21.29 Uhr und Ben schläft schon seit 5 Minuten oder so. Es wird, es wird…hoffe ich. Oder er sammelt Kraft für morgen.
Ein paar Häuser haben wir uns im Internet angesehen. Das, was mir so richtig gut durch und durch gefallen hat – *hmpf*, ich habe eben einen teuren Geschmack. Ein anderes war toll, wahrscheinlich zu weit außerhalb, eines war mit Swimming-Pool, eines mit eigenem Anlegesteg und ein drittes mit ungesichertem Pool. Die letzten beiden fallen in jedem Fall raus, sind zu unsicher.
S o, ich gehe jetzt lesen. Mein Blaubär wartet… Gute Nacht allerseits
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Strahlender Sonnenschein. Ich packe Ben ein – witzigerweise klettert er inzwischen freiwillig in den Kinderwagen, wenn er raus will und veranstaltet ein Mordsgezeter, wenn ich ihn da wieder raushole – gehe mit ihm raus. Einmal die komplette Darling Street rauf und runter, da ja so schönes Wetter herrscht.
Wieso es allerdings anfangen mußte zu regnen, als wir am anderen Ende von zu Hause waren, will mir nicht in den Kopf. Wieso es anfangen muß zu regnen, wenn wir sämtlichen Regenschutz auspacken, da ja das Wetter so schön ist…? Patschenaß sind wir beide nach Hause gekommen.
Wir denken ernsthaft wieder über einen Umzug nach. Schließlich wohnen wir ja schon fast ein Jahr hier, da wird es Zeit…
nein, das wohl nicht. Aber das Haus hier hat mehrere Nachteile, die uns ernsthaft über einen Standortwechsel nachdenken lassen. Wenn ich das mal so auflisten darf:
Nachteile:
- Es ist relativ weit von Jens’ Arbeitsplatz entfernt. Morgens und abends muß er jeweils etwa 45 Minuten Fahrtzeit einplanen.
- Es ist in Balmain. Ein schöner Stadtteil, aber…ich fühle mich nicht so recht wohl hier. Außerdem ist es irgendwie „eng“ hier. Es ist eher ein Stadtteil, den man zum Kaffeetrinken und Spazierengehen besucht. Nicht so sehr viel Grün, nur ein paar kleine Parks.
- Die Miete ist abartig.
- Das Haus ist hoffnungslos heruntergekommen. Die Küche ist mindestens 25 Jahre alt, die Spülmaschine funktioniert nicht mehr richtig, gestrichen wurde seit Ewigkeiten nicht mehr, die Lampen sind aus den 60ern, das Badezimmer ist ätzend.
- Es sieht immer etwas schäbig aus, ganz egal, wie viel man putzt und macht. Die Farbe kommt teilweise von den Wänden. Das bei einer Miete, die in Stuttgart oder Düsseldorf eine große, wunderschöne State-of-the-Art-Wohnung in Citynähe bedeuten würde. Obwohl, in City-Nähe sind wir ja jetzt auch… Der Eigentümer macht nichts.
- Es ist feucht hier. Wir haben eine Stelleim Badezimmer, wo sich bei Regenwetter eine !Pfütze! bildet. Zudem liegt das Haus in einer Senke, d.h., die ganze Feuchtigkeit sammelt sich, was z.T. auch der Grund dafür ist, daß die Farbe blättert. In der Wohnung aufgehängte Wäsche braucht bei Regenwetter draußen mehr als eine Woche um wenigstens halbwegs trocken zu werden. Der Salzteigabdruck von Bens Händen und Füßen muß regelmäßig in den Backofen, damit sich das Werk nicht in Matsch auflöst. Über die Schnecken in der Küche rede ich jetzt nicht mal.
- Es ist stickig hier. Die Fenster in der Küche lassen sich nicht öffnen, das im Badezimmer ist vor Feuchtigkeit so verzogen, daß es auch nicht mehr aufgeht. Zusammen mit der Nässe ist das nicht wirklich gut – das führt bekanntlich zu Schimmelbildung. Unterm Dach ist es im Sommer und im Winter unerträglich. Nicht mal Ventilatoren sind angebracht wie in unseren früheren Wohnungen.
- Wir haben ein Gefälle im Fußboden. Merkbar, etwa 2-3 %. Im Schlafzimmer ist es so stark, daß wir im Bett immer gen Fußende rutschen. Irgendwie finde ich das nicht wirklich attraktiv.
