Gespeichert unter: Alltägliches
Gerade habe ich es bei ihr wieder gelesen: über das Essengehen mit Kindern und wie das so in Restaurants abläuft. Wie Ben sich in Restaurants verhält – nun, das Auf-die-Tische-klettern gehört zum Standardrepertoire (nein, wir versuchen immer, es zu verhindern, aber manchmal ist er einfach zu schnell), gematscht wird auch ganz gerne und es gibt nach kurzer Zeit lautstarke Unmutsäußerungen von Mössjöh, wenn es ihm zu langweilig wird. Aber im Gegensatz zu Deutschland macht das nix. Gar nichts macht das. Das wird von Kindern erwartet, daß die kein perfektes Benehmen an den Tag legen und toleriert.
Mit Kindern ins Restaurant zu gehen ist hier normal und niemandem würde es einfallen, sich darüber zu beschweren. Selbst die ganz Kleinen werden schon mitgenommen, auch die ganz vielen sind normal. Es macht nichts, wenn die Kinder was lauter sind; selbst wenn es mal den ein oder anderen Tobsuchtsanfall gibt, wird man nicht des Platzes verwiesen. Man erntet wissendes Lächeln der anderen und kann ganz ohne mißbilligende Blicke weiteressen.
Für Kinder ist eigentlich immer mindestens ein Hochstuhl vorhanden, für die älteren stehen Stifte und Papier bereit. Und wenn die Kids mal zwischen den Tischen herumlaufen oder geräuschvoll miteinander spielen oder ihre Autos brummen lassen- so what! Man denkt sich seinen Teil, aber es macht nicht so viel, weil man hier noch weiß, daß Kinder eben nicht ewig still sitzen können, besonders nicht die Kleinen. Zwischen den Tischen herumlaufen, wenn es draußen ist, wird sogar belächelt. Kein Problem, no worries, mate. Hier ist man nämlich Kinderfreundlich.
Daher sind wir relativ häufig, so ein, zwei Mal im Monat essen und Ben gehört einfach dazu. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, nur deswegen einen Babysitter zu engagieren oder zu Hause zu bleiben. Er wird eigentlich immer vom Personal betüddelt und bewundert und auch die anderen Gäste lächeln und finden ihn süß. Schreit er mal – das gehört eben dazu, deswegen sind es Kinder. Ich bin wirklich noch niemals schief angeguckt worden, weil Ben gebrüllt hat.
Wenn er wieder mal in der Öffentlichkeit das kleine Böckchen spielt, ist das kein Grund, sich wie in Deutschland, ein Bein auszureißen, um das Kind ruhig zu stellen, es ist mir auch keineswegs peinlich. Kinder bocken nun mal aus verschiedenen Anlässen und brüllen auch gerne – das weiß man hier noch. Das einzige, was man erntet, sind entweder nachsichtige Blicke oder das hämische wissende Lächeln der anderen Mütter.
Niemals habe ich einen Kommentar hören müssen, von wegen, daß mein Kleiner schlecht erzogen sei, weil er bockt. Oder weil er nach Dingen grabscht, die ihn nichts angehen, im Supermarkt die Regale erklimmt oder lauthals aus voller Kehle lacht und endlos brabbelt oder weil ich die Leute aus dem Weg rempeln muß, weil er mir mal wieder ausgebüxt ist oder weil er sich an irgendwelchen Leuten festklammert, um nicht umzufallen. Niemals gab es einen bösen Blick – genervt ja, manchmal, aber nicht böse – oder die Aufforderung, das Kind endlich ruhig zu stellen.
Hier machen die Omis Gutschi-gutschi-gu, wenn sie Kinder sehen. Oder man lächelt und sagt ihnen Dinge wie: „Wow, you are really clever, are you?“ oder „Oh, you are a cutie!“, man schenkt ihnen Babycinos in Cafés und findet Kinder in der Regel toll.
Es gibt Sachen hier, die mich stören, aber es gibt auch Sachen hier, die mich froh sein lassen, nicht in Deutschland zu wohnen.
Gespeichert unter: Auf dem Spielplatz
Sonne, tolles Wetter und viel blöde Herumfahrerei: wir waren heute wieder auf dem Spielplatz zu finden. Ben brauchte auch dringend einen Ausgleich, da er die stundenlange Fahrerei als Zumutung empfindet. Inzwischen schreit er schon los, wenn wir nur in die Nähe des Autos kommen.
Ben ist geklettert, gerutscht, hat die Seilbrücke überquert und ist auf der Hängebrücke hin- und hergerannt. Außerdem hat er einen tollen Hund kennengelernt, der ihn am liebsten als Pet mit nach Hause genommen hätte. Ben war von dem Tier total hingerissen und kaum noch wegzubewegen.
Ein Wölkchen trübte den Spielzeugsonnenscheintag: die Trauben – ein anderes Kind hat bei uns Trauben geschnorrt und welche bekommen. Bens kostbare Trauben. Er hat sehr sehr empört geguckt, als Jack mit seinen Trauben abgedüst ist. Daraufhin hat Ben so viele Trauben wie er nur konnte, in seine Patschehändchen genommen und sich eilig in den Mund geschaufelt – nicht, daß Jack noch eine einzige kostbare Traube abbekommt!
Gespeichert unter: Schlaf Kindchen
Zum vierten Mal in Folge: gegen acht ist er eingeschlafen. Ich glaube langsam, es wird…
Gespeichert unter: Ben hat Spaß
Wir haben heute – wie sollte es anders sein? – Häusle geguckt. Das erste ist leider, leider, leider durch die strengen Auswahlkriterien meines BestenEhemannsvonWelt durchgefallen – keine Garage. Ansonsten bis auf die Küche perfekt. und bis auf die Weatherboards, die aus eigener Erfahrung im Winter erbärmlich kalt sein können.
Das zweite Haus – nun, da werde ich mich nicht äußern. Oder doch. Wenn wir da den Zuschlag bekommen sollten, können wir echt keinen mehr einladen. Das war das mit dem „leafy environment“. Unglaublicherweise wäre das nur 20 Dollar pro Woche teurer als das, was wir jetzt haben. Mit Pool. Etwa 200 qm Wohnfläche. Mit leafy environment. Hollywoodstyle. Ein Fahrrad-Haus, denn ohne Gefährt ist man da wieder aufgeschmissen. Ich klau jetzt einfach mal die Photos vom Immo-Fuzzi, ich selber habe nicht photographiert.


Ich glaube, es wird nicht klappen.
Das dritte war ätzend. Lohnt sich nicht, da noch ein Wort zu verlieren.
Zwischendurch haben wir noch kurz bei einem Garage-Sale vobeigestoppt, an dem wir zufällig vorbeigefahren sind. Ben hat sich da unsterblich in eine Plastikscheußlichkeit namens Spielküche verliebt. Wir haben ihn erst da weggezerrt, es gab Riesengeschrei. Erfahrungsgemäß sollte es nach etwa 10 Sekunden verebben. Tat es aber nicht. Ben jammerte weiter, wollte zurück. Minutenlang. Wir hätten ihm die Küche ja gegönnt, auch wenn er nicht gebrüllt hätte, aber der Platz im Auto ist doch sehr beschränkt gewesen.
Dennoch, kurz Kriesrat gehalten, kurzes Umräumen und der Deal war perfekt: Plastikküche inclusive Krokodilklavier (oder Klavierkrokodil?) im Auto für sagenhafte günstige 6 Dollar (etwa 4 Euro). Endlich auch mal von mir ein erfolgreiches Flohmarktschnäppchenerlebnis.




