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Es brüllt in mein linkes Ohr „Es ist ja hell draußen!!“
Seitdem titscht das kleine Kindelein hier derart aufgeregt herum, daß ich ihn am liebsten wieder zurück ins Bett verfrachten würde.
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Man muß auch mal gönnen können – das dachte sich das kleine Kindelein wohl, schlief freundlicherweise im Auto ein und gönnte uns Eltern damit einen Feierabend. Jetzt hoffe ich mal einfach, daß der Knilch gleich nicht wieder aufwacht sondern schön brav durchschläft bis morgen früh
Edit: heute morgen gab es die Quittung dafür. 4:38 Uhr als neben meinem Ohr tönte „Der Ben will Kakao haben.“ Er ist dann fröhlichst aus dem Bett gehüpft und hat quer durch die Wohnung gerufen „Es ist ja schon hell!“ – die Sonne war gerade mal so eben am aufgehen….
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Aus irgendeinem Grunde findet Ben es in letzter Zeit besonders toll, mit seiner Spucke herumzuschmieren. Ob er den Boden ablutscht, eben mal kurz auf sein Spielzeug spuckt und das Ganze mit dem Ärmel verteilt, ist dabei egal, Hauptsache Scheißelkram Spucke. Gestern hat er eine Scheibe abgelutscht:
*augenroll*
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…war unspektakulär. Wir haben keine Party geschmissen, keinen wahnsinnig tollen Ausflug gemacht oder sonst was bombastisches. Es gab Geschenke, der kleine Mann wurde besungen, bespielt, bekuschelt, befüllt. Am Nachmittag gab es den berühmt-berüchtigten Gordon-Kuchen und es hat ihm überhaupt nichts ausgemacht, daß Gordon nicht so schön geraten ist. Es war genug und die strahlenden Kinderaugen haben mich auch die Enttäuschung über den Krüppelkuchen vergessen lassen. Es war ruhig aber schön.
Am Sonntag haben wir schließlich den Ausflug gemacht, der schon für Samstag geplant war – dummerweise macht das Museum nur sonntags und mittwochs auf, aus welchem Grund auch immer. Und es war nicht irgendein Museum, sondern ein Kleinjungentraum: ein Tram-Museum. Jede Menge Straßenbahnen, Hin- und Herfahrten und überhaupt. Toll. Ben wäre am liebsten den ganzen Tag mit den antiken Trams gefahren. Fünf Fahrten haben wir am Ende gemacht, danach wurde es mir zu zugig und kalt. Es hat geregnet und die Bahnen waren offen. Außerdem wollte ich zumindest noch im Vorbeigehen die alten Straßenbahnen in der Halle gucken. Ben war so hin und weg, daß er – trotz erheblicher Müdigkeit – ganz vergessen hat, sich daneben zu benehmen. Nur ein bißchen, am Ende. Ca. 20 alte Straßenbahnen standen in der Halle. ALLE waren begehbar bis auf EINE und in die wollte der Knilch natürlich immer wieder rein. Aber das ließ sich verkraften.
Wir haben uns auch von einem Museumslokführermenschen die Werkhalle zeigen lassen, in der die Trams restauriert werden. Alles von Freiwilligen, meist Rentner, die in ihrer übrig gebliebenen Zeit die Träume von vorgestern wieder zum Glänzen bringen. Nichts mit stylischen Ausstellungen, glänzenden Prospekten und teuren, glitzy Museumsshopauslagen, dafür aber wunderbar, charmant und man merkt die liebevolle Arbeit der Leute, die daran beteiligt sind. Ich habe Ben jedenfalls versprochen, da wieder hinzufahren.
Mehr Bilder von Anno Dunnemals gibt es hier.
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Den geplanten Geburtstagsausflug mußten wir verschieben, das Museum hat nur sonntags auf. Daher passiert hier eigentlich nix. Fotos gibt es später.
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Ich war in meiner Jugend ein ausgesprochener Fantasy-Fan. Welten mit Zauberern und schönen Maiden und heldenhaften Rittern haben es mir ausgesprochen angetan. Tolkien, Tad Williams, David Eddings, Marion Zimmer Bradley, Susan Dexter, Terry Pratchett, Terry Brooks und dergleichen standen und stehen immer noch bei mir im Regal.