- Es hat viele Zimmer, doch die werden nicht wirklich alle genutzt. Zum Ausgleich dafür sind die Räume ziemlich klein
- Es hat keinen Garten, nur einen gepflasterten Vorhof. Gut, das ist vielleicht ein Vorteil, da es weniger Arbeit macht, aber es sieht nicht schön aus, man wird im Sommer nicht dazu verlockt, draußen zu sitzen und die Einfahrt wird immer von den Nachbarn zugeparkt.
- Die Treppe ist gefährlich. Das, was als Geländer angebracht ist, ist ein Witz. Dafür ist die Treppe steil mit hohen Stufen. Sowohl Jens als auch ich haben schon ein oder zwei Mal fast einen Abgang gemacht.
- Drei Eingänge hat das Haus. Okay, das ist weder Vor- noch Nachteil, sondern einfach nur doof.
- ich kann dieses Haus einfach nicht ausstehen.
Vorteile:
- Citynähe, gute Busanbindungen
- nette Nachbarn
- ein wunderschöner Löwenkopftürklopfer an der Eingangstür
- ein Umzug macht viel Arbeit, daher wäre es einfacher, einfach hier zu bleiben und damit zu leben
Ich glaube, die Nachteile überwiegen. Das ist das Problem, wenn man schnell was finden muß, sich nicht auskennt und die Wohnungssuche einfach nur leid ist. Nun ja, wir sehen uns um.
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Ben kann ja noch nicht wirklich sprechen, eine Tasache, die ihn wirklich ziemlich frustriert. „Haaabn!“ ist meist das einzige, was er rausbringt. „Mammmaa’abbn“ oder „Haaabn’Maamma!„, manchmal auch „Da Kaaa!“ kriegt er auch noch hin, aber mehr noch nicht. Meist bleibt es beim „haaabn“, das zu allen Gelegenheiten angewendet wird. Wenn er z.B. hinfällt und sich weh getan hat, dann klagt er „haaabn!“, was wohl Mama, da habe ich ein Weh oder so heißen mag. Also ein bißchen um die Ecke halt.
Heute morgen allerdings mußten wir richtig um die Ecke denken, um Sinn in dieses „haaabn“ reinzuinterpretieren. Ben ist aus irgendeinem Grund heute morgen um halb fünf wach geworden und hat erst einmal im Bett herumgetobt, sich die Wasserflasche geschnappt, weiter getobt, wurde (erfolglos) versucht, wieder in den Schlaf bemilcht zu werden, hopst raus aus und rein ins Bett, wieder raus aus dem Bett, steht mit Bauklötzen hämmernd am Treppengitter, kommt wieder rein ins Bett und steht plötzlich auf der Matratze, zeigt auf den Kleiderstapel über dem Stuhl (jaja, ein wenig unordentlich ist es hier *räusper*) und schreit insitierend sein ominöses „haaabnnn!“ heraus. Immer lauter und lauter, kläglicher und fordernder wurde sein Ton. Morgens um kurz vor fünf zu denken ist wahrlich nicht meine Stärke und ich mußte ein paar Minuten rätseln, was der Eumel da eigentlich wollte.
Er wollte runter, frühstücken. Mössjöh hatte schlicht Hunger. Was das mit dem Kleiderstapel über dem Stuhl zu tun hat? Nun, ganz einfach, wenn es Zeit zum Frühstücken ist, gehen wir runter, nehmen unsere Klamotten mit und machen uns unten fertig, während Ben kulinarisch versorgt wird. Gar nicht doof, der Kleine. Übrigens konnten wir ihn kurz vor sechs überreden, doch noch eine Runde zu schlafen.
Ich wundere mich übrigens immer über die Schlafrichtlinien für Kleinkinder in Bens Alter. Es sei ein Schlafpensum von 10 – 13 Stunden normal. So weit, so gut. Nur, wenn es normal ist, daß Kleinkinder in Bens Alter 10 Stunden schlafen, welcher normale Mensch würde die dann schon um 7 Uhr abends ins Bett legen? Oder gibt es da keinen Mittagsschlaf mehr? 13 Stunden sehe ich ja noch ein, aber 10?
Einen Tag Childcare und Ben kann aus der Flasche trinken. Nicht aus der richtigen Flasche, das wäre zu hart, sondern eine Sportlerflasche. Diese ganzen Trinklernflaschen haben nicht funktioniert, daher hat er einfach eine Sportlerflasche fürs Center bekommen. Klappt scheinbar.







