Hey, Mr. Ben!


Mittelalter
März 31, 2009, 17:15
Gespeichert unter: Alltägliches

Mitten im Mittelalter befinde ich mich jetzt, im allertiefsten, während der Kreuzzüge von Richard Löwenherz. Literarisch gesehen meine ich natürlich. Mir ist das zugegebenermaßen recht peinlich, denn normalerweise lese ich historische Romane nur heimlich im Dunkeln unter der Bettdecke nicht. Zumindest die Frauenhistorienromane mit den ach so tapferen Heldinnen, die sich wider alle Ungünstigkeiten gegen unerwünschte Gatten und wütende Unholde wehren und sich behaupten und sowohl den Traumjob als auch den Traumprinzen bekommen. Und allesamt unglaublich schön und begabt und klug und…*schüttel* natürlich schmachte ich bei einigen, aber nur heimlich…

Quelle: Fantastic Fiction

Quelle: Fantastic Fiction

Auch hier so: unglaublich naive, schöne, kluge, blondgelockte und natürlich fürchterlich adelige Heldin trifft beim Wegrennen vor dem schwarzen Mann auf starken Ritter, trifft Löwenherz und so weiter. Ein bißchen schwierig zu lesen, viele Ausdrücke sind so altertümlich, daß ich die nicht kenne. Was mir an dem Buch gefällt, weiß ich auch nicht so genau. Jedenfalls finde ich die Atmosphäre überzeugend und mir kommt das alles auch nicht so ganz schlecht recherchiert vor; ich muß aber gestehen, daß ich mich in der Zeit nicht so richtig auskenne.

Also, irgendwie…ja, ein wenig zum Schmachten ist es. Mir gefällt es. So. Jetzt ist es raus. *rotwerd*

Also, Rosa, vielleicht ist das ja auch was für dich? Weil ich nämlich direkt an dich denken mußte, als ich das Buch gesehen habe und es ohne dich gar nicht mitgenommen hätte ;-)



Faule Kompromisse
März 31, 2009, 16:54
Gespeichert unter: Über Erziehung und so

Eben im Supermarkt, wir brauchten Milch. War ja klar, wir hatten schließlich nur einen Wochenvorrat von gerade mal acht Litern gehabt und der ist jetzt alle. Also ab, Milch holen, ohne Milch kann ich keinen Kaffee trinken.

Was mich in Supermärkten ungemein ärgert sind die verflixten Waren für Kinder. Süßgkeitenregale, bunte Ostereierinseln in der Mitte des Ganges, Schokostereierwasserfälle an den Seiten, zwischendurch ein wenig Spielzeug. Und genau da gab es eine kleine Unterbrechung im Einkaufsfluß. Kurz vor dem Milchregal, der Wagen ist mit exakt einem Beutel Zwiebeln gefüllt, springen Lokomotiven in bunt in Bens Augen. Ben macht eine schnelle 120-Grad-Kehrtwendung und grabscht sich die „blaaaue Lok„.

Beste Zutaten für ein kleines Drama: Kind will, Muttern nicht, dazwischen steht das blaue Plastikding. „Mit Männchen“, betont das Kind. Macht es trotzdem nicht besser. Ich sage nein. Kind sagt beharrlich „doch“. Ohen Schreierei, ohne Gekreische, ohne Drama. Eben nur fürchterlich hartnäckig dieses „Doch! Ben blaaaue Lok haben. Mit Männchen!“ Entschiedene Weigerung auf Mutterns Seiten: „Nein, leg das Ding zurück. Du kannst hier rumstehen und noch so sehr wollen, das Ding bleibt hier! Leg es bitte zurück!

Nein, Ben will das Teil zur Kasse tragen, die Diskussion geht weiter. Zwischenzeitlich kommt ein weitere Gegenstand des Begehrens ins Kindeleins Fingerchen, das da wäre ein Laster. Ich gehe den Kompromiß ein: „Laster darfst du, die Lok bleibt hier.

Was ich so bemerkenswert finde war nicht, daß ich als Verhandlungspartner jämmerlich bin: ich habe Ben den Laster zugestanden und mußte noch eine Tüte Schokoostereier in die Verhandlungen bringen, bevor das Kindelein den blauen Plastikmüll zurücklegt, doch es ging eben ohne großes Gebrüll und Gekreische ab. Sehr höflich alles. Sogar der restliche Einkauf ging in aller Ruhe ab.

