Hey, Mr. Ben!


Blogmonster
März 14, 2008, 20:03
Gespeichert unter: Alltägliches

Manchmal kommt mir das so vor:

Quelle: Schnutingers Welt



Schnipselchen
März 14, 2008, 18:29
Gespeichert unter: Ben kann
  • Ben kann Nein sagen (wen wunderts?) – auf englisch. Er sagt nonono und schüttelt manchmal dazu den Kopf
  • Er ist begeistert von Luftküßchen. Letztens hat er sich als Karnevalsprinzessin versucht und beide Hände erst an den Mund dann unkontrolliert in der Gegend in meine Richtung geschleudert.


Kopfweh
März 14, 2008, 12:03
Gespeichert unter: Allein zu Haus

Jetzt habe ich Kopfschmerzen und bin ziemlich fertig mit der Welt, ich hab keinen Bock mehr, ich will Urlaub. Elendes Hin- und Hergerenne und so. Ich brauche Medizin.



Banking auf Australisch
März 14, 2008, 11:53
Gespeichert unter: Alltägliches

Überweisungen sind hier ganz einfach: man nimmt Geld von seinem Konto runter, geht über die Straße zur anderen Bank und zahlt das Ganze zugunsten des Empfängers wieder ein. Hoch lebe das Computerzeitalter!



Typisch
März 14, 2008, 09:58
Gespeichert unter: Alltägliches

Typisch, irgendwie. Ich will nichts gegen Australier sagen, aber die sind irgendwie unorganisiert. Ich auch. Das ist nicht gut. Also habe ich mich heute morgen schon aufgeregt. Nur gut, daß ich bereits den 2. Kaffee intus habe. Außerdem bin ich schon gut 1,5 km gelaufen für nichts und wieder nichts.

Wir haben ja den Zuschlag für das Haus bekommen. Jetzt sollten wir heute sofort in aller Frühe, am besten noch gestern abend, eine Mietanzahlung überweisen. Nun ja, gestern abend 21 Uhr haben die Banken zu, was unserem Immo-Fritzen mit seinen merkwürdigen Arbeitszeiten nicht so ganz bewußt war. Also sollte ich heute morgen alles erledigen. (Klar, ich, wer denn sonst?)

Ich habe – ach nein, hatte – nur dummerweise meinen Friseurtermin heute morgen um 9.30 Uhr. Da ich dachte, daß die Banken doch sicher um 9 Uhr schon auf haben, bin ich zehn vor neun losgedackelt. Freude, gleich bekommen wir Haus und ich neue Frisur. Leider macht die Bank hier aber erst um 9.30 Uhr auf. Dumm, denn gleichzeitig ist mein Termin. Wenn ich aber in der Bank schnell bin, dann klappt das noch ganz problemlos, so mein Gedankengang.

Tatsächlich ging das in der Bank recht schnell – man hat mir da ganz einfach gesagt, daß ich das Geld ohne Angabe der Adressaten-Bank nicht überweisen kann. Ich muß dazu sagen: ich kenne mich hier mit dem Banksystem überhaupt nicht aus, ich habe noch nie eine Überweisung gemacht und so. Also kenne ich auch nicht die Bankleitzahlen. Die, die der Immo-Fritze durchgegeben hat, war nur halb vollständig. Also nix da mit Geld überweisen.

Ich bin zurückgehetzt – hier kommt der Part, wo ich unorganisiert bin – da ich dachte, ich hätte mein Handy nicht dabei gehabt. Zu Hause als allererstes der Anruf von meinem Friseur: Termin weg. Jetzt organisiert BesterEhemannvonWelt den Rest der Nummern und dann schauen wir weiter. Würde mich aber ehrlich gesagt nicht wundern, wenn der Bankfuzzi jetzt zu blöd gewesen ist, die Zahlen richtig zu sortieren. Hätte ich mein Handy in der Tasche gefunden dabei gehabt, würde ich jetzt unter Wasser sitzen in Erwartung eines tollen Haarschnitts, der mich 20 Jahre jünger macht. So aber sitze ich hier, warte auf den Anruf und irgendwie geht wieder meine ganze Tagesplanung den Bach runter.

