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Neun Uhr, Ben schläft und was mache ich so alleine? Liebe Eltern, eigentlich wollte ich euch noch eine Email schreiben, aber das wartet bis morgen oder übermorgen. Ich bin nämlich jetzt müde, werde jetzt ins Bettchen gehen und mein Blaubär-Buch weiterlesen.
Jens hat heute Ausgang. Morgen auch. Nächste Woche fliegt er nach Queensland, übernächste Woche nach Perth. Alles geschäftlich, versteht sich.
Daß Ben gestern um 19 Uhr schon eingeschlafen ist, war wohl ein seltener Glücksfall. Heute scheint jedenfalls alles wieder beim alten zu sein: Ben nuckelt, ist kein bißchen müde und wird gleich noch ein wenig spielen. Hoffentlich nur bis zehn. Er hat wohl ein bißchen zu lange geschlafen: erst nachts die 12 Stunden, dann heute im Center noch mal 2,5 Stunden. Ach ja, mir wurde berichtet, daß er heute ausgesprochen gut gelaunt gewesen sei…woran das wohl wieder liegen mag?
Ach ja, da war noch was: es läßt sich eine dramaturgische Steigerung in der Choregraphie der Wutanfälle verzeichnen. Zuerst hieß es ja nur: losbrüllen, so laut es geht. Inzwischen - etwa seit Beginn der Center-Besuche - sind die Anfälle durchaus auch gehobeneren Ansprüchen gewachsen. Inzwischen bedeutet so ein Wutanfall: losbrüllen, “nahnahnah!!!” schreien so laut es geht, je nachdem auf der Stelle trampeln / die Arme duchstrecken und Aal spielen, damit Mama einen nicht mehr halten kann, weiter brüllen, bis das Gesicht eine reizend rot-violette Farbe annimmt, zwischendurch kommt eine kurze dramatische Pause, verursacht durch Luftmangel seitens des Darstellers, die Lautstärke und Tonhöhe steigern bis in dem Erwachsenenohr ein Klirren zu vernehmen ist und als Höhepunkt: sich auf den Boden werfen. Herr.lich, sag ich da nur…
So geschehen beim In-den-Kinderwagen-setzen zu Hause, nicht-aus-dem-Kinderwagen-rausnehmen an der Fähre (Jens hat Freigang, nur zu Erinnerung), nicht-ins-Wasser-hüpfen-lassen am Fähranleger, wieder in-den-Kinderwagen-setzen, beim Torschließen zu Hause, beim Hineingehen zu Hause, beim Wickeln (ganz böse!) und beim Trepperaufgehen. Wird es wohl Zeit für ein Hilfeposting bei Urbia?
Als Überraschung des Abends: Ben ist gerade eingeschlafen. Wie schön ![]()
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Ben hat sein Auto und sein Motorrad aus dem Fenster geworfen. Jetzt hängen beide in der Dachrinne der Veranda. Und Ben beschwert sich, daß die beiden Dinger nicht zurückkommen. Witzbold.
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Sooo, dann muß ich wohl. Ich wühle mich jetzt mal durch meine Unterlagen. Vielleicht sollte ich einfach mal gnadenlos aussortieren, was ich jetzt nicht brauche, es ist doch reichlich unübersichtlich…?
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Photos vom Samstag, wie versprochen. Zwischen den Hausbesichtigungen waren wir natärlich auf Spielplätzen. Ben war vom vielen Fahren nicht wirklich angetan, zwischendurch mußte er sich einfach die Beine vertreten. Für die Besichtigung des ersten Hauses waren wir zu früh, daher waren wir im nahegelegenen Park und da auch auf dem Spielplatz. Zuerst mußte sich Ben durch Buschland kämpfen und wollte partout in eine ganz andere Richtung als die Eltern. Zum Glück konnten wir ihn davon überzeugen, daß unsere Richtugn genauso schön war.
