Ich wate mal wieder knietief im Selbstmitleid. Nicht nur, weil ich ein bißchen frustriert bin, weil mal wieder allesirgendwie ein bißchen schief läuft und das auf Kosten meiner Zeit. Wenn ich ehrlich bin, ist die Arbeit der Grund dafür, daß ich gerade etwas niedergeschlagen bin. Die hängt mir wie ein Mühlstein um den Hals.
Zuerst einmal ist das Gefühl, daß dieses doofe Ding nie fertig werden wird. Zum zweiten, daß – selbst wenn sie mal fertig werden sollte – das Ganze ohnehin niemanden jemals interessieren wird und zum dritten, daß die Arbeit nicht mal gut geworden ist durch die ständigen Unterbrechungen und langen Pausen, die irgendwie immer dazwischen gekommen sind. Der rote Faden ist nur noch ansatzweise spürbar, ich selber brauche jedesmal, wenn ich mich daran setze, Ewigkeiten, bis ich wieder in der Materie „drin“ bin. Das kann es irgendiwe auch nicht sein: Dafür gehen jedesmal Stunden drauf. Ermüdend und langweilig ist es obendrein, so daß ich mehr und mehr ein Motivationsproblem bekomme. Es ist eine Tortour, bis ich mich so weit habe, daß ich mich überhaupt dran setze. Dann ist meist der Tag rum.
Und wofür das Ganze? Einen Job werde ich in dem Bereich ohnehin nie bekommen. Seit Ende des Studiums habe ich schon mehr vergessen als ich jemals gelernt habe. Beziehungen habe ich nicht und wenn ich doch jemals irgendwas bekommen sollte, dann erwartet mich ein Museumsjob, der mieser bezahlt wird als ein Kassiererinnenjob beim Al.di.
Und so sitze ich hier und bin total frustriert, weil ich im Prinzip Jahre auf etwas verschwendet habe, das es nicht wert ist. Das hat mich daran gehindert, etwas sinnvolleres mit meiner Zeit anzufangen und vielleicht sogar eine befriedigende Karriere vor Baby aufzubauen. Und so sitze ich hier, mit Baby, Mitte 30, immer noch nicht fertig studiert, kann nix und besonders glänzende Aussichten erwarten mich auch nicht.
irgendjemand Ideen, was ich machen könnte?
Ich habe nämlich keine außer noch weiter im Hausfrauen-Mutti-Sumpf zu versinken und mich irgendwann damit zu amüsieren, nachmittags um 3 Oprah mit Lockenwicklern im Haar und Schokokeksen zu gucken. So als Highlight des Lebens. Vielleicht ist es doch besser, einfach nur schön zu sein. Das ist bei weitem nicht so deprimierend wie Oprah.
Und eine besonders gute Mama bin ich heute auch nicht.
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Ich bin so geladen, ich weiß gar nicht wohin mit so viel negativer Energie.
AAAHHHHHHHH!
Zum Kotzen finde ich, daß das Childcare-Center angerufen hat. Wir sollten Ben abholen, weil er geko.tzt hat. Was mich so ärgert ist die Tatsache, daß es ihm – abgesehen davon, daß er sich sein Frühstück durch den Kopf hat gehen lassen – absolut gut geht. Er ist munter, hüpft hier herum und will bespaßt werden. Ich hingegen hänge mal wieder in den Seilen und hätte den Tag zur Regeneration echt gut gebrauchen können. Jetzt mal abgesehen davon, daß ich schon wieder nicht an meine Arbeit komme. Das klingt ganz schön egoistisch, nicht wahr?
Jetzt geht Ben schon seit Februar ins Childcare-Center, aber ich kann die Tage immer noch an der Hand abzählen, wo ich wirklich mal zum Arbeiten gekommen bin: entweder Umzug, krank, Ben ist hier oder sonst was. Langsam bin ich wirklich frustriert. Im Februar habe ich mir noch ausgerechnet, daß ich Ende Juni fertig werden könnte. Inzwischen ist das durch die ständigen Ausfälle auch völlig utopisch und ich kann den Abgabe-Termin wieder um ein halbes Jahr verschieben.