Ich hasse diese Hetze am Morgen. Ich weiß nicht, was besser ist: 20 mal vom Frühstückstisch aufstehen, weil Ben herumchaotet und als Ergebnis dessen ein kalter Kaffee oder mit 2 Kaffee intus wie ein aufgescheuchtes Huhn sinn- und verstandlos herumrennen.

Ich hasse auch diesen Papierkram. ich habe auch das Gefühl, daß ich nicht so herumgescheucht werden würde, würde ich irgendwo in einem Büro sitzen. Nur, weil ich zu Hause arbeite…nimmt man das nicht ernst? Ich führe ab jetzt Office-Zeiten ein. So.



Über Ohrfeigen und Co.
März 14, 2008, 01:21
Gespeichert unter: Uncategorized

Ich habe jetzt länger überlegt, ob ich auch meinen Senf dazu geben soll. Es geht um die Ohrfeigen-Diskussion hier. Dazu wurde viel in den Kommentaren gesagt und vieles in anderen Blogs, wie z.B. hier, hier und da und auch besonders da und dort. Das ist viel Diskussion und ich überlege gerade, ob dazu nicht schon alles gesagt wurde und wen das interessiert, was ich dazu denke. Und ja, ich habe da tatsächlich nicht wenig nachgedacht, einiges gelesen, was mich ge-, oder besser: verstört hat und bin zu dem Schluß gekommen, daß es mir egal ist, ob dazu viel geschrieben wurde. Ich denke da auch was drüber und darf das durchaus in meinem Blog schreiben. Also denn, vielleicht jetzt ein bißchen wirr, aber egal:

Ich bin ein äußerst emotionaler Mensch mit häufig heftig schwankenden Stimmungen. Mal himmelhochjauchend, mal zu Tode betrübt und auch mal wütend. Wenn ich wütend bin, bin ich richtig wütend. Da fällt es mir schwer, mich zurückzuhalten und meine Wut nicht zuzugeben. Also wüte ich: ich brülle, ich schreie, ich werfe mit Kissen und Stofftieren durch die Gegend und ich rede, rede, rede, monologisiere so vor mich hin. In gewisser Weise habe ich immer noch nicht die frühkindliche Trotzphase überwunden. In solchen Momenten ist es sinnlos, mir mit sinnvollen Argumenten zu kommen. Oft ist das betroffene Subjekt dieser Wirbelstüme leider mein über alles geliebter BesterEhemannvonWelt.

Der Wirbelsturm tobt etwa ein-, zwei Mal pro Monat, häufig am Wochenende, häufig nach sehr schlafbefreiten Nächten und häufig, nachdem ich zwanzig Mal vom Frühstückstisch aufstehen mußte, weil Ben herummatscht und mein Kaffee dadurch kalt wird. Nicht immer dann, aber häufig, wie mein Mann bestätigen kann. Also steht er da, ich wüte um ihn herum und rede, rede, rede, monologisiere vor mich hin, taub gegenüber allen noch so guten Argumenten. Doch ist mein Wüten nicht grenzenlos, sondern stößt an Grenzen, die ich mir selber gesetzt habe und die nicht übertreten werden, weil sie selbverständlich sind: es wird nicht beschimpft, nicht beleidigt, nicht gedemütigt, nicht geschlagen. Weil er mein Mann ist, weil es uns beiden weh tun würde, weil man das eben nicht macht. Das versteht sich von selbst.

