Was macht man bitteschön, wenn es draußen in Strömen schüttet und Kindelein drinnen einen Langeweilelagerkoller bekommt? Nun ja, mir ist Knete eingefallen. Also ran an den Herd und Knete gekocht. Ging supereinfach und superschnell. Kleiner Tipp: die Lebensmittelfarbe reinschütten in die Mischung. Reinkneten führt zu unschönen Verfärbungen an den Händen.
Kindelein war glücklich. Gut, Ben kann noch nicht wirklich was mit Knete anfangen, aber er hat glücklich damit herumgematscht, das Zeug in Fetzen gerupft, gematscht, mir aus der Hand gerissen, das Zeug in Fetzen gerupft und im Wohnzimmer verteilt, zusammengesammelt, reingepiekst, gerupft, gematscht, aus der Hand gerissen. Höhepunkt war, als er „öööäähhh!„-brüllend auf dem Wohnzimmertisch stand, gekreiselt ist, Knete gerupft hat und in die Gegend geworfen hat (und später nicht wieder runterkam – der richtige Lerneffekt hat, scheints, noch nicht eingesetzt).
Zwei Stunden war er beschäftigt.
Einzige Schwierigkeit war, ihm klarzumachen, daß der Spaß vorbei war, weil wir losmußten, um Jens zu treffen.
Gespeichert unter: Kulinaria
Schlafen – das ewige Thema. Oder eigentlich ist es ja eher das Nicht-Schlafen. Wie jetzt beispielsweise. Zehn Uhr und kein bißchen müde. Ich glaube, demnächst streiche ich den Mittagsschlaf. Ich habe jetzt echt keine Lust mehr und hätte bitteschön ganz gerne Feierabend.
Gespeichert unter: Ben hat Spaß
Man könnte ja auf den Gedanken kommen, daß ich in meiner Erziehung eher nachgiebig, ja lässig bin – etwas, das nach Auffassung vieler Mütter zu einer garantierten Verbrecherkarriere führt, wenn nicht sogar zum gesellschaftlichen Versagen, da mein Kind ohne Regeln aufgewachsen ist und sich niemals in eine Gruppe fügen wird. Nun, wir werden sehen.
Was ich sagen wollte: ich kann auch anders. Sozusagen das Szepter mit eiserner Faust schwingen
. So geschehen gestern. Kindelein wollte auf den Wohnzimmertisch klettern, was es mitlerweile ziemlich gut kann. Ich habe ihn immer wieder weggezogen und erklärt, daß man eben nicht auf Tische klettert. Kindelein ignoriert mich und macht Anstalten, weiterzuklettern. Nun ja, irgendwann wurde es mir zu blöd und ich habe – Ben klettern lassen.
Ben kniete also mit allen vieren auf dem Wohnzimmertisch, setzte sich hin und gab triumphierende Laute (öööhhhrröhhmanmmmmmm…Jajajajaaaajaiii!) von sich, die etwa übersetzt bedeuten würden: Yöööö! Siehst du Mama! Ich kann doch! Ich kann machen, was ich will! Yipppieeeeh!
Ben triumphierte ein paar Minuten vor sich hin und wollte dann wieder runter vom Tisch. So, jetzt kommt der Teil mit der eisernen Faust: ich habe ihn einfach so auf dem Tisch gelassen, ohne zu helfen. Er krabbelte mehrere Minuten recht hilflos von Kante zu Kante, machte hier und da den Versuch, runterzukommen, aber er traute sich nicht. Warum, weiß ich nicht. Ein Kind, das eine fastsenkrechte Kletterwand von fast 2 m Höhe ohne mit der Wimper zu zucken runterrutscht, traut sich nicht, vom Wohnzimmertisch zu klettern? Nun ja, er ist dabei vorgestern recht böse auf die Nase gefallen…
Kindelein krabbelt und jammert, krabbelt und jammert und ich böse Mutter sehe mir das Ganze mit einem breiten Grinsen an. Böse Mama aber auch. Okay, ich gebe zu, nach 10 Minuten wurde es mir auch zu doof, da habe ich ein klein wenig Hilfestellung geleistet.
Aber siehe da: Ben hat den ganzen Abend keinerlei Anstalten mehr gemacht, auf den Tisch zu klettern.