Ich muß mich gerade richtig beherrschen, den Frust nicht an Ben auszulassen.
Und Urlaub könnte ich auch gebrauchen. Richtigen Urlaub, nicht den üblichen Verwandten-Besuch in Deutschland, der insgesamt durch die ewige Hin- und Herfahrerei auch mehr Streß als sonst was ist. Ich brauche einfach mal frische Luft im Kopf, Entspannung, um wieder Kraft zum Denken zu sammeln und Abstand.
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Ben und der Mülleimer – ein große Liebe scheint das zu sein. Jedesmal, wenn wir unterwegs sind, muß Ben die an dem jeweiligen Ort herumstehenden Mülleimer inspizieren. Faszinierend. Letztens hat er sogar den Spielplatz aufgeräumt: jedes Fitzelchen Dreck wurde vom Boden aufgelesen, zu Mama/Papa gebracht, die das Kindelein hochheben mußte, damit es den Dreck wegwerfen konnte. Und wehe, man vergißt, danach eifrig zu loben
Auch zu Hause: Ben rennt immer wieder zum Mülleimer, den er inspizieren will und zum Teil immer wieder ausräumen will. Inzwischen geht die Faszination sogar so weit, daß er ganz beleidigt ist, wenn ich Sachen eigenhändig wegwerfe. Finde ich aber ganz nett, zum Kindelein sagen zu können: „Da, bring das mal in den Mülleimer.“ Vor allem als Ablenkung von einem der zahlreichen Gewitter ist das immer ganz hilfreich.
Heute morgen allerdings war es so, daß ich das leere Frischkäse-Pöttchen nicht in den Müll werfen durfte. Ben hat das Pöttchen immer wieder rausgefischt – denn da ist ja was Leckeres drin, das darf nicht weg. Das mußte ich wieder zurück in den Kühlschrank stellen..Ihm ist also schon klar, daß das, was im Eimer landet, dann auch weg ist.
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Ben ist ja gestern früh eingeschlafen und war zum Glück erst mal nicht so unruhig wie die Nacht davor. Da durften wir ja alle 20 Minuten hüpfen, weil er ständig aufgewacht ist. Keine Ahnung, ob er ruhiger geschlafen hat, weil ich ihm Viburcol-Zäpfchen verabreicht habe oder weil er sowieso müder war.
Mit der Ruhe wars allerdings vorbei, als ich ins Bett gekommen bin. Ab da haben wir uns wohl leider gegenseitig wachgehalten. Außerdem ist Ben ständig in unser Bett herübergekrabbelt. Vorgestern mußte ich ihn ja nur bitte, bitte in seinem Bett zu bleiben: da hat er zwar Schnütchen gezogen, hat aber gehorcht. Diese Nacht hat das nicht funktioniert. Mit ihm im Arm zu schlafen ist zwar etwas herausfordernd für den Rücken, geht aber – so lange er sich nicht permament umherwälzt.
Um drei Uhr morgens habe ich einen Rappel bekommen, als der Kleine auch noch angefangen hat, zur Beruhigung in meinem Gesicht herumzukneifen. Zum Glück hat Jens sich angeboten, Plätze zu tauschen. Ab da war Ruhe und ich durfte noch selige vier Stunden schlafen.
Normalerweise ist er ja auch gar nicht so unruhig – er ist eben am Vor-sich-Hinschnupfen. Seit es nachts aber kälter ist, kommt er öfter mal rüber, um sich zu wärmen. Selber schuld, wenn man den schönen warmen Schlafsack nicht anziehen will und die Decken von sich strampelt.
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Wenn Kindelein, vorhin noch furchtbar ningelig, auf die Aufforderung „Komm mit, wir müssen los“ plötzlich fröhlich auflacht, sich umdreht, mir zuwinkt und mit dem Herrn Papa ganz eifrig rausrennt, um zum Auto zu laufen, dann habe cih das Gefühl, daß das Childcare-Center doch eine ziemlich gute Idee war und daß Ben sich da wohl fühlt. Oder aber, daß er nicht gerne zu Hause allein mit Mama ist. Aber das glaube ich nu nicht wirklich