Jetzt frage ich mich, warum ich bei meinem Kind, das ich ebenso und ein bißchen anders aber genauso tief liebe, anders handeln sollte? Nur weil mein Kleiner klein ist und wehrlos ist, soll er weniger das Recht auf eben diese Grenzen haben als mein Mann? Nur, weil er erzogen werden muß, soll ich da klapsen dürfen? Oder ihn erniedrigen dürfen? Ich denke, unter dieser Perspektive kann man diese Frage verneinen. Ich habe vor meinem Kind den größten Respekt. Nur, weil er zufällig einen dreiviertel laufenden Meter klein ist und noch nicht sprechen kann, soll ich meinem Kind diesen Respekt, den ich einem Erwachsenen entgegenbringe, verwehren? Ich denke nicht.

Leider – und das muß ich hier zugeben – kann ich mich von der Klapserei nicht ausnehmen. Ich habe nicht mal einen so guten Grund, wie z.B. ein scharfes Messer, das Ben in den Fingern hatte oder ein Auto, das meinen Schatz beinahe umgefahren hätte. Ich habe Ben zwei Mal einen Klaps gegeben: das eine Mal auf die Hände, weil er sich fest in meinen Haaren verkrallt hat und  das zweite Mal, als er mich im Schlaf gebissen hat, ich hochgeschreckt bin und ihm halb im Tran und halb in Wut über das Aufwecken und den Schmerz einen Klaps ins Gesicht gegeben habe, der ihm körperlich nicht weh getan hat. Ich sage körperlich, denn psychisch habe ich ihn verletzt, das war klar an seinen geschockten Gesicht zu erkennen. Das darf nicht mehr vorkommen. Das darf einfach nicht mehr. Es wird vielleicht einige geben, die dann sagen, daß das im Affekt zustande gekommen ist, das nicht gut war und bedauerlich ist, aber leider eben vorkommt. Doch so leicht lasse ich mich selber nicht davon kommen. Es ist nicht so, daß ich mich jetzt selber zerfleische deswegen, aber ich lerne aus meinen Fehlern.

Es ist leider vorgekommen. Und warum habe ich das gemacht? Weil ich meine Wut an meinem kleinen Kind ausgelassen habe. Nicht mehr, nicht weniger. Es war keine Erziehungsmaßnahme, ich war wütend und habe ihm das handgreiflich klar gemacht. Nicht anders ist es, wenn ich Angst habe, mich erschreckt habe, wie es in gefährlichen Situationen vorkommt. Ich hatte Angst, ich habe mich erschreckt und diese Emotion an meinem Kind ausgelassen – das macht die ganze Sache auch nicht besser, denn es ist und bleibt körperliche Gewalt an einem, der sich nicht wehren kann. Zumal der Lerneffekt äußerst fragwürdig ist, denn Ben hat mich nach einer halben Stunde wieder gebissen.

Da ist es besser, sich tatsächlich den Mund fusselig zu reden und hoffen, daß man irgendwann vordringt. Daß das Kind irgendwann versteht, daß es nicht auf die Straße rennen soll und nicht nur, weil es Angst hat vor einem Klaps. Daß es versteht, daß man Mama nicht beißt und nicht nur, weil es Angst hat, daß Mama ihm daraufhin weh tut. Denn den Mund fusselig reden ist zwar anstrengend und zeitraubend, aber es raubt nicht die Würde des Kindes. Den Mund fusselig reden überschreitet keine Grenze, die nicht überschritten werden soll – nicht, weil „man“ das nicht macht, sondern weil ich mein Gegenüber respektiere. Respekt, der in meinen Augen der Grundpfeiler jeder Beziehung – egal welcher Art – ist. Daran muß ich arbeiten und ich kann, wenn ich das nicht schaffe, mit Fug und Recht behaupten, daß ich nicht nur als Mutter sondern an mir selber versagt habe. Hoffen wir, daß es nicht so weit kommen muß.

Eine zweite Sache, die ich komplett ablehne, die niemals vorkommen wird und die ich mir nicht vorstellen kann, ist die bewußt überlegte körperliche Züchtigung. Wenn mein Mann spät nachts besoffen nach Hause kommt und ich ihm mit dem Nudelholz eine überziehe, so wird das in schlechten Witzen für heiterkeit sorgen, aber im wirklichen Leben an meinem Verstand zweifeln lassen. Man würde schlicht und ergreifend sagen, ich sei übergeschnappt.