Es ist nur leider so, daß Fantasy mir irgendwann über war. Immer die gleichen Zauberer, immer die gleichen Helden und diese Maiden waren zum Kotzen. Ich wurde es über, zumal es immer schwieriger wurde, was zu finden, was qualitativ einigermaßen annehmbar geschrieben war. Einige lese ich aber heute auch noch gerne, z.B. gehört Williams zu denen, die ich immer wieder zur Hand nehme, da ich die Stories originell und den Schreibstil gut finde. Ist einfach so.
Eine andere Sache ist die Wheel of Time-Reihe. Der Autor hatte sich ein Monsterwerk vorgenommen, dem er stellenweise nicht mehr gewachsen war. Stark angefangen hat es, danach lief es weiter und weiter und weiter. Die letzten drei, vier Bände waren ermüdend, aber ich habe angefangen, ich will wissen, wie es endet. Im englischen gibt es auch nicht ganz so abartig viele Bände wie im deutschen, hier sind wir jetzt bei Band 12. Die deutsche Reihe hingegen hat es, wie ich gerade gesehen habe, auf stolze 32 Bände geschafft.
Ja, der 12. Band. Der ist jetzt rausgekommen. Und was ich so toll daran finde? Die Reihe hat ein Ende, ein absehbares Ende! Endlich! Es folgen noch zwei und es wird garantiert nicht mehr weitergehen, da jemand anderes das Ganze zuende schreibt, der gute Robert Jordan hat nämlich zwischenzeitlich das Zeitliche gesegnet. (Oh, und ich habe gerade gelesen, daß der Band wirklich gerade erst rausgekommen ist, letzte Woche nämlich. So schnell bin ich sonst nicht und es war auch keine Absicht dahinter.)
Endlich. Wie lange lese ich das schon? Seit 1993!!
So, und deswegen gehe ich jetzt lesen
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Jaaaa, Gordon-Kuchen. Wie soll ich sagen? Nicht schön, aber einmalig? Oder: netter Versuch? Am Kuchen selber lag es nicht, der Vanillekuchen von Cynthia ist lecker. Wie immer sollte man mit dem Zucker ein wenig vorsichtiger sein, ich habe die Hälfte der angegebenen Menge genommen und er war mir immer noch zu süß. Aber sonst lecker für einen trockenen Kuchen. Ich kann mir den gut mit Kirschen innendrin vorstellen.
Aber hier sollte es ja um Gordon gehen. Ich habe also eine Gordon-ähnliche Form herausgeschnitzt, die Räder gestanzt und dann dieses blaue Desaster drübergelegt. Bis zu dem Punkt mit der blauen Masse war ich schon sehr zufrieden mit mir. Sah schon sehr zugig aus, das Ganze. Und an sich ist das mit der Zuckermasse ja eine tolle Idee, um Kuchen von außen nett aussehen zu lassen, nur sollte man dann den 6-7 Internetquellen glauben, die davor warnen, auf das Glycerin zu verzichten statt der einen, die meinte, daß Glycerin optional sei. Ist es nicht. Ich hatte hier eine trockene, rissige Masse, die schon kurz nach dem Auflegen Löcher hatte, die ich notdürftig geflickt habe. Das Zeug war so spröde, daß ich bei den Reifen aufgegeben habe und einfach nur noch blaue Zuckergußmasse draufgeknallt habe. Zum zweiten sollte man nicht mit geschmolzener Schokolade an dieses Zeug gehen, um den Schornstein anzumalen. Die Zuckermasse löste sich vom Schornstein und Kuchen und klebte an der Schokolade.
Für die Qualität der Schokolade, die beim Schmelzen auf der Stelle fast nicht mehr zu gebrauchen war, da alles kristallisierte, kann ich aber nichts. Demnächst greife ich für so was dann doch lieber zur Schweizer Edelschoki, da die australische scheinbar fast schon genauso schrottig ist wie die amerikanische.
Fotos von dem Dingsda dann morgen. Schade eigentlich. Spaß hat es, bzw. hätte es wohl schon gemacht, wenn nicht so viel schief gegange wäre. Jetzt hat mich der Ehrgeiz gepackt, wahrscheinlich wird das so enden, daß ich aus bloßem Trotz so lange Gordon-Kuchen backe, bis mir endlich einer gelingt.
