Gespeichert unter: Schlaf Kindchen
Chronik eines Scheiterns: der Versuch, Kindelein zum Einschlafen zu bringen. Frühe Zubettgehzeiten wollte ich. Das wollte ich durchsetzen. Heute.
19.25 Uhr: Kindelein wird gewickelt und in den Schlafanzug gesteckt. Vorsorge eben. Kindelein rennt danach kreischend herum, bekommt unmotivierte Wutanfälle angesichts der Tatsache, daß es nicht mit der Spüle spielen darf. Ich beschließe, daß Ben müde ist und ins Bett gehört.
19.31 Uhr: Zähneputzen. Hysterisches Geschrei. Ben ist außer sich vor Wut.
19.35 Uhr: in den dicken Schlafsackanzugstrampler gesteckt. Kindelein ist außer sich vor Wut.
19.37 Uhr: Licht gedämmt, Schlaf-CD, die wir schon seit Ewigkeiten nicht mehr gehört haben ist im CD-Spieler, wir liegen im Bett. Total gemütlich. Ben ist außer sich vor Wut und schreit.
19.43 Uhr: Ben beruhigt sich. Liegt da, lauscht der CD und meinem gelegentlich begeleitenden Gesang – je nachdem, ob ich den Text kenne. Grabbelt in meinem Gesicht rum, ist außer sich vor Wut, als ich versuche, die kleinen Krabbelfinger mit den scharfen Fingernägeln aus meinem Gesicht zu entfernen.
19.48 Uhr: Ben hat sich beruhigt, lauscht der Musik, hat aufgehört, in meinem Gesicht herumzugrabbeln. Wurschtelt sich ein wenig herum.
19.58 Uhr: Musiklauschen, meine Augenlider werden schwerer,ich kuschel mich in die Decke. Ben guckt putzmunter, wühlt ein bißchen.
20.07 Uhr: Musiklauschen, schwerere Augenlider, plötzlich fängt Ben an zu brabbeln „Dadadatütaadah„. Immerhin bleibt er liegen.
20.09 Uhr: Ben hat aufgehört zu brabbeln und kuschelt sich in meine Armbeuge.
20.16 Uhr: Musiklauschen, Ben liegt still in meiner Armbeuge, Augen offen. Dafür ist mein Arm eingeschlafen. Immerhin. Ein bißchen Erfolg.
20.17 Uhr: Kopfnuß, meine Lippe wird dick. Kindelein findet meinen Kopf als Kissen aber nur semioptimal. Legt sich auf den Bauch, weg von meinem Mund. Ich kann wieder atmen.
20.22 Uhr: Nach einem bißchen Hin- und Herwälzen seitens Ben und dem Versuch, das vermeintlich schlafende Kind in sein Bett zu legen, gucke ich in hellwache Augen, Kindelein will trinken, steht auf, setzt sich hin, grinst…ich gebe auf, stehe auf. Wider Erwarten will Ben aber liegen bleiben. Ist außer sich vor Wut aufgrund der Tatsache, daß ich keinen Bock mehr habe. Jens löst ab. Ben schreit noch ein bißchen.
20.37 Uhr: Ruhe im Schlafzimmer, Jens kommt zurück, Ben schläft. Endlich!
Fazit: das dauert alles noch ein bißchen lange, finde ich. Erfolg hat es gehabt, ich brauchte nicht stillen. Darauf habe ich nämlich keine Lust mehr, wenn ich ehrlich sein soll. Ben hat auch gar nicht mehr danach verlangt. Erstaunlich fand ich, daß er relativ gemütlich der Musik lauschend so lange wach liegengeblieben ist und das wohl nicht so übel fand.
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Wir haben zu Bens Entzücken gestern abend Tierstimmen „durchgenommen“. Ben hat ein Bauernhofbuch mit ganz vielen Mähs, Bähs, Muhs und Wauwas. Sein liebstes Geräusch war Mäh, daher machen jetzt alle Tiere Mäh. Selbst der Bär. Den hat Ben heute morgen gelernt. Bär ist Beh.
Schlaues Kerlchen. Ich bin sehr entzückt.
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…direkt hinter unserem Haus. Ein bißchen Bushland, ein bißchen Park. Ideal, wenn man mal kurz raus ins Grüne will. Mein Problem ist meine Angst vor dem ekligen Getier, das sich hinter jedem Grashalm verbergen könnte und auf mich wartet.
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Ben hat einen Flughafen in seinem Zimmer, den er wirklich und tatsächlich bespielt. Mindestens ein Mal am Tag rasen da teure Sportwagen die Rampe runter, landen Taxis auf dem Dach, werden die Hubschrappschrappschrappschrapps betankt und das Personal durch die Gepäckdurchleuchtung geschickt. Trotz Jens’ Einwänden hat sich das pädagogisch zweifelhafte Plastikdingens als lohnenswerte Anschaffung erwiesen. Die dazugehörigen zum Erbrechen niedlichen Püppchen bespielt Ben auch: er findet, daß die ein ganz tolles Geräusch machen und so lustig hüpfen, wenn er die durch die Gegend schleudert. Manchmal dürfen die aber auch im Hubschrappschrappschrappschrapp oder im Taxi mitfahren.
Das zweite Plastikspielzeug, von dem Ben voll und ganz überzeugt ist, ist die Küche aus dem Garage-Sale. Da gibt es Klappen aufzumachen, man kann teure Sportwagen in den Ofen oder das Gefrierfach stecken, Plüschtiere in die Spülmaschine und Geräusche macht das Dingen auch noch (es war tatsächlich noch funktionsfähig, obwohl dem Dingen beim Kauf anzusehen war, daß es schon seit Ewigkeiten in der Garage herumgestanden hat – echte Qualitätsware eben). Am allerallerallerliebsten jedoch verwendet Ben die Küche als Klettergerüst, was der Grund dafür ist, daß die spätestens nach einer halben Stunde konfisziert wird und in der Abstellkammer landet.
Bauklötze? Le.go? Holzpuzzle? Nichts da, die werden zwar ab und zu mal angefaßt, aber bauen ist Bens Sache nicht. Hätte ich nicht gedacht, muß ich ehrlich sagen. Ich dachte immer, daß jedes Kind gerne mit Le.go-Klötzchen spielt. Nun ja, solange es kein Plastikdaddelkram ist, der im Kinderzimmer landet, sondern zumindest etwas die Phantasie des Kindes anregt und herausfordert, soll es mir recht sein. Pädagogisch wertvolles Spielzeug macht ja auch keinen Sinn, wenn es in der Ecke landet. Würde sogar sagen, das ist dann pädagogisch plötzlich auch zweifelhaft.
Erstaunlich, wie leicht man von Prinzipien abrücken kann, die man sich am Anfang der ganzen Mama-Geschichte gesetzt hat