Im Park haben wir eine wilde Bestie gesehen, die Ben ganz der angstfreie Ritter ohne Furcht und Adel gestreichelt hat
Spielplatz ist normalerweise ganz toll. Der in dem Park war nicht ganz so schön, aber was solls, es gibt andere Spielplätze. Danach haben wir den Spielplatz in der Nähe des zweiten besichtigten Hauses besucht, da wir auch da wieder - ungewöhnlich für uns - zu früh waren. Der Park war nicht so schön, aber der Spielplatz war ein wenig netter und Ben hatte noch mehr Spaß:
Da hat Ben - ganz in bester Aussie-Manier - das erste Mal versucht, zu surfen.
Er hat sich aber dann doch lieber hingesetzt, das Gewackel war ihm nicht geheuer. Danach wurde geschaukelt - je höher, desto besser:
Und zum Schluß das Highlight des Tages: die Rutsche. Die war wahrlich nicht klein. Beim ersten Mal hat Jens ihn hochgetragen und rutschen lassen, beim zweiten Mal ich, beim dritten Mal ist er die Rampe alleine hochgeklettert, Jens war nur für eventuelle Umfaller zur Stelle.
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Gestern haben wir uns n0ch ein Haus angeschaut. Ein sogenanntes “Townhouse”. Daran habe ich gesehen, daß es Schlimmeres gibt, als in alten Häusern mit diversen Macken zu wohnen. Dieses Townhouse war neu und gehörte zu einer ganzen neuen Häusergruppe, die z.T. noch nicht mal fertiggestellt waren. Es waren auch noch mehrere zu vermieten. Nun, diese Häuser scharrten sich um eine Art Garten, bei dem mittels Goldfischteich ein kläglicher Versuch unternommen wurde, das ganze Arrangement etwas lebendiger und wohlicher zu gestalten. Von diesem Gärtchen aus konnte man die Häuser betreten, bzw. durch ein Tor den gepflasterten etwa briefmarkengroßen Vorhof betreten. Von da aus ins Haus, das aus zwei Stockwerken bestand und recht schlauchartig geschnitten war. Unten gab es zur Unterteilung eine Küche in der Mitte, der Wohnereich konnte als Eßzimmer auf der einen und als Wohnzimmer auf der anderen Seite genutzt werden. Eine Treppe führte nach oben, wo drei Zimmerchen auf ihren Bezug warteten.
Alles sehr neu, alles noch unbenutzt, alles recht stylisch, keine Frage. Klimaanlage, Überwachungskameras, Balkon vorne und hinten, riesige Fenster, abnehmbare Duschköpfe und pipapo. Ich fand es alptraumartig. In dem Teil hatte ich das Gefühl, in einem Kaninchenkäfig eingesperrt zu sein. Es war winzig. Der Garten war ein Witz, mit unseren Möbeln wäre das Teil total vollgestopft gewesen. Ein trostloses Shoppingcenter war in der Nähe, eine Hauptverkehrsstraße und ein Autohaus. Spielplatz? Grüne Wiese? Ein Park? Oder zumindest ein Hinterhof zum Spielen? Fehlanzeige. Suburbia pur, aber ohne die biedere Hausfrauenidylle, die man aus amerikanischen Filmen kennt. Trostlos.
Ätzend. Kommt gar nicht in Frage.
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So einen Tanz würde ich jetzt am liebsten auch hinlegen:
Warum? Ben ist gestern um…Trommelwirbel…19 UHR eingeschlafen!! Gerade als wir essen wollten. Er saß in seinem Hochstuhl, hat zeimlich unbeeindruckt sein Essen angeblinzelt, den Kopf weggedreht und Mühe gehabt, seine Augen offenzuhalten. Ständig ist ihm der Kopf auf die Tischplatte gesunken. Also gab es statt Bruschetta Mamamilch und Bett. Um halb acht hat er tief und fest geschlafen, um acht habe ich ihn endlich ins Bett gelegt, um viertel nach acht ist er wieder wach geworden und um halb neun ist er endgültig eingepennt. Nachts war er zwischendurch noch zwei Mal wach, hat aber bis heute morgen um 7 geschlafen. Wahnsinn. Auch mein Kind kann schlafen.

