Gespeichert unter: Kommunikatives
Ben ist eindeutig eine olle Streßbacke. Damit meine ich, daß er nicht dersortige ist, der geduldig vor einem Puzzle sitzt und alle Teile in die dazugehörigen Öffnungen pfrickelt, sondern eher zu der Sorte gehört, die völlig gestreßt sind, wenn sich nicht alles sofort und möglichst von alleine problemlos an die richtigen Stellen einfügt. Er gerät außer sich, er wird ganz flatterig. Fängt an zu quietschen. Zum Glück hyperventiliert er nicht, so weit sind wir noch nicht. Meist landen die Teile dann entweder auf dem Boden oder Mama muß helfen. Noch öfter interessiert es ihn allerdings nicht, das muß ich ja zugeben. Vielleicht, weil es ihn so anstrengt.
Das passiert nicht nur bei Puzzles, sondern auch zum Beispiel beim Essen. Unter anderem heute, als ich nicht sofort kapiert habe, daß Ben weder einen Grissini von mir haben wollte noch die geschlossene Tüte mit den Grissinis und schon gar nicht ein paar auf die Hand mit der Tüte im Schoß. Aber die sollte auch nicht weg von ihm sein. Nach ein wenig Gequietsche und Gewedel stellte sich dann raus, daß er die Tüte wollte, aber die offene Tüte. Daß er die auch einfach selber häte aufmachen können, da die ja nur mit einer Plastikleiste verschlossen wird – also die Art, die man nur zudrücken muß – hat er in dem ganzen Streß gar nicht mitbekommen. Essen wollte er die auch nicht unbedingt, es ging nur ums Prinzip. Die Tüte hat er auch fast die ganze Zeit während unseres Wochenendeinkaufs festgehalten.
Er fängt auch sofort an zu flattern, wenn ich nicht verstehe, was er mit seinem Da! und dem wild in der Gegend herumpiekenden Zeigefinger meint. Die Ketchupflasche? Die Wasserflasche? Das Salz? Mein Brot? Ja! Mein Brot. Aber mag er doch nicht. Egal, haben wollen – darum ging es ihm. Zufrieden wars, als ich ihm ein Stückchen abgebrochen habe und auf den Teller gelegt habe…und direkt wieder weggenommen habe. Das war egal, Hauptsache, er hatte es.
Flatterig wird er auch, wenn ich nicht da hin will, wo er mich hinzieht, wenn ich ihn vertröste (Nein Ben, ich bin noch unter der Dusche, ich kann jetzt nicht mitkommen), wenn ich das falsche Auto nehme, die Socken in der falschen Reihenfolge anziehe (?), die Mandarine zerpflücke, die er selber pflücken wollte, ihn davon abhalte, in den Goldfischteich zu hüpfen, wenn er die Wasserflasche offen in die Hand gedrückt bekommt, weil ich nicht verstanden habe, daß er sich selber daran versuchen wollte, undundund…
Ich glaube, er hat ein Kommunikationsproblem.
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