Heute ging es mit Tantchen, die morgen leider fährt, was bei mir schon jetzt zu Tränchen geführt hat, in die Blue Mountains. Auch nicht spektakulär, da waren wir ja schon mal. Mal wieder war das Wetter nicht schön, dafür war ich aber – anders als gestern – vorbereitet. Wir haben mit Butterbroten und Salatblättchen ein Picknick gemacht. Es war ein wenig kühl, dafür hatten wir eine tolle Aussicht. Ben mochte nichts bis auf seine zwei Bananen, hat mich aber eifrig mit Möhrenschnipseln und Tomaten gefüttert. Wehe, ich habe den Schnabel nicht schnell genug aufgemacht, dann hatte ich das Zeug in der Nase hängen. Ben war sehr erfreut („Jajajajaääiiih!„), daß es mir so toll geschmeckt hat. Übrigens konnten wir heute morgen alle das Wort „Banane“ von unserem Zwerg Nase hören. Ich hake es einfach mal unter Zufall ab, das war eine einmalige Geschichte.
Ben erstaunt uns ja des öfteren, was das Verstehen von Sätzen angeht. Da hat er sich heute morgen tatsächlich in seinem Hochstuhl wieder hingesetzt, nachdem ich gesagt habe: „Beeehennn. Du weißt, was du machen mußt, wenn du mehr Brot willst…“ Ben setzt sich, dicke Fragezeichen in meinem Gesicht: Hat der mich verstanden oder nur das Brot gesehen und wußte, daß er das sonst nicht bekommt (denn ich bin ja die Konsequenz in Person, jawoll!)? Heute nachmittag das Gleiche. Ben trinkt seine Milch, bzw. steckt seine Nase in die Tasse rein, als wolle er die Milch aufschlabbern. Ich: „Trink bitte manierlich.“ Tscha, daraufhin hebt der Eumel seine Nase wieder aus der Tasse, nimmt die Tasse tatsächlich am Henkel und setzt an. Daß er die Hälfte der Milch über seinen Pullover geschüttet hat, war ein Unfall. Hat der mich etwa wirklich verstanden? Kann ich mir irgendwie gar nicht vorstellen. Wörter wie „manierlich“ werden extrem selten bei uns verwendet (wie man wohl sieht
)und Andeutungen können die Kleinen doch noch nicht, oder?
Picknick in den Bergen, runter ins Tal, Alpakas und Schäfersleut besichtigen, Devonshire Tea auf dem Land trinken (ohne Tee, lieber stillos mit Kaffee), schwarze Papageien gucken, weiße Papageien gucken, schlechtgelaunte Pferde gucken, wieder ins Auto, ab zu den Three Sisters, diese gucken, Ben einfangen, wieder nach Hause. Ben hat sich erstaunlich gut gehalten im Auto, selbst während dieses elenden Staus, der uns zwei Stunden gekostet hat. Irgendwann ist er wieder eingeschlafen, wobei wir es trotz fehlenden Abendessens auch belassen haben. Riskieren wir mal lieber nichts!
Heute abend gab es dann noch Spaghetti mit Pesto. Tolles Osteressen, oder? Immerhin, dieser Devonshire Tea und das kleine aber feine Lindt-Ei haben doch noch ein wenig Festtagsstimmung herbeigezaubert. Irgendwie ist Ostern mal wieder völlig an mir vorbeigegangen.
Schön wars. Zwei Fazite kann ich ziehen: Ben niemals wieder auffordern, „Ei Papa„zu machen, das tut Eumelpapa einfach zu weh und nie wieder an einem Sonntag in die Blue Mountains. Das kann ich jedem anderen, der da hin will, auch empfehlen, es sei denn, man steht gern im Stau.





