr kleiner Engel über und über mit Matsch bedeckt ist und lauthals keift wie ein Marktweib, weil Spatzi sich dreckig gemacht hat.
Und wir hatten nichts dabei! Nur Wasser. Keine Apfelschnitze, keine Bananenscheibchen, keine Dinkelstangen, nichts!





















































