Okeeeh, gelogen. Ein klitzekleines Drama gab es: ich habe Ben inmitten der schärfsten Verhandlungen gesagt, daß er gerne die Lok durch den Laden schleppen darf, nur eben nicht zur Kasse, womit er auch einverstanden war. Am Milchregal gab es dann das Gekreisch und Gebocke, weil er unbedingt die Milch schleppen wollte (Ben ‘leeeeine machen! Ben ‘leeeine Milch trag-en!!) und das mit vollen Händen einfach nicht ging. An dieser Stelle hat die blaue Lok wohl erheblich an Attraktivität verloren.



Bens blaue Phase
März 30, 2009, 21:33
Gespeichert unter: Basteln mit Kindern, Ben hat Spaß

Im Moment wird hier im Hause DownUnder geknetet. Schon seitdem wir aus dem Urlaub zurück sind, fragt Ben als allererstes – nach dem Aufstehen, beim Nachhausekommen, nach dem Essen, noch im Kindergarten – nach seiner blauen Knete. Es wird geknetet, auf der Masse herumgetrampelt, sich draufgesetzt, geschnitten, geschnibbelt, zur Straße gemacht, sie dient als Schienenstrecke, Schnecken werden gebastelt, es enstehen luftige Kuchen, blaue Würstchen, die zum Probieren gereicht werden, Löcher werden hineingebohrt, Abdrücke der Finger genommen. Geknetet wird zu jeder Tageszeit und Gelegenheit: beim Frühstücken, beim Auto spielen, beim Mittagessen, beim Spazierengehen, beim Musikhören – passend zur blauen Knete eben melancholisches Zeug von Cohen (ein Kleinkind, das auf Cohen steht und extra laut dreht???).

Es ist alles in dieser blauen Masse drin: Staubflusen, Krümel, Joghurt, eine Nudel, meine Haare. Obendrein klebt dieses verdammte Mistzeug die Knete überall. Auf der Arbeitsplatte, in Bens Hosen, in meinen T-Shirts, in Bens Haaren, im Badezimmer, auf dem Boden, unter Bens Fingernägeln. Gestern habe ich gute 20 Minuten gebraucht, allein, um die Küche wieder halbwegs hinzukriegen, da dieses Zeug auf dem Boden angetrocknet ist. Seitdem herrschen striktere Regeln: geknetet wird nur noch auf Bens Knetholzplatte. Alles andere ist Tabu. Zum Glück ist die wasserlöslich, daher in den Klamotten kein bißchen schlimm.

benmitknete

Ich weiß ja, daß Kinder mit möglichst vielen Materialien experimentieren sollen, daß es die Phantasie anregt und so weiter. Aber trotzdem haben der BesteEhemannvonWelt und ich uns darauf geeinigt, vorerst keine Knete mehr zu kochen. Es ist einfach zu überwältigend. Ich fürchte nur, ich werde den Aufforderungen nicht widerstehen können. Nun ja, auch das ist nur eine Phase…



Improvisation
März 30, 2009, 17:46
Gespeichert unter: Kulinaria

Wenn man lieber noch was wegschaffen will statt zu kochen und daher was ganz Schnelles improvisiert, dann kann dabei etwas herauskommen, das schmeckt.

Kann, muß aber nicht.



Ben und die anderen Kinder
März 30, 2009, 12:08
Gespeichert unter: Auf dem Spielplatz, Ausflüge & so

Das Wochenende war recht ereignislos, wir sind nämlich zu Hause geblieben. Zunächst einmal, weil ich mich schlicht geweigert habe, noch einen Meter mehr zu fahren als unbedingt notwendig. Ausflug? Nein danke, bitte nicht mehr fahren! Es war zwar schön im Urlaub, aber ich muß jetzt auch mal ein paar Tage ohne fahrbares Gerät unter Allerwertesten haben. Sowieso hat sich dann herausgestellt, daß die Batterie im Auto schlapp gemacht hat – schon blöd, weil Jens eigentlich einen Termin in Queensland hatte und dringend zum Flughafen gemußt hätte. Nun ja, fliegt er statt dessen morgen.

Samstag haben wir den ganzen Tag zu Hause gefaulenzt, dafür waren wir am Sonntag kurz zum Strand. Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu, da werden wir die paar schönen Tage noch nutzen müssen. Ben spielte, mit Schaufel und Eimer bewaffnet, bis es ihm zu langweilig wurde und er anfing, mit Sand zu werfen *augenroll*

schaufelcben-mit-schaufelben-am-strandstrandvergngen

Ermahung fruchtete nichts, also wurde zusammengepackt und zum Aufbruch geblasen, was natürlich dem jungen Mann nicht gepaßt hat. Kurzes Drama, Schaufel und Eimer flogen durch die Gegend und zum Schluß die Erkenntnis: Hat keinen Zweck, Mama und Papa lassen sich nicht beirren. Aber dafür lassen wir uns auf faule Kompromisse ein, denn neben dem Strand ist ein Spielplatz und Ben wollte noch ein Mal rutschen. Ein Mal. Und noch mal. Und noch mal. Und noch mal…

