Das Wochenende war ausgesprochen unschön. Nicht alles, einiges davon war wirklich nett, aber insgesamt muß ich das Fazit ziehen, daß unser letztes Wochenende in Deutschland schlicht und ergreifend nicht wirklich prickelnd gewesen ist. Zum einen: es war zu viel des Guten. Jens hätte alleine fahren müssen, denn Ben war derart überladen von Eindrücken und Leuten, daß er nicht mehr zu bändigen war – was mich wiederum gestreßt hat, so daß ich auch nicht so wirklich genießbar war. Außerdem hat die Tatsache, daß Ben und ich meistens auf dem Zimmer verbracht haben, um zu verhindern, daß er völlig durchknallt, sehr dazu beigetragen, daß ich jetzt den Ruf eines Partykillers habe. Was mich eigentlich jetzt auch nicht weiter stört, nur eben, daß es vor diesem anstrengenden Flug besser gewesen wäre, Ben nicht noch mit weiteren Eindrücken zu überfrachten.
Wir waren im Süden der Republik, genauer gesagt, in der Gegend von Stuttgart, wo Jens noch mal eben schnell für ein paar Stunden in die Firma gehuscht ist. Ben und ich haben uns Dinosaurier angeguckt, das ensprechende Museum war quasi nebenan. Dabei konte ich die Feststellung machen, daß Ben sich nicht die Bohne für die Urzeitviecher interessiert hat, sondern lieber in der museumseigenen Grabungsstätte unten im Keller gewühlt hat und „Kuchen“ gebacken hat.
Danach sind wir nach Go…irgendwas gefahren, wo das Treffen von Jens’ Lieblingsforum stattgefunden hat. Am ersten Abend ging es ja noch gut, auch wenn Ben aufgedreht war. Er hat, sehr niedlich, sein Eis freiwillig mit einem anderen kleinen Mädchen geteilt. Und das, wo er Eis so gerne mag. Am nächsten Tag durfte ich dann alleine losziehen nach Sinsheim, wo es ins Technikmuseum ging. Klar, Stuttgart, Staatsgalerie und so weiter, aber das war alles so weit weg, da hätte ich über eine Stunde fahren müssen. Sinsheim lag nebenan und war auch ganz nett. Jens hätte es wahrscheinlich wesentlich interessanter gefunden, aber gut, so ist das nun mal.
Und das da wäre meine 107 geworden, wenn wir nicht gerade geflogen wären:
Landschaftlich war es auch nicht so schlecht da, schade nur, daß das Wetter nicht mitspielen wollte. Aber wahrscheinlich hätte ich eh nur Bäume oder so photographiert:
Am Sonntag ging es in aller Eile zurück. Wir haben dann noch die letzten Sachen ge- und umgepackt und sind los.
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Kein Zweifel: die letzten Tage waren Streß fürs Kind. Zu viele Stimuli und Leute führten dazu, daß Kindeklein leicht daneben war. Das äußert sich nicht nur in manischer Umhertollerei, sondern auch in vermehrten Angriffen auf andere Kinder, die sich dem Eumel nicht mehr ohne Gefahr für Leib und Leben nähern konnten. Wir Eltern haben das auch hautnah zu spüren bekommen, mein rechter Unterarm ist eine einzige Ruine aus Kratzern und blauen Flecken. Streß halt. Ben reagiert sich mit Kneifen und Beißen ab, immer wenn ihm danach ist.
Blöderweise reagiert er auch so, wenn er Langeweile hat. Zu viel tut weh, zu wenig auch. Hach, es ist nicht leicht, das richtige Maß zu finden. Ich hoffe, diese außerordentlich ätzende (und schmerzhafte) Phase ist bald vorbei.
Ach ja, Ermahnungen und Co.: er reagiert auf nichts und gar nichts. Im Streß vergißt er alles wieder.
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Rabenmutter, ich. Ich habe keine Lust mehr, mit dem Kind zu spielen. Seit Stunden sitze ich nun neben dem Kind und gucke ihm mehr oder minder zu, wie er begeistert sein altes Spielzeug begrüßt. An sich ja ganz toll, nur eben, daß ich daneben sitzen muß und kaum was anfassen darf. Das macht müde. Ich sitze da, Ben quasselt und quasselt und labert und rhabarbert und ich merke, wie sehr mir das auf die Nerven geht. So richtig aber. Nach dem langen Flug und dem wenigen Schlaf darf ich ja wohl ruhig einmal jammern, daß mein Kind einfach keinen Bock hat, alleine zu spielen, obwohl er das durchaus kann. Ich darf auch jammern, daß ich jetzt wirklich keine Lust mehr habe, noch irgendetwas zu machen und gerne jetzt nach den letzten 30 Stunden oder so ein wenig Zeit zum Entspannen gebrauchen könnte. Ich bin müde, fühlt sich an wie von der Zeitmaschine zwei Jahre zurückgeworfen.
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So, jetzt sind wir wieder in weiter Ferne. Oder zu Hause, je nachdem, wie man das sieht. Der flug war so lala; während Ben beim ersten Abschnitt wie vorgesehen geschlafen hat und auch während der ersten fünf Stunden des zweiten Fluges, war er danach knallewach, bzw. vollkommen überdreht. Das vorgesehene Hypnotisieren mittels Filmen hat – ganz ungeplant – nicht geklappt. Ganze zehn Minuten war Ben bereit, sich den Film mit dem Roboter anzugucken, danach wurde es ihm langweilig. Jens hat dann gegen Ende herausgefunden, daß Ben zwar Fernsehen mag, aber das zu unkommunikativ findet. Er redet leidenschaftlich über den Film – während dieser läuft! Nun ja, das muß man erst mal wissen.
Leider fand er auch alle anderen angebotenen Aktivitäten langweilig – von Malen über Aufkleber kleben bis hin zu Autos spielen. Einzig die zwei Handpuppen, die wir im Flieger bekommen haben, konnten ihn eine Weile fesseln. Die Aktivitäten, die er sich so hat einfallen lassen – sprich: über die Sitze klettern oder andere Kinder ärgern – fanden wir dann wieder nicht so klasse.
Aber wie auch immer, wir sind heil angekommen und alle redlich müde. Das Durchschleusen durch den Flughafen ging glücklicherweise schnell, der große Pulk kam hinter uns und hat den Zoll verstopft. Und auch die Taschen und das Durchleuchten bezügl. etwaiger Lebensmittel ging schnell. Also, gute Nacht dann… *gääääähhhn*



















