Wir waren gestern auf dem Spielplatz. Da es heftig geregnet hat und Ben heftig Auslauf brauchte, haben wir aus Verzweiflung und weil uns nichts besseres eingefallen ist, einen Indoor-Spielplatz besucht. Nun, hmm, nach der ersten Enttäuschung über die Kombination teurer Eintrittspreis - vergammelte Bruchbude hatten wir aber doch eine Menge Spaß. Ben hat sich hauptsächlich im Bällebad aufgehalten, wo er in Bällen gebadet hat und in einen Basektballkorb geworfen hat. Der Basketballkorb war natürlich sehr niedrig und aus Plastik und Ben stand direkt dran. Nicht daß jemand denkt, wir würden hier den nächsten Nowitzki ausbrüten.
Was er auch toll fand, war der kleine Plastikrasenmäher mit den bunten Bällen, den er hinter sich hergezogen hat, als er seien Runden gedreht hat. Enttäuschend war hingegen der Versuch, den Rasenmäher ins Bällebad zu schleppen, ging irgendwie nicht. Über dieses blöde Ding haben sich die Kinder echt die Köppe eingehauen, unglaublich. Siegerin war eine etwa Zweijährige, die das Teil triumphierend hinter sich herzog, den motzenden Ben im Fahrwasser. Daß er dann irgendwann keinen Bock mehr hatte und ins Bällebad zurück wollte, hat der jungen Dame aber auch wieder nicht gepaßt, da ist sie hinter Ben her…
Ganz am Ende, als die meisten Kinder schon wieder weg waren, bin ich mit Ben auf die große Rutsche, die ähnlich wie eine Hüpfburg, aus luftgefüllter Plastikplane bestand. Absolut cool, da runter zu rutschen - da wünscht man sich, wieder acht zu sein *rotwerd*. Nun ja, Ben fand das auch klasse, so daß wir mehr als einmal da runter sind. Als wir gehen mußten, sah er doch sehr enttäuscht aus.
Was mich doch nachdenklich gemacht hat, war die Tatsache, wie die Leute mit ihren Kindern umgegangen sind. Hier in der Nachbarschaft wird gesäuselt, ermahnt und darauf geachtet, daß die Kleinen Rücksicht auf Kleinere nehmen. Der Spielplatz lag aber ein wenig weiter weg, in einer Art Industriegebiet-Vorstadt. Nicht ganz heruntergekommen, aber eben auch nicht wirklich eine dolle Nachbarschaft. Da waren die Kinder deutlich rüpelhafter, die Eltern haben auch mal Klapse verteilt und gemotzt. Entsetzt hat mich da besonders eine Mutter, die es geschafft hat, ihr kleines Engelchen so weit zu mästen, daß er aussah, als würde er das Doppelte von Ben wiegen. Er war auch nur ein paar Zentimeter größer, was es schwierig gemacht hat, zu beurteilen, wie alt der Kleine war. Er war kaum in der Lage zu krabbeln, geschweige denn, zu stehen - wie denn auch, bei dem Gewicht? Traurig war das. Und er wurde wirklich gemästet, das war nicht krankheitsbedingt. Die Mutter war von der Sorte, die motzen: “Hör auf, die anderen Kinder zu hauen”, um dann selber eien auf den Po zu geben *augenroll*.
Nun ja, zwei Stunden Spielplatz waren wohl trotzdem zu wenig, wie der gestrige Abend gezeigt hat.
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