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Wir haben keine Rituale, wir haben keinen strukturierten Tagesablauf. Wenn man einigen Erziehungsbüchern glauben würde, müßte Ben davon total verwirrt sein, einen Knacks haben und eigentlich völlig von der Rolle sein. Ist er auch (-> siehe Thema “Schlafen”) und scheinbar weiß er um die Problematik des rituallosen, ungleichmäßigen Lebens, daher hat er beschlossen, selber Rituale einzuführen.
So ritualisiert er beispielsweise – Peinlich? Egal! – meine “Malfürkleinemädchen”-Besuche. Zuerst einmal geht er sehr einfühlsam auf das doch sehr frauliche Bedürfnis ein, niemals allein aufs Klo gehen zu können (= er steht vor der Tür und brüllt das Haus zusammen). Daher gibt es hier einfach keine geschlossenen Türen mehr, um Intimsphäre oder so was zu bewahren. Nur noch, um Kindelein davon abzuhalten, die Treppe alleine hochzukrabbeln.
Also, ich gehe aufs Klo. Sein Ritual ist, währenddessen soviel wie möglich von dem Toilettenpapier in die Finger zu bekommen (”HAAABNNN! HAAAAAHHHHBNN!“) und so viel wie möglich abzureißen. Wenn ich fertig bin, wirft er seine Fetzen ebenfalls in die Schüssel. Toll, oder? Und wenn Mama dann auch noch abspült und dabei den Toilettendeckel oben läßt, ist die Welt wieder in Ordnung…*augenroll*
Sein zweites Ritual findet nach dem Essen statt. Egal, nach welchem. Ist er fertig, dann wird ein Papiertuch oder irgendein Tuch verlangt, damit er wild auf seinem Tischchen hin-und herputzen kann.
An dem strukturierten Tagesablauf arbeiten wir allerdings noch.
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