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Isser nicht süüüüß? (Also, echt, so viel Zucker wie an ihm dranklebt…)
Geburtstagskuchenbacken mit dem Eumel. Man sagt ja immer, daß Kinder helfen können in der Küche, daß sie mit Feuereifer dabei sind, Plätzchen auszustechen und so weiter und so fort. Wir alle kennen die Mythen. Vielleicht sind es auch keine Mythen, dann klappt das eben nur mit Ben nicht.
Ben guckt nicht zu, Ben „hilft“ nicht; nein, er mischt mit und ist der Meinung, er könne das auch so. Obwohl helfen… Oh, nein, stimmt ja gar nicht, Teigrühren hat er gemacht und das Fondant geknetet.
Zweiminütig die Drohung: wenn du so einen Quatsch machst, bekommst du keinen Gordon-Kuchen!
Es geht dann weiter. Heute abend wird das Ding dekoriert. Ich habe Kekse für die Räder gebacken, Kohle für den Tender, einen Oh-Cynthia-Vanilla-Cake für den Zug und das Fondant gebastelt für die Deko. ich weiß, Fondant schmeckt wie ***, aber es ist besser dekorierbar als Zuckerguß und man kann es in einem abziehen, wenn man es nicht mag. Man darf also gespannt sein.
Weitere Kuchenbackschnipsel:
- Fondant ist im Kühlschrank.
- Anzahl der Räder ist knapp – da Ben den ohnehin schon trockenen Teig mit Mehl mischen mußte, ist etwa die Hälfte des Keksteiges auseinandergefallen. Wir müssen also mit den paar auskommen, die da sind. Dafür ist jede Menge Krümel“kohle“ entstanden.
- Die Küche sieht aus…
- Ben sieht aus…
- Ich sehe aus…
- Etwa die Häfte des Keks- und Kuchenteiges wurden roh in Bens Magen deponiert.
- Ben, nein du bist kein Bagger und der Küchenboden nicht die Baustelle, wenn du Gordonkuchen haben willst…s.o.
- Ben, nein wir basteln keine Frösche.
- Die Zutaten gehören in die Schüssel, nicht auf die Arbeitsfläche
- Ben, da gehört nicht noch mehr Wasser rein, das ist genug.
- Nein, nicht in die Schüssel greifen, das kleeebt…wenn du so einen Quatsch machst…s.o.
- Ben hätte am liebsten alles blau gemacht.
- Wozu warten?
- Mhhmmmm, lecker!
Uff…Pause. Nur noch das Dekorieren heute abend!
Diese Woche: auf dem Bahnhof. Und da der Zug früher kam als erwartet, wurden aus den 15 Minuten ganz schnelle 5 Minuten. 15 Minuten im Zeitraffer oder so.
Alles, was nach dem Bahnhof geschah…darüber wollen wir lieber den Mantel des Schweigens breiten, denn es war einfach nur zum Vergessen. Blutdruckmäßig war ich jedenfalls zwischenzeitlich bei etwa 200. Wie gesagt, vergessen wir das ganze und konzentrieren uns auf eine ganz rührende Szene, nämlich die, als Ben ein kleineres Kind von der Rutsche gedrängelt hat. ich habe ihn ermahnt, daß es eben der Reihe nach gehe und der kleinere Junge vor ihm dran gewesen sei. So ist das nun mal. Und was macht Ben? Er geht auf den Jungen zu, greift ihn – mir bricht der kalte Schweiß aus, der Blutdruck steigt rapide – und drängelt ihn sanft zur Rutsche hin, damit er auch rutschen kann. Blutdruck sinkt, Muttern ist fürcherlich gerührt und Ben ganz stolz: „Der Ben hat dem Jungen gehelft.„Das Ganze ging noch drei, vier Mal und schließlich bricht der kleine Junge doch noch in Geheul aus – er hatte nämlich keine Lust mehr zu rutschen, aber Ben durchaus noch Lust, ihm zu helfen…
Nun ja, hier die Bilder. Klick aufs Bild führt zu den anderen.


