Es war ja Sonntag, daher haben wir ihn gelassen, zudem er richtig begeistert mit anderen Kindern gespielt hat. Ja, richtig gelesen: begeistert gespielt. Scheinbar legt er endlich, endlich, endlich dieses Schlägerverhalten ein wenig ab. Nicht, daß es ganz weg ist, dieses Hauen, Beißen, Kratzen, aber es wird deutlich besser. Wenn er müde ist oder ihm irgendetwas nicht paßt (Ben, wir wollen gehen…) und ihm die Worte fehlen, das auszudrücken, dann wird er wieder überwältigend, aber sonst, im Großen und Ganzen, wird es scheinbar langsam besser.

Nicht, daß er nicht immer noch intensiv ist. Ben ist immer intensiv, er ist da, das merkt man immer. Ben ist immer derjenige, der am lautesten giggelt, kichert, kreischt, weint. Er war z.B. das einzige Kind, das unter lauter anderen zwei- und dreijährigen nicht brav mit Mama und Papa angestanden hat am Zoll…Auf dem Spielplatz hat er jedenfalls begeistert sämtliche Kinder in etwa seinem Alter begrüßt, wobei die anderen Kleinen die Begrüßung nicht immer zu schätzen gewußt haben, da er stürmisch umarmt hat. So als Auftakt sozusagen. Danach hat er die anderen Kleinen angeflirtet, entzückt gelacht und denen danach eine Frikadelle an die Backe gelabert – so viel dazu, daß Jungs nicht so gut mit Worten seien und so. Ben ist der Gegenbeweis, er labert und labert und labert. Egal, ob die anderen was verstehen oder nicht. Auf der Rutsche beispielsweise hat er einem Geschwisterpärchen lang und breit erklärt, daß da eine Rutsche ist, daß es Spaß macht, da hinunterzurutschen und überhaupt. Dabei neigt Ben auch leicht zu Wiederholungen. So lange, bis der andere über die Hängebrücke zur anderen Rutsche geflüchtet ist. Also, doch kein so übles Sozialverhalten, ne!

Ich war übrigens sehr überrascht, wie wenig agil andere Kinder sein können. Ein Zweijähriger, den wir gesehen haben, konnte sich kaum allein auf der Rutsche halten oder die Gerüste hochkraxeln – das, was Ben mit links hinlegt und auch schon letztes Jahr weitgehend konnte. Im Urlaub haben wir einen getroffen, der ein wenig älter war als Ben und motorisch deutlich schlechter war – wohl, weil seine Eltern ein wenig übervorsichtig waren. Der arme Kleine durfte nicht mal allein die Leiter zur Rutsche hochklettern. Wir hingegen sind da wohl zu überschätzend, denn Ben ist ausgerechnet von dieser Leiter runtergeplumst. Passiert ist nix. Zum Glück!

Unangenehm war auch die Erfahrung, daß auch Australier nicht immer so fürchterlich gesellig sein können, wie die sich immer geben. „Bloß weg, bevor man sich unterhalten muß mit diesen Fremden“, war wohl die Devise der Eltern des Zweijährigen, der so schlecht gerutscht ist. „Ignorieren“ war die Devise der Eltern der kleinen Blondgelockten, mit der Ben zwischendurch auch noch gespielt hat.



Erholt
März 28, 2009, 10:20
Gespeichert unter: Über Erziehung und so

Gut erholt scheine ich nach dem Urlaub zu sein, wirklich.

Ben hat gestern meine Küche mit Knete verschmiert, das Zeug trocknet und klebt überall. Er hat daraus eine „Straße“ und „Schienen“ gebastelt. Und darauf herumgetrampelt.

Beim Abendessen hat er „Herzpfannekuchen“ in sich hineingestopft. „Herzpfannekuchen“ sind übrigens herzhafte Pfannekuchen mit Käse und so weiter. Als er fast satt war, hat er beschlossen, daß die Herpfannekuchen in Orangensaft getunkt doch viel besser schmecken würden. Stolz stand er da und verkündet, daß er Herzpannkuuuchen im Orangensaft hat.

Heute wieder das gleiche Spielchen mit der Knete.

Melone wurde halb gegessen, halb zerpfückt – das untere Ende nahe der Schale schmeckt schließlich nicht. Grinsend stand er am Tisch und zerkrümelte seine Melonenstücke, die er anschließend halb vom Boden aufgehoben, halb wieder in den Mund gestopft hat.

Jetzt tobt er hier herum, weigert sich, eine Windel oder sonstiges anzuziehen, trägt seine Knete mit sich herum und rennt bei Androhung von „Windel“ kicherndkreischend weg.

Und ich? Ich bin so was von erholt, das tangiert mich nicht mal am Rande. Ich lasse ihn machen und muß permanent über diesen Dummfug grinsen. Nur bei Knete in Joghurt habe ich keinen Spaß mehr verstanden. Pädagogisch unwertvoll? – wahrscheinlich. Nervenschonend? – Aber sicher doch!



Die Eumelfamilie im Elbenland
März 27, 2009, 23:58
Gespeichert unter: Ausflüge & so, Geknipstes, Sightseeing, Urlaubiges

Wir waren in Westport stehen geblieben. Dort konnten wir einen sehr malerischen Sonnenuntergang beobachten und Seelöwen in freier Wildbahn.

Sonnenuntergang in Westport

Sonnenuntergang in Westport

Seelöwen-Kolonie in Westport

Seelöwen-Kolonie in Westport

Von da aus haben wir die Westküste dann endgültig verlassen und sind über die Berge in Richtung Nord-Osten getuckert. Der Marlbourough-Sound war unser nächstes Ziel, das hatten wir beim letzten Neuseeland-Urlaub noch nicht gesehen. Ich bin gefahren, daher ging das alles ganz gemütlich langsam. Schließlich war die Strecke kurvenreich. (mehr…)



Die letzten
März 27, 2009, 17:09
Gespeichert unter: Alltägliches

Die letzten sind da, sichtbar. Zähne im Kiefer, was denn sonst? Sabbernd und fiebrig und motzig war das Kindelein die letzten drei Tage, Schmerzschreiend beim Zähneputzen und siehe da, was gestern zum Vorschein kam! Die Motzigkeit kam nicht ausschließlich von dem Reisestreß und der kleinen Erkältung, die sich das Kindelein in die Knochen geholt hatte, weil es zwei Stunden patschenaß und bei herbstlichen Temperaturen draußen spielen durfte. Ja, ich bin eine Rabenmutter, aber der Knilch hatte so viel Spaß am Reifensaubermachen…!

Das Sabbermäulchen machte sein Mündchen auf und die letzten drei Zähne rechts, links, oben, unten blitzten. Stolz bei Muttern und beim Kindelein, das gar nichts verstand. Eben, außer daß Muttern stolz war. Zähneputzen war dann auch gleich halb so schlimm.



Alltag
März 27, 2009, 15:34
Gespeichert unter: Urlaubiges

Frau Downunder meint: Alltag ist doof. Ich will meinen Urlaub wieder.



Wir sind wieder da
März 27, 2009, 12:54
Gespeichert unter: Geknipstes, Sightseeing, Urlaubiges

Wir sind wieder da. Also, ja, weiß, das war sehr unhöflich, einfach so ohne Abschied abzutauchen. Aber irgendwie hat sich das nicht mehr ergeben, daß ich kurz vermelden konnte, daß wir jetzt weg sind. Und während des Urlaubes…ich hatte mir immer wieder vorgenommen, mich wenigstens ein Mal aus dem Urlaub zu melden, aber irgendwie hat sich das auch nie ergeben. Außer am letzten Tag, nur leider waren die Möglichkeiten ausgerechnet auf diesem Campingplatz reichlich beschränkt, bzw. es gab nur W-LAN und das hat des besten Ehegesponses Rechner nicht installiert.

Aber jetzt sind wir ja wieder da. Eigentlich auch schon seit Mittwoch, ich wollte es nur erst mal sacken lassen und die Photos angucken. Richtig viel erlebt haben wir eigentlich nicht so richtig, wir sind herumgefahren und haben viel gesehen. Für Ben war das alles ganz aufregend: mit dem Taxi zum Flieger, Flugzeug, mit dem Taxi zum Hotel. Unser Kleiner ist übrigens schon recht gut konditioniert: er fühlt sich ohne Kindersitz unsicher im Auto und hat das auch angemäkelt. In Neuseeland sind Kindersitze ab zwei Jahren nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben und daher hat auch kein Taxi einen Kindersitz dabei.

Die erste Nacht im Hotel, chaotisches Frühstück, weil Ben immer wieder rauslaufen wollte und die Trams sehen wollte, die direkt am Hotelcafé vorbeigetuckert sind. Züge und kleine Jungs – das scheint eine besondere Beziehung zu sein. neuseeland09001-1

(mehr…)