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Wir haben keine Rituale, wir haben keinen strukturierten Tagesablauf. Wenn man einigen Erziehungsbüchern glauben würde, müßte Ben davon total verwirrt sein, einen Knacks haben und eigentlich völlig von der Rolle sein. Ist er auch (-> siehe Thema „Schlafen“) und scheinbar weiß er um die Problematik des rituallosen, ungleichmäßigen Lebens, daher hat er beschlossen, selber Rituale einzuführen.
So ritualisiert er beispielsweise – Peinlich? Egal! – meine „Malfürkleinemädchen“-Besuche. Zuerst einmal geht er sehr einfühlsam auf das doch sehr frauliche Bedürfnis ein, niemals allein aufs Klo gehen zu können (= er steht vor der Tür und brüllt das Haus zusammen). Daher gibt es hier einfach keine geschlossenen Türen mehr, um Intimsphäre oder so was zu bewahren. Nur noch, um Kindelein davon abzuhalten, die Treppe alleine hochzukrabbeln.
Also, ich gehe aufs Klo. Sein Ritual ist, währenddessen soviel wie möglich von dem Toilettenpapier in die Finger zu bekommen („HAAABNNN! HAAAAAHHHHBNN!„) und so viel wie möglich abzureißen. Wenn ich fertig bin, wirft er seine Fetzen ebenfalls in die Schüssel. Toll, oder? Und wenn Mama dann auch noch abspült und dabei den Toilettendeckel oben läßt, ist die Welt wieder in Ordnung…*augenroll*
Sein zweites Ritual findet nach dem Essen statt. Egal, nach welchem. Ist er fertig, dann wird ein Papiertuch oder irgendein Tuch verlangt, damit er wild auf seinem Tischchen hin-und herputzen kann.
An dem strukturierten Tagesablauf arbeiten wir allerdings noch.
Gespeichert unter: Blöd & Zugenäht, Kulinaria | Schlagworte: Fies, Kochen, Kulinaria
Ich habe gerade versucht, unser aller Abendessen zu kochen. Betonung auf „versucht“. Schmeckt abscheulich. Und nu?
Ich kann nicht mehr kochen, schon seit einer Woche schmeckt nix, was ich mache.
Ich habe eben ganz dreist behauptet, ich könne Wookiisch. Aber da habe ich wohl übertrieben oder ich habe gerade ein Übersetzungsproblem. Ich verstehe mein Kindelein gerade nicht.
Er steht vor mir, quietscht kläglich, eindringlich „habbbnnn! hääehbnnn!„, grabscht sich ein, zwei Bauklötze aus der Tonne, rennt zur Treppe und wirft sie runter.
Was kann das denn bedeuten?
Ben kommuniziert, sprechen kann man das eigentlich nicht nennen. Sie hat das äußerst passend mit einem Wookie verglichen. Kind gibt wookieartigen Laut, Muttern reagiert wie Harrison Ford – sie versteht eben alles, auch wookiisch. Jetzt war ich mir nicht ganz sicher, ob sich nicht doch so etwas wie echte Wörter in sein Wookiisch geschlichen haben – abgesehen von „haaabn!„, „Aaaahmmm!„, „hammm!“ und „dah!„.
So könnte „Ka“ wie schon irgendwann erwähnt Katze bedeuten. Zumindest sagt er immer „Ka„, wenn er eine Katze sieht. Oder auch „Ga!„, und auch mal „Ka-ka„. Er tastet sich ebenfalls vorsichtig an das Wort „Kaffee“ ran. Der ist abwechselnd „Ga„, oft „Ka“ und auch mal „Ka-ka„. Es kommt eben drauf an, ob er den Kaffeebecher sieht oder die Nachbarskatze.
Das andere, was ich zu hören meinte, ist „Waaahm!„, also warm. Was mich wundert, da ich eigentlich nie sage, daß irgendwas „warm“ ist, entweder ist etwas heiß oder kalt.
Gespeichert unter: Blöd & Zugenäht, Chaosknilch, Technik und Tücken | Schlagworte: Mist, Photoapparat, Technik
Mist ist, wenn man die kleine funkelnagelneue Knipse, die man dem weltbesten Ehemann zu Weihnachten geschenkt hat, auf den Boden knallen läßt. Noch mistiger ist, wenn man feststellt, daß dieses funkelnagelneue Hightechgerät von diesem kleinen Rumpler tatsächlich eine Macke davongetragen hat. Am mistigsten ist es, wenn man das Garantiekärtchen, wo draufsteht, daß man eine extra lange Garantie beistzt, sucht und nicht findet, weil man (frau) der Meinung war, das besonders „gut wegtun“ zu müssen, damit man es nicht verliert. Und die normale Garantiekarte ist natürlich auch nicht abgestempelt, während der Kassenbon bei der extralangen Garantiekarte ist.
Richtig toll ist es dann auch, wenn man wie doof danach sucht, das Kindelein sich den Moment aussucht, um noch mehr Aufmerksamkeit zu fordern, während es doch eigentlich schlafen sollte, da es immerhin schon halb zehn abends war – um halb zehn abends haben kleine Kinder keine Aufmerksamkeit zu fordern und haben auch nicht Spielen zu wollen, sondern sollte, so will es Mama gerne, im Bett sein und schlummern! Ich war da leicht im Streß, habe die Garantie nicht gefunden und mir vorgenommen, am ersten KiTa-Tag nächste Woche aufzuräumen, Papiere zu verstauen, und eben das alles, wozu man nur halbherzig kommt, wenn man einen extrem neugierigen Speedy Gonzales zwischen den Beinen laufen hat.
Kann mir eigentlich mal jemand verraten, wie es sein kann, daß ich mich durch einen Berg von Wäsche arbeite, ganz unten im Wäschekorb ankomme und nur noch die Bettwäsche zu waschen ist – und es dann anfangen muß zu regnen. Wo ich die Bettwäsche nur ganz ungeschützt auf die große Leine hängen kann? Und wieso ich nicht in der Lage bin, die Bettwäsche bei gutem Wetter aus dem Korb zu fischen, um sie zu waschen und aufzuhängen? Und wieso es imemr so ist, daß wenn ich das schaffe, die Wäsche schön auf der Leine flattert und fast trocken ist, es dann anfängt zu regnen und tagelang nicht wieder aufhört? Dann flattert die Wäsche nicht mehr auf der Leine, sondern flappt nur noch blöd herum und ist unten voll mit irgendwelchen Samen und Sandkörnchen, so daß ich sie noch mal waschen muß.
Und jetzt kommt mir bloß keiner mit Wäschetrockner…
Nachtrag: Richtig toll ist allerdings, wenn man auf den Grund der Wäschetonne gestoßen ist und keine Bettwäsche gefunden hat, weil die schon längst gewaschen im Schrank liegt…*handvordiestirnschlag* Also manchmal bin ich froh, daß mein Kopf angewachsen ist…
Wir waren gestern auf dem Spielplatz. Da es heftig geregnet hat und Ben heftig Auslauf brauchte, haben wir aus Verzweiflung und weil uns nichts besseres eingefallen ist, einen Indoor-Spielplatz besucht. Nun, hmm, nach der ersten Enttäuschung über die Kombination teurer Eintrittspreis – vergammelte Bruchbude hatten wir aber doch eine Menge Spaß. Ben hat sich hauptsächlich im Bällebad aufgehalten, wo er in Bällen gebadet hat und in einen Basektballkorb geworfen hat. Der Basketballkorb war natürlich sehr niedrig und aus Plastik und Ben stand direkt dran. Nicht daß jemand denkt, wir würden hier den nächsten Nowitzki ausbrüten.
Was er auch toll fand, war der kleine Plastikrasenmäher mit den bunten Bällen, den er hinter sich hergezogen hat, als er seien Runden gedreht hat. Enttäuschend war hingegen der Versuch, den Rasenmäher ins Bällebad zu schleppen, ging irgendwie nicht. Über dieses blöde Ding haben sich die Kinder echt die Köppe eingehauen, unglaublich. Siegerin war eine etwa Zweijährige, die das Teil triumphierend hinter sich herzog, den motzenden Ben im Fahrwasser. Daß er dann irgendwann keinen Bock mehr hatte und ins Bällebad zurück wollte, hat der jungen Dame aber auch wieder nicht gepaßt, da ist sie hinter Ben her…
Ganz am Ende, als die meisten Kinder schon wieder weg waren, bin ich mit Ben auf die große Rutsche, die ähnlich wie eine Hüpfburg, aus luftgefüllter Plastikplane bestand. Absolut cool, da runter zu rutschen – da wünscht man sich, wieder acht zu sein *rotwerd*. Nun ja, Ben fand das auch klasse, so daß wir mehr als einmal da runter sind. Als wir gehen mußten, sah er doch sehr enttäuscht aus.
Was mich doch nachdenklich gemacht hat, war die Tatsache, wie die Leute mit ihren Kindern umgegangen sind. Hier in der Nachbarschaft wird gesäuselt, ermahnt und darauf geachtet, daß die Kleinen Rücksicht auf Kleinere nehmen. Der Spielplatz lag aber ein wenig weiter weg, in einer Art Industriegebiet-Vorstadt. Nicht ganz heruntergekommen, aber eben auch nicht wirklich eine dolle Nachbarschaft. Da waren die Kinder deutlich rüpelhafter, die Eltern haben auch mal Klapse verteilt und gemotzt. Entsetzt hat mich da besonders eine Mutter, die es geschafft hat, ihr kleines Engelchen so weit zu mästen, daß er aussah, als würde er das Doppelte von Ben wiegen. Er war auch nur ein paar Zentimeter größer, was es schwierig gemacht hat, zu beurteilen, wie alt der Kleine war. Er war kaum in der Lage zu krabbeln, geschweige denn, zu stehen – wie denn auch, bei dem Gewicht? Traurig war das. Und er wurde wirklich gemästet, das war nicht krankheitsbedingt. Die Mutter war von der Sorte, die motzen: „Hör auf, die anderen Kinder zu hauen“, um dann selber eien auf den Po zu geben *augenroll*.
Nun ja, zwei Stunden Spielplatz waren wohl trotzdem zu wenig, wie der gestrige Abend gezeigt hat.