Warum aber soll das bei Kindern in Ordnung sein? Es muß ja nicht mal das Nudelholz sein oder der Lederriemen, sondern kann auch ein Klaps auf den Po sein – das ist lediglich ein gradueller Unterschied, an der Sache selber ändert das nichts: ich lasse mein Kind meine Überlegenheit, die ich als Erwachsener über das Kind allein schon körperlich habe, spüren: Ich bin groß und du bist klein, das gibt mir das Recht, mit dir zu machen, was ich für richtig halte/was ich will. Wenn du nicht machst, was ich von dir erwarte, dann setzt es was, dann gibt es Prügel. Respekt hier nicht zu spüren; Prügel sind ganz klar ein Mittel, um Angst zu erzeugen, um Macht auszuüben, um Kontrolle zu bewahren. Allein die Vorstellung, mit einem Ledergurt meinem Kind die Leviten zu lesen – egal, wie selten das vorkommen mag -  erzeugt in mir Übelkeit.

Der Lerneffekt? Ich denke, das hat überhaupt keinen erzieherischen Wert, denn dann lernt das Kind lediglich, sich nicht erwischen zu lassen. In Staaten, die die Todesstrafe ausüben, ist die Verbrechensrate auch nicht geringer, eher noch höher als in Staaten, die sich dieses Mittels nicht bedienen. Zumal ich dann Schwierigkeiten haben würde, meinem Kind klar zu machen, daß es seine Kumpels nicht vermöbelt – sei es, weil es sauer ist; sei es, weil es der Meinung ist, es sei seinen Mitkindern überlegen.

Auf eben dieser Stufe – ich bin groß und du bist klein, was mir das Recht gibt, mit dir zu machen, was ich will – ist die Beleidigung, die Demütigung, die Herabsetzung, die emotionale Erpressung. Das hallt nach, das tut weh – und zwar für lange, lange Zeit. Manchmal sind solche Wunden, die eine Beleidigung zufügt, gar nicht mehr  heilbar.

Es gibt meiner Meinung nach andere Mittel und Wege, ein Kind zu erziehen. Irgendwo, in irgendeinem Buch (shame on me, ohne Quellenangabe…) habe ich gelesen, daß die „beste Erziehung diejenige sei, die man nicht spürt.“ Das bedeutet keineswegs, daß ich keine Grenzen setze. Ich setze durchaus Grenzen, ich setze sie nur nicht mit Gewalt durch: ich sage meinem Kind ganz klar, wo meine Grenze ist und erwarte, daß es sie einhält. Das aber geht nur, wenn ich meinem Kind den Respekt entgegenbringe und es das auch spüren lasse, den ich im Gegenzug von ihm erwarte.

Kann sein, daß das total in die Hose geht, aber ich glaube das nicht. Hierzu übrigens auch mal ganz platt das Argument: man liest oft in Berichten über Straftäter: „er kann ja nichts dafür, daß er ein Dieb/Räuber/Betrüger/Mörder/Kinderschänder ist, er hatte eine schlechte Kindheit.“ Komischerweise kommt nie: „er kann ja nichts dafür, daß er ein Dieb/Räuber/Betrüger/Mörder/Kinderschänder ist, er ist ja nie von seinen Eltern den A*** versohlt bekommen.“ Allein das sollte doch schon zu denken geben. Vielleicht geht es tatsächlich aber doch in die Hose und mein Kleiner wird doch irgendwann mal Kriminell, dann kann ich mir immer noch Vorwürfe machen.

In diesem Sinne: mein Kochlöffel hat kein Loch, damit er besser pfeift und weniger Windwiderstand hat, weil er das nicht braucht. Mein Kochlöffel wird zum Kochen verwendet. Gute Nacht.