Gespeichert unter: Kommunikatives
Gerade habe ich irgendwo dieses schöne Stichwort gelesen: “Soziale Kompetenz” und mußte an Ben denken. Denn Ben hat ganz eindeutig jede Menge sozialer Kompetenzen. Fraglich ist nur, ob es die richtigen sind.
Ich denke da sofort an einen Ben, der jeden Fremden fröhlich grinsend anguckt in Erwartung eines “Ouhh, whata cutie” oder so. Fremdeln? Ein Fremdwort!
Ich denke an einen Ben, der mißtrauisch jene kleine Jungens beäugt, die gerade auf seinem Bobbycar unterwegs sind, aber die er gewähren läßt. (Und auch gleich versucht, sich deren Gefährt unter den Nagel zu reißen.)
An einen Ben, der leicht hin- und herschwankend auf die von ihrem Kaffeeholtrip gerade wiederkehrende Mama zurennt, an ihr vorbei und zum nächstbesten Passanten abbiegt, der gerade in Sicht- und Reichweite ist.
An einen Ben, der entzückt lachend ein kleines Kindelein, seine ersten Schritte tapsend, an seines Papas Armen hängend, auf sich zuschwanken sieht, auf eben dieses Kindelein zurennt und sich ganz freundlich in dessen Wangen verkrallt. Feste. Entzückt. Das Baby heult, Ben freut sich: Kontakt gelungen. Und dieses unglaublich peinlich-gezwungene “Oh, doesn’t matter, he ist still a baby…” des Vaters, der dann so schnell wie nur irgend möglich mit seinem kleinen Jungen das Weite gesucht hat.
An einen Ben, dem, mit seinem Bobbycar unterwegs, ein gar entzückendes kleines Blondinchen ins Auge fällt, auf die elf Monate alte junge Dame zurast und seiner Mutter den puren Angstschweiß ob dieses Konfrontationskurses auf die Stirne treibt. Glücklicherweise hat Ben in letzter Sekunde noch abgebremst. Und dieses unglaublich peinlich-gezwungene “Oh, doesn’t matter, he ist still a baby…“, usw. s.o.
An einen Ben, der völlig überwältigt von Haaren sich in sämtliche Erreichbaren krallt, egal, ob Junge oder Mädchen, ob Mama oder Unbekannt, ob blond, ob braun – nur lang genug müssen sie sein…
An Ben, der heult, weil man ihn von einem Kontakt wegzerrt, in den er sich gerade verkrallt hat und ihm erklärt, daß man so nicht kontaktet, daß das weh tut, daß man ja auch lieb sein kann.
An einen Ben, der sehr sehr kontaktfreudig ist, sehr sozial, wenig soziale Scheu zeigt und überhaupt sehr offen auf Fremde zugeht. Nur eben, daß diese Fremden das Auf-sich-Zukommen nicht immer zu schätzen wissen.
Aber wissen Sie was: er ist ja noch ein Baby, er weiß es nicht besser, das ist nur eine Phase…*hüstel*
3 Kommentare bis jetzt
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sorry, aber ich muss sehr lachen gerade
Kommentar von tonni Juni 1, 2008 @ 05:10Knuffiger kleiner, sicherlich sehr sozial extrovertierter kleiner kerl
Er ist und bleibt halt ein wunderbarer, besonderer kleiner Kerl!!!
Kommentar von Simi Juni 1, 2008 @ 07:02Irgendwann werden die jungen Damen seine überschwengliche Art sehr zu schätzen wissen!!!
Männer sollen doch die Iniative ergreifen…!!!!
Oh ja, an Initiative fehlt es ihm definitiv nicht. Ich denke, das ist einfach ein Problem, das sich mit Erlangen der Sprache ganz einfach lösen wird – Kontaktaufnahme ohne Sprechen muß eben handgreiflich erfolgen. Heute ist er einem kleinen Jungen hinterhergelaufen, den er wohl nett fand. Einfach so. Wir standen ganz schön belämmert da
Von uns hat er das nicht. Da kann er sich so ein extrovertiertes Gehabe nicht abgeguckt haben. Absolut nicht. Das sind Gene – das ist von meinem Vater, der alles und jeden kennt und mit jedem auf der Straße quatschen muß. Gott, wie habe ich das als Kind gehaßt, ständig stehenzubleiben und mit Leuten zu reden, die ich nicht kenne. Ich dachte doch tatsächlich, das Kapitel sei endgültig mit Erwachsenwerden und Ausziehen hinter mir.
Und nu?…eine Art déja vu oder so…er wird es aber so mit seiner kontaktfreudigen Art leichter haben im Leben, denke ich. Ich glaube auch nicht, daß sich da noch gravierend was ändert.
Kommentar von eumelmama Juni 1, 2008 @ 21:14