Zum Kotzen finde ich, daß das Childcare-Center angerufen hat. Wir sollten Ben abholen, weil er geko.tzt hat. Was mich so ärgert ist die Tatsache, daß es ihm – abgesehen davon, daß er sich sein Frühstück durch den Kopf hat gehen lassen – absolut gut geht. Er ist munter, hüpft hier herum und will bespaßt werden. Ich hingegen hänge mal wieder in den Seilen und hätte den Tag zur Regeneration echt gut gebrauchen können. Jetzt mal abgesehen davon, daß ich schon wieder nicht an meine Arbeit komme. Das klingt ganz schön egoistisch, nicht wahr?
Jetzt geht Ben schon seit Februar ins Childcare-Center, aber ich kann die Tage immer noch an der Hand abzählen, wo ich wirklich mal zum Arbeiten gekommen bin: entweder Umzug, krank, Ben ist hier oder sonst was. Langsam bin ich wirklich frustriert. Im Februar habe ich mir noch ausgerechnet, daß ich Ende Juni fertig werden könnte. Inzwischen ist das durch die ständigen Ausfälle auch völlig utopisch und ich kann den Abgabe-Termin wieder um ein halbes Jahr verschieben.
Ich muß mich gerade richtig beherrschen, den Frust nicht an Ben auszulassen.
Und Urlaub könnte ich auch gebrauchen. Richtigen Urlaub, nicht den üblichen Verwandten-Besuch in Deutschland, der insgesamt durch die ewige Hin- und Herfahrerei auch mehr Streß als sonst was ist. Ich brauche einfach mal frische Luft im Kopf, Entspannung, um wieder Kraft zum Denken zu sammeln und Abstand.
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