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Ach ja, Photos. Die hatte ich ganz vergessen. Die hat Herr Gemahl heute gemacht. Etwa 100.000 Bilder von dem Rennen sind entstanden, die ich der geneigten Leserschaft zum allergrößten Teil vorenthalte. Gemein, nicht wahr?
So nett Motorräder auch sind, mir ist durchaus bewußt, daß 99,8 % der Menschheit es langweilig findet, ein Motorrad nach dem anderen auf Photos zu gucken. Das ist schlimmer als ein Diaabend nach einem Ostseeurlaub mit der Omma. Das wäre…hm, das wäre so, als würde ein Zwergpudelzüchter einem ganz begeistert Photos von seinem Urlaub in Zwergpudelzüchterhochberghausenparadies zeigen. Ein Pudel, noch ein Pudel, noch ein Pudel und die sind alle irgendwie gleich aber doch ganz anders…für andere Zwergpudelzüchter das Höchste der Gefühle, für den Rest der Welt: *gääähn*
Nein, Jens fand es toll, er war begeistert, ich fand es auch sehr schön. Hauptsächlich wegen Picknick, Gesellschaft, Grün und Entspannung. Ich muß allerdings zugeben, daß ich vom Rennen, dem Grund, weswegen wir da waren, nur marginal was mitbekommen habe. Macht ja nichts, morgen ist auch noch ein Tag.
Angekommen, ausgeschlafen und ein herrlich entspannter Nachmittag im Grünen mit Sonne, Wärme, Picknick, Freunden und Motorrädern. Wir haben uns nämlich das Superbike-Rennen angeguckt, das hier stattfand. Kann auch gar nicht anders sein bei einem Mann, der Motorradfreak ist. Nun gut, da ging es eben um Zweiräder, die rundherum fuhren. Immer wieder, möglichst schnell und jeder wollte der erste sein. Bis auf denjenigen, der zwischendurch eine Pin.kel.pause eingelegt hat. Nun ja, was soll man auch anderes machen, wenn einem gerade der Motor abgesoffen ist und gerade mal drei, vier, zehn, zwanzig Besucher Zehntausende sich das Spektakel ansehen. Da kann man im Notfall halt auch schon mal die Hose runterlassen. Ist ja nun nicht so, als ob das im Fernsehen übertragen würde oder so…
Am Anfang fand Ben die Motorräder sehr spannend und ist jedesmal vor lauter Aufregung fast vornübergekippt, als die Kisten wieder vorbeigerast sind. Später wurde dann der Cricketschläger interessanter, die Bälle, das Essen vor allem. Das war übrigens das erste, was er gesagt hat, als wir angekommen sind: Äääässsääännnn! Er war noch im Sitz festgeschnallt! Aber hungrig. Kein Wunder, wenn Mössjöh der Meinung ist, daß Frühstück was für Weicheier ist und Marmeladenbrote auf den Boden gehören statt in die Schnute.
Ässäääännn also. Wir haben unsere Picknickköstlichkeiten ausgepackt, M. und M. mit Sohn B. sind kurze Zeit später dazugestoßen und haben noch mehr und noch tollere Sachen ausgepackt. Sohnemann war im Schlaraffenland: Cracker, Dip, Brot mit Käse, Cracker, Kuuuuchen!! (dann auch noch Schokokuchen. Der war aber nicht von mir!), und das Beste von allen: Apfel.melone.traube. Yammie! Salat, Antipasti, Spieße und dergleichen wollte er nicht anrühren. Naja, er ist satt geworden.
Wir Damen saßen da und haben geschnackt, die Herren standen da und haben gefachsimpelt, Ben ist herumgelaufen und hat gesnackt und Bälle geworfen und überhaupt einen tollen Tag gehabt – bis auf den Zeitpunkt, als Herr Papa meinte, dem jungen Mann den Cricketschläger über den Schädel ziehen zu müssen. Das fand er naturgemäß weniger toll. War aber keine Absicht und auch schnell wieder vergessen. Der achtjährige B. hat mir ein wenig leid getan, er hat sich zu Tode gelangweilt.
Wieder zu Hause war Ben wirklich kaputtgespielt. Das kommt selten vor. Die viele frische Luft, die Hitze – die verträgt Ben nicht so gut, das muß ich zugeben – das viele Herumlaufen und -toben haben dafür gesorgt, daß Ben eines der wenigen Male in seinem Leben K.O. war. Er wollte nur noch auf den Arm, ins Bett. Wer will schon essen? Nicht so wichtig. Bett. Nur schlafen! Das hat er das ganze Abendessen über gemurmelt: Bett. Schlafen. Müüüde. Müüüüühhhhhde. Müüühde! Den Gefallen haben wir ihm natürlich gerne getan. Ehrlich gesagt bin ich ziemlich froh, daß er während der Heimfahrt nicht eingenickt ist, dann wäre hier noch weiterhin Party angesagt.
Jetzt habe ich einen kleinen Sonnenbrand, einen Babysitter für Samstag in zwei Wochen, eine Verabredung für einen Mädelsabend, einen Mann, der den Knilch freiwillig ins Bett gebracht hat – was kann man da noch mehr verlangen. Vielleicht, daß der Mann wieder aufwacht um das Ganze bei einem kleinen Cider abzuschließen *grrrr*
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Zwischendurch mal kurz die Krise kriegen, weil der Rechner endlose 10 Minuten rödelt, und wirklich rödelt, so als würde er gleich endgültig kollabieren, bloß, um einen Ordner mit Photos anzugucken. Da vergeht einem echt die Lust, noch weiter Photos zu machen. Ich habe keine Ahnung, wo das Problem eigentlich liegt, das hat er doch früher nicht gemacht?
(Also ganz früher, bevor ich formatiert habe, versteht sich)
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Heute morgen, Aufbruchstimmung, streßgeprägt – das Problem ist ja bei so was immer, daß Ben sich einfach nicht alleine mal hinsetzen kann und ganz ruhig gucken kann oder auch spielen kann. Ben muß im Zentrum sein, auf dem Aaahmm, damit er alles sehen kann, riechen kann, aufnehmen und hören kann. ALLES! Wenn man gerade mit einer heißen Pfanne hantiert, ist das wenig praktisch.
Das zweite Problem ist, daß Ben dazu nicht still sitzen kann und durchaus weiß, was Worte wie „Duschen“, „Anziehen“, „Wickeln“ beudeuten. Er rennt also weg. Erst mal, um zu entkommen, danach läßt er sich vorn irgendwas ablenken, von dem er dann später nicht mehr weg will. Ein Teufelskreis entsteht, denn sobald man ihn eingesammelt hat, rennt er wieder weg, um zu dem besagten Ding/Zur Tätigkeit zurückzukehren.
Man verbringt also jede Menge, eine ganze jede Menge viel Zeit damit, hinter dem Knilch hinterherzurennen, ihn einzusammeln und so lange festzutackern, bis man ihm zumindest die Windeln oder so gewechselt hat. Meist klappt es nicht, er entkommt, denn ich bin immer noch zu doof, die Windeln vorher aus dem Schrank zu fischen. Dann ist er auch schon wieder weg und pieselt aufs Bobbycar und dergleichen. Nicht, daß er nicht energisch auf Windeln bestehen würde, nur anziehen will er die nicht. Es wäre ihm am liebsten, wenn diese wie von Zauberhand auf seinem zarten Babypoppösche auftauchen würden.
Anziehen ist auch so eine Sache. Er besteht auf dieses oder jenes T-Shirt, will aber nicht so lange still sitzen bis man es ihm übergefummelt hat. Oder er läßt sich durch Autoooosch ablenken. Oder will sich einfach nicht anziehen. Schuhe sind da komischerweise immer sehr problemlos: die zieht er a) gerne an und b) weiß er ganz genau, welche er haben will.
Bis wir alle Mann fertig sind, kann eine kleine Ewigkeit vergehen. Nur mal so als Anhaltspunkt: wir sind um sechs aufgestanden und waren um halb zwölf endlich so weit fertig, daß wir los konnten. Los wollten wollten wir zwei Stunden früher.
Und was man alles für ein Tagespicknick dabei haben muß! Futter selbstverständlich, Picknickdecke, Teller, Besteck, genügend zu trinken, Wechselklamotten, Windeln, Autos, Bücher…und wie mir M. heute deutlich gezeigt hat: auch ein Eipott mit Lautsprecher für Lala ist ein unerläßliches Picknicktool. Hintergrundgedudel – das mag Ben. Wir haben gar keinen Eipott, in der Beziehung sind wir hinterm Mond. Geschweige denn, Lautsprecher dafür. Wir haben nicht mal einen normalen MP3-Player, sondern nur einen ganz altmodischen CD-Player, die Lautsprecher sind, so der BesteEhemannvonWelt, ir.gend.wo zu Haus. Ir.gend.wo zu Hause zu Haus. Das heißt in Deutschland, das heißt, keine Ahnung, wo die herumfliegen, das heißt: da kommen wir vor dem nächsten Deutschlandaufenthalt eh nicht ran. Wobei, bis wir wieder in heimischen Landen sind, haben wir die Dinger sowieso wieder vergessen.
Nun ja, dann singen wir halt selber. Wir haben ja inzwischen auch ein lustig-fröhlich-buntes Repatoah an Kinderliedern. Jessör zum Beispiel (=Bah, Bah, Black Sheep), ladidagblumpbh (= das Glumph-Lied), C (=ABC-Lied), Dose (=Ringel, Ringel Rose), Winkewinke (Twinkle, twinkle, little Star) und noch so ein paar recht abseitige. Die Ärzte findet Eumel aber auch o.K., die Hosen liebt er als Kind einer Düsseldorferin heiß und innig, MMM, ein Rocksender, ist sein Lieblingssender hier. Es ist also nicht nur Windelmucke, die hier läuft.
Ääähm, Ausflug. Ja, wenn wir dann endlich, endlich das Nötigste für eine Weltreise alles verstaut haben, müssen wir noch zwei bis zehn Mal das Kind wieder einsammeln, dann kann es losgehen. Endlich. Endlich schläft Ben dann auch, nachdem er hier wie irre herumgerannt ist, gekreischt hat und ab und zu aufs Schlafzimmer gezeigt hat und angemerkt hat, daß er müde sei.
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Manchmal fühle ich mich ja so…:
Wieso sind eigentlich Wochenenden mit geplantem Tagesausflug immer so stressig? Wieso dauert alles so lange? Wieso hat dieser Knilch so viel Energie? Der ist gestern um zehn erst eingeschlafen und heute morgen um sechs wach geworden. Wie kann das denn sein? Dieses Du.ra.cell.häschen wollte mich doch glatt gleich mit aus dem Bett werfen! Aber nicht mit mir, ich habe noch eine halbe Stunde gedöst, während Jens, der ja gestern ganz früh im Bett war, den Hasen versorgt hat.
Ich renne erst herum seit es halb sieben ist, bereite alles für unseren Ausflug vor – weil: Brote sind mir ja nicht gut genug, die sind langweilig, die kriegen wir jeden Tag -, mache, tue, renne hinter Ben her, mache, renne hinter Ben her, tue, renne hinter Ben her, nehme einen Schluck Kaffee, renne hinter Ben her, esse einen Bissen Brot, verhindere, daß Ben alles runterschmeißt, trinke einen Schluck Kaffee, verhindere, daß Ben auf dem Boden landet, esse einen Bissen und weigere mich strikt, noch mal vor Ende des Kaffees aufzustehen…ich bin total erledigt und dabei ist es gerade mal halb elf!
Muß ich gleich wirklich mit? Kann ich mich nicht wieder ins Bett legen?
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… finde ich einige Leute recht bizarr.